Vor genau 22 Jahren erzielte Ole Gunnar Solskjaer eines seiner wichtigsten Tore.
Mit seinem Treffer zum 2:1 sicherte der Norweger Manchester United in einem dramatischen Champions-League-Finale in Barcelona den Titel gegen den FC Bayern.
Nun könnte Solskjaer erneut einen wichtigen Erfolg für Manchester einfahren. In der Europa League treffen die Red Devils am Abend im Finale auf den FC Villarreal (ab 21:00 Uhr im Liveticker).
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Bei einem Sieg würde United nicht nur den ersten Pokal seit 2017 gewinnen, der Titel soll eine neue Ära im roten Teil Manchesters einläuten. Denn obwohl sich die Red Devils immer noch zu den größten Klubs der Welt zählen, lief man den eigenen Ansprüchen in den vergangenen Jahren regelmäßig hinterher. Vor vier Jahren triumphierten die Engländer unter José Mourinho in der Europa League und dem League Cup. Seither herrscht an der Titelfront Flaute.

Ole Gunnar Solskjaer hofft auf Team-Entwicklung

Dennoch meinte Solskjaer am Vorabend des Finales: "Wenn Spieler bei Manchester United unterschreiben, machen sie das, um Pokale zu gewinnen. Sie nehmen die Herausforderung an, zu den Besten zu gehören, denn das hier ist der beste Klub der Welt." Rein sportlich, das wird auch Solskjaer wissen, klaffte in der jüngeren Vergangenheit eine größe Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Erst in dieser Saison scheint United langsam an die Form vergangener Zeiten heranzurücken. In der Premier League beendeten die Red Devils die Saison auf Rang zwei. Erstmals seit 2018 landete das Team von Solskjaer damit in den Top zwei, auch wenn der Abstand zu Meister und Stadtrivale Manchester City mit zwölf Zählern weiterhin groß ist.
Bereits in der Vorsaison konnte sich ManUnited mit einem dritten Rang für die Königsklasse qualifizieren. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase (drei Siege, drei Niederlagen) mussten die Engländer in der laufenden Spielzeit allerdings den Weg in die Europa League antreten. Dort könnte im Endspiel ein wichtiger Entwicklungsschritt für das Solskjaer-Team gelingen.
"Wenn Spieler den Geschmack des Erfolges kennenlernen, kann es auf zwei Arten weitergehen. Entweder 'Wir haben es geschafft, jetzt können wir relaxen' oder eher 'Ich möchte mehr'", erklärte der Coach, der hofft, dass seine Mannschaft den zweiten Weg einschlägt.

Solskjaer schwört Spieler auf Finale ein: "Müssen bereit sein"

Red Devils haben große Pläne

"Es ist ein junges Team, das wir in den letzten Jahren aufgebaut haben. Hoffentlich ist das der Anfang von etwas Großem", so Solskjaer. Die stetige Gier nach Erfolg ist bei europäischen Spitzenklubs eine Selbstverständlichkeit, in Manchester ist sie aber seit den glorreichen Zeiten der 1990er- und 2000er-Jahre verloren gegangen.
Klub-Legende Solskjaer soll sie wiederbeleben. Der mögliche Sieg in der Europa League kann dabei aber nur ein erster, kleiner Schritt sein. Der Klub strebt nach größeren, prestigeträchtigeren Pokalen. Auch in der Premier League wollen die Red Devils "den Champion herausfordern", wie es der United-Coach nannte. Dafür müssen die Klub-Bosse aber vor allem in der Kaderplanung einen neuen Weg einschlagen, fordert Eurosport-Redakteur Alexander Netherton. Zu häufig habe man in Manchester versäumt, das Team mit den richtigen Spielern zu verbessern.
"Seit die Glazers die Besitzer sind, scheint es ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihnen, den Trainern und denjenigen zu geben, die für die Transferstrategie verantwortlich sind. Die United-Besitzer glauben offenbar, dass man nach einer guten Saison nicht mehr aktiv werden muss", kritisiert Netherton.
Ein Beispiel sei die Spielzeit 2017/18, die nach zwei Titeln in der Vorsaison schon der Neustart hätte sein können. Romelu Lukaku, Nemanja Matic und Victor Lindelof wurden verpflichtet. Das Ergebnis: Zweiter in der Premier League hinter City. Als "Belohnung" erhielt Mourinho damals aber mit Lee Grant, Fred und Diogo Dalot drei Spieler, die keine Verstärkung waren.

Ole Gunnar Solskjaer (r.) soll Man United in eine erfolgreiche Ära führen

Fotocredit: Getty Images

ManUnited braucht neues Konzept

Auch Solskjaer machte Bekanntschaft mit der wenig durchdachten Kaderplanung. In seinem ersten Jahr durfte er für Aaron Wan-Bissaka, Daniel James und Harry Maguire noch 160 Millionen Euro ausgeben.
In den folgenden Spielzeiten gab es meist aber nur Hauruck-Transfers, da die eigentlichen Wunschspieler zu teuer waren (Jadon Sancho) oder sich für einen anderen Verein entschieden (Erling Haaland). Ein langfristiger Plan schien lange nicht vorhanden, auch wenn sich Bruno Fernandes, der anstelle von Haaland verpflichtet wurde, als echter Glücksgriff (28 Tore, 17 Vorlagen) entpuppte.
Unabhängig vom Ausgang des heutigen Endspiels müssen die United-Bosse endlich ein Konzept mit Perspektive entwickeln. Ein gleichwertiger Partner in der Innenverteidigung für Kapitän Maguire wäre ein Anfang. Auch eine Verpflichtung von Sancho, der deutlich mehr Qualität auf die rechte Außenbahn bringen würde, könnte die Red Devils nach vorne bringen.
Aber ein Schritt nach dem anderen: Heute Abend will Manchester United erst die Europa League gewinnen.
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