Im ersten Europapokal-Finale der Vereinsgeschichte konnte Unai Emery auf seine beste Elf setzen. Im Sturm kamen Carlos Bacca und Topstürmer Gerard Moreno zum Zug, der Ex-Dortmunder Paco Alcácer musste auf die Bank. Im Tor stand mit Geronimo Rulli der Keeper für die Pokalwettbewerbe.
Manchester United musste auf Kapitän Harry Maguire verzichten. Der Innenverteidiger wurde nach einer Sprunggelenksverletzung nicht rechtzeitig fit und konnte so nur auf der Bank Platz nehmen.
Die Spanier starteten äußerst nervös in das Finale und bekamen kein Bein auf den Boden. Folglich war das erfahrene Manchester von Anfang an spielbestimmend und drängte Villarreal tief in die eigene Hälfte. Doch auch die Red Devils kamen gegen das kompakte Gelbe U-Boot nicht wirklich gefährlich in die Box.
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Im weiteren Verlauf war beiden Teams anzumerken, dass es um einen wichtigen Titel geht. So ging keine der beiden Mannschaften ins Risiko, Fehlervermeidung lautete das oberste Gebot. Mit dem ersten gefährlichen Standard fiel dann auch die Führung für Villarreal. Top-Torjäger Gerard Moreno drückte eine Hereingabe aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie (29.).
Die Red Devils blieben in der Folgezeit spielbestimmend, kamen jedoch nur selten hinter die letzte Linie der Spanier. Der Matchplan beim Tabellensiebten der spanischen Liga ging auf, mit dem Ball tat sich Villarreal allerdings sehr schwer. Man leistete sich viele einfache Fehlpässe im Spielaufbau. Der Favorit konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen, zeigte zu wenig Bewegung im Spiel nach vorne.
Manchester kam sehr behäbig aus der Kabine. Doch mit zunehmender Dauer steigerte sich die Intensität, allen voran Scott McTominay wirkte sehr entschlossen. Per Zufall gelang Edinson Cavani das 1:1 (55.). Danach drückte United aufs Tempo, während von Villarreal in der Offensive nicht viel zu sehen war.
So entwickelte sich eine einseitige Angelegenheit, die Red Devils wurden immer präsenter, die Spanier ließen sich immer mehr zurückfallen. So kam keine Entlastung zustande - im Gegenteil. Manchester stresste die Spanier immer wieder und setzte auf frühes Gegenpressing. Marcus Rashford (70.) und Cavani (71.) verpassten die Führung. Ansonsten hatte der englische Vizemeister keine nennenswerten Torchancen, so ging das Remis nach 90 Minuten in Ordnung.
Die Verlängerung lebte nur noch vom Willen und Einsatz beider Teams, viele Spieler waren mit ihren Kräften völlig am Ende. Fußballerisch war dieses Finale nicht das höchste Niveau. Nach einer spielerisch äußerst schwachen Verlängerung ohne einzige Torchance sollte im Elfmeterschießen die Entscheidung fallen.
In diesem unglaublichen wie dramatischen Elfmeterschießen mit 21 verwandelten Elfmetern in Folge wurde Villarreal-Keeper Gero Rulli zum Helden. Erst verwandelte der Schlussmann sicher zum 11:10, ehe er den entscheidenden Versuch seines Gegenübers David de Gea parieren konnte. Es war das längste Elfmeterschießen in der Geschichte des Europapokals.
Für den FC Villarreal ist es der erste Europapokalsieg in der Vereinsgeschichte. Die Spanier sind damit in der kommenden Saison in der Champions League.

Die Stimmen:

Francis Coquelin (FC Villarreal): "Es fühlt sich wirklich gut an. Es war eine harte Herausforderung, wir wussten, dass es sehr schwer werden würde gegen eine sehr gute Mannschaft wie Manchester United. Es ist etwas Besonderes, in die Champions League zu kommen, und es ist die erste Trophäe für den Verein, also ist es ein tolles Gefühl. Wenn man bis zum Ende geht, gewinnt der Sieger alles. Manchester United hat uns sehr unter Druck gesetzt und wir mussten uns reinhängen, um das Ergebnis zu erreichen. Das Elfmeterschießen ist immer eine Lotterie, und wir sind wirklich froh, dass wir es gewonnen haben. Wir werden versuchen zu feiern, weil es etwas Großes für den Verein und für uns alle ist."
Ole Gunnar Solskjaer (Trainer Manchester United): "Es ist ruhig in der Umkleidekabine. Es ist eine enttäuschte Umkleidekabine. So ist das im Fußball - manchmal entscheidet ein einziger Schuss. Wir müssen daraus lernen, dieses Gefühl nicht auskosten, sondern es fühlen und sicherstellen, dass wir es nicht noch einmal erleben."
Unai Emery (Trainer FC Villarreal): "Ich bin sehr glücklich. Diese Spieler haben die ganze Saison über sehr hart gearbeitet, für den Präsidenten, den Besitzer, den Vorsitzenden. Wir sind sehr stolz auf Villarreal. Ich denke, wir haben den Sieg verdient. Es war Manchester United, aber wir haben heute ein sehr konkurrenzfähiges Spiel gespielt."

Das fiel auf: Manchester physisch klar stärker

Über 120 Minuten präsentierten sich die Red Devils physisch klar stärker. Während Unai Emery in der regulären Spielzeit gleich fünf frische Spieler brachte, ließ Ole Gunnar Solskjaer seine Startelf bis zur 100. Minute unverändert. Dennoch gingen die Spanier früh auf dem Zahnfleisch, während United gerade im zweiten Durchgang viel Aufwand betrieb und ununterbrochen am Drücker blieb. Hier machte sich auch das jeweilige Pflichtspiel vom vergangenen Wochenende bemerkbar. Bei United wurde auf zehn Positionen rotiert, Villarreal spielte mit zehn Mann in der Startelf, die auch schon am Samstag spielten.

Tweet zum Spiel:

Die entscheidende Szene: Nach 21 verwandelten Elfmeter läuft David de Gea an und scheitert an Gero Rulli. Der spanische Nationalkeeper avancierte zum Unglücksraben.

Die Statistik: 5

Unai Emery ist und bleibt Mister Europa League. Der Spanier stand bereits zum fünften Mal im Finale der Europa League. Nach den drei Erfolgen mit dem FC Sevilla und dem verlorenen Finale mit dem FC Arsenal (2019) führte er den FC Villarreal nun zum ersten internationalen Triumph in der Vereinsgeschichte.
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