Borussia Dortmund blamiert sich vor heimischer Kulisse gegen die Glasgow Rangers - BVB kurz vor Europa-Aus

Borussia Dortmund hat sich im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde blamiert. Vor heimischer Kulisse setzte es für den BVB gegen die Glasgow Rangers ein 2:4 (0:2). Tavernier hatte die Gäste in Front gebracht (38.), Morales legte kurz darauf nach (41.). Lundstram (49.) und ein Eigentor (54.) besiegelten das schwarz-gelbe Schicksal. Für Dorrmund trafen Bellingham (51.) und Guerreiro (82.).

Borussia Dortmund ging gegen die Glasgow Rangers unter

Fotocredit: Getty Images

Ohne den weiterhin nicht einsatzbereiten Erling Haaland, aber dafür mit Giovanni Reyna auf der Bank, trat der BVB in den Play-Offs an. Coach Marco Rose schickte exakt jene Elf auf den Rasen, die auch bei Union Berlin mit 3:0 souverän gewann.
Bei den Rangers setzte Trainer Giovanni van Bronckhorst auf die bestmögliche Elf. Der Niederländer musste allerdings auf den Innenverteidiger und Ex-Mainzer Leon Balogun (verletzt) verzichten. Die beiden namhaften Winter-Neuzugänge Aaron Ramsey (Juventus Turin) und Amad Diallo (Manchester United) saßen nur auf der Bank.
Gegen die zweikampfstarken Gäste aus Schottland tat sich Schwarz-Gelb in den Anfangsminuten schwer. Die tiefen Pässe wurden schnell abgefangen. Plötzlich hatte der Außenseiter die große Chance zum 1:0, doch Gregor Kobel rettete per Fuß gegen den durchgebrochenen Linksverteidiger Boma Barisic.
Die Rangers wirkten in den Aktionen konsequenter und aggressiver, brachten bei Ballverlust schnell wieder alle Mann hinter den Ball, vom BVB war lange Zeit offensiv nicht viel zu sehen. So war es eine Standardsituation, die zur ersten Dortmunder Chance führte: Dan-Axel Zagadou kam aus fünf Metern sträflich frei zum Kopfball, brachte diesen aber nicht im Kasten unter (15.).
Das Spiel des BVB wurde nicht wirklich besser. Viele Unzulänglichkeiten, kein Tempo in den Aktionen und keine Ideen machten es den Gästen aus Schottland extrem einfach. Erste Pfiffe von den 10.000 Zuschauern ertönten bereits früh. Gefahr ging lediglich durch Marco Reus aus (27./33.), doch auch Dortmunds Kapitän hatte kaum Zugriff auf das Spiel.
Offensiv harmlos, defensiv mit groben Patzern – und plötzlich stand es 0:2: Nach einem Handspiel von Zagadou im Strafraum entschied Schiedsrichter Clement Turpin – nach Ansicht der Bilder – auf Strafstoß. James Tavernier verwandelte eiskalt zum 0:1 (38.), Alfredo Morelos erhöhte wenig später auf 0:2 (41.). Durch individuelle Fehler brachte sich der BVB selbst in Not.
Mit Reyna und Youssoufa Moukoko (für Brandt und Witsel) startete der BVB seine Aufholjagd im zweiten Durchgang. Doch erneut sorgte Dortmunds schwache Abwehrleistung für einen weiteren Gegentreffer, John Lundstram traf zum 0:3 (49.). Der BVB stand mit dem Rücken zur Wand, doch Jude Bellingham entfachte mit seinem 1:3 (51.) wieder etwas Hoffnung.
Diese Hoffnung wurde kurze Zeit später zunichte gemacht und wieder waren die Dortmunder Abwehrspieler mittendrin. Morelos kam halblinks völlig frei zum Ball, die Hereingabe des Kolumbianers drückte Zagadou über die eigene Linie zum 1:4 (53.). Innerhalb von nicht einmal zwei Minuten erlöschte der Hoffnungsschimmer.
In der Folgezeit zeigte Dortmund Moral, war wesentlich präsenter im Mittelfeld, wollte jedoch zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Die Schotten wirkten mit ihren wenigen Gegenstößen weitaus gefährlicher und waren so näher am fünften Treffer.
Fehlenden Willen, Einsatz und Leidenschaft konnte man dieser Dortmunder Elf nicht vorwerfen, doch die großen Chancen blieben aus. So war es Guerreiro, der per Distanzschuss auf 2:4 verkürzen konnte (82.). Das Fußballwunder blieb allerdings aus, die Rangers kamen erstmals seit 1998 zu einem Sieg auf deutschem Boden.
Der BVB hat bereits nächste Woche im Rückspiel die Chance auf Wiedergutmachung, dann benötigt Schwarz-Gelb schon ein mittleres Fußballwunder. In der Bundesliga geht es am Sonntag (17:30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Gladbach weiter.

Das fiel auf: Diese Dortmunder Abwehr genügt höheren Ansprüchen nicht

Über die Dortmunder Mentalität wurde oft genug gesprochen. Angesichts dieses Auftritts liegt die Antwort auf der Hand. Im zweiten Durchgang bewies der BVB wenigstens Moral und bäumte sich gegen die Blamage. Doch diese Abwehr genügt höheren Ansprüchen einfach nicht, das zeigte dieses Spiel in der Europa League deutlich. Zagadou war per Handspiel und Eigentor an zwei Gegentreffern direkt beteiligt, Akanji und Hummels ließen viel zu viel zu – wie zum Beispiel beim 1:3. Lediglich Raphael Guerreiro war offensiv zu sehen und an beiden Toren beteiligt. Wer sich in schöner Regelmäßigkeit solche haarsträubenden Fehler leistet wie Dortmund, der hat kein Mitspracherecht, wenn es um die Vergabe von Trophäen geht.

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Eines der wenigen Highlights auf Seiten des BVB. 10.000 Zuschauer feierten das 1.000 Spiel im Dortmunder Signal-Iduna-Park. Diese große Zahl verteilt sich auf insgesamt 13 Wettbewerbe. Die Dortmunder Mannschaft tat jedoch einiges dafür, dass das Jubiläumsspiel in trauriger Erinnerung bleiben wird.

Die Zahl zum Spiel: 132

Dieses Europa-League-Spiel ist schwer zu begreifen, zu gewaltig waren die Unterschiede. Ein Blick auf den Marktwert beider Mannschaften soll verdeutlichen, wie haushoch der BVB eigentlich überlegen ist. Der Martkwert der Glasgow Rangers beträgt 132 Millionen. Zum Vergleich: Alleine Erling Haaland ist 150 Millionen Euro wert. Der Bundesligist kommt auf einen Gesamtwert von 576,30 Millionen Euro. Doch die Schotten machten jeden Unterschied an diesem bitteren Abend für den BVB zunichte.
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Rose über "schöne Geschichte": Reynas Verbindung zum Rangers-Coach

Quelle: Perform

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