Am vergangenen Samstag ging der Vohang auf.
Auf dem vereinseigenen Youtube-Kanal veröffentlichte Bayer Leverkusen eine Dokumentation. Inhalt: Die Karriere des Spielers Kai Havertz. Zehn Jahre ist dieser nun im Verein, das war der Anlass. Zehn Jahre unter dem Bayer-Kreuz. Eine Legende sozusagen. "Kai - Die Havertz-Story" hat man den Film genannt.
In dem rund einstündigen Video kann man Havertz beim Erwachsenwerden zusehen. Man bestaunt, wie der schmächtige Junge aus dem rheinländischen Mariadorf erst körperlich zulegt und dann im Handumdrehen zum Profi wird.
Bundesliga
Bayern mit Chance auf Havertz? Hoeneß äußert klare Tendenz
02/08/2020 AM 20:30
Tolle Einblicke sind das. Fast wirkt das Ganze wie ein Zusammenschnitt zum Karriereende eines verdienten Spielers. Doch Kai Havertz ist erst 21 Jahre alt. Und trotzdem nimmt hier wohl ein Verein Abschied.

Hinter den Kulissen wird gepokert

Denn das Havertz noch in diesem Sommer weg will aus Leverkusen, das ist ein offenes Geheimnis. Er selbst soll diesen Wunsch nach dem verlorenen Pokalfinale gegen den FC Bayern bei der Vereinsführung hinterlegt haben.
Seitdem wird hinter den Kulissen um das Riesentalent gefeilscht.
Gesprächspartner der Werkself-Macher sind die Verhandlungsbefugten des FC Chelsea. Denn - auch das pfeifen die Spatzen seit Wochen von den Dächern - die Blues werden es wohl werden: Havertz' neuer Klub.
Viel Geld steht auf dem Spiel. Rund 100 Millionen Euro soll die Ablöse betragen. Einen Durchbruch hat es wohl noch nicht gegeben. Der Spieler und die Londoner sollen sich einig sein. Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes unterstrich kürzlich, noch kein offizielles Angebot erhalten zu haben.
Kai Havertz schweigt zu alledem.

Bosz klar und deutlich: "Havertz spielt"

Statt große Reden zu schwingen, bereitet er sich mit seinem (Noch-)Team gewissenhaft auf ein Spiel vor.
Heute (ab 18:55 Uhr im Liveticker) gastieren die Glasgow Rangers in der BayArena. Havertz und Co. wollen den 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigen, um in das Finalturnier einzuziehen. Lange schien gar nicht so sicher, ob der Mittelfeldmann zu diesem Zeitpunkt nicht längst in London sein würde.

Peter Bosz und Kai Havertz von Bayer 04 Leverkusen

Fotocredit: Imago

"Ja, er spielt und er wird einhundertprozentig mit seinem Kopf hier dabei sein", sagte Bayer-Trainer Peter Bosz auf der Pressekonferenz vor der Partie dann auch kurz und prägnant. Er wirkte dabei sehr entschlossen. Auch der Nationalspieler selbst versuchte diesen Eindruck zu verstärken.
Auf seinem Instagram-Account veröffentlichte er ein Bild, das ihn als Kapitän beim Hinspiel im Ibrox-Park zeigt. "Soon", war darunter zu lesen. Implizierend, dass auch er selbst die Fortsetzung des Turniers kaum erwarten kann.

Gündogan und Ballack trauen Havertz Chelsea zu

Volle Konzentration also auf die Rangers.
Gar nicht so einfach, wenn die ganze Fußballwelt über Chelsea spricht. Journalisten fragen, Fans wollen wissen, woran sie sind. Und ehemalige und aktuelle Weltstars geben munter Einschätzungen ab.
Ilkay Gündogan zum Beispiel hält große Stücke auf seinen Nationalmannschaftskollegen. "Ich erwarte Großes von ihm. Kais Potenzial ist unlimitiert, es gibt keine Grenzen. Er bringt sehr viel mit, und nun liegt es an ihm, dieses enorme Talent auszuspielen", sagte der ehemalige Dortmunder, der seit vielen Jahren in der Premier League spielt.
Er traut dem Leverkusener den Sprung natürlich zu. "Er hat diese Ruhe und Gelassenheit am Ball", schwärmt Gündogan.

Kai Havertz (li.) zusammen mit Moussa Diaby und Lucas Alario (re.)

Fotocredit: Getty Images

Michael Ballack spielte einst selbst für Chelsea. "Der Konkurrenzkampf wird härter sein als in Leverkusen, der Druck auch - fühlt er sich bereit dafür, dann sollte er diesen Schritt gehen", rät er trotzdem.
Gündogan findet übrigens, dass Havertz noch besser ist als der ehemalige DFB-Kapitän Ballack. "Meiner Meinung nach ist Kai in der spielerischen Anlage noch besser", sagte der Regisseur von Manchester City..
Irgendwo zwischen Leverkusen, Chelsea und Glasgow steht Havertz also der Kopf. "Kai ist auch abseits des Platzes ein besonnener Typ", sagte Gündogan noch und beschrieb den jungen Leverkusener damit mehr als treffend.
In diesen Wochen dürfte dies dessen größter Trumpf sein.
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