RB-Chefcoach Domenico Tedesco vertraute beinahe auf das gleiche Personal aus dem Hinspiel, ließ lediglich Mohamed Simakan in der Dreierkette für Lukas Klostermann beginnen. Atalanta lief im 3-4-2-1-System auf und startete etwas überraschend ohne Luis Muriel im Sturmzentrum.
Die Anfangsphase gehörte über weite Strecken den Norditalienern, die mit einem giftigen Pressingverhalten die Sachsen weit in die eigene Hälfte zurückdrängten. Leipzig überstand die Druckphase der Bergamasken aber schadlos.
In der 18. Minute bewies die Tedesco-Elf dann ihre Eiseskälte im Umschaltspiel. Konrad Laimer wurde über die rechte Außenbahn auf die Reise geschickt, marschierte bis in den Strafraum der Hausherren. Von dort aus hatte der Österreicher das Auge für den mitgelaufenen Christopher Nkunku, der aus sieben Metern nur noch einschieben musste. Es war wettbewerbsübergreifend der 13. Treffer im 12. Spiel für den französischen Stürmer.
Bundesliga
Mit satter Gehaltserhöhung: Nkunku verlängert in Leipzig
23/06/2022 AM 09:32
Der Führungstreffer sollte den Gästen nun viel Selbstsicherheit verleihen. Bis zur Pause verteidigten die Sachsen ihren Strafraum souverän und wussten offensiv mit variablem Kombinationsspiel zu gefallen. Mit einer knappen 1:0-Führung sollte es in die Halbzeitpause gehen.
Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte musste RB kurz zittern – ein Freistoß von Marten de Roon hatte Dani Olmo innerhalb des Strafraums am Ellenbogen getroffen. Nach dem kurzen Check am Video-Monitor dann das Aufatmen – Referee Antonio Miguel Mateu Lahoz wertete die Aktion von Olmo nicht als strafbar.
Nach einer Stunde wurde die Partie dann plötzlich hektisch. Viele Verwarnungen und Auswechslungen auf beiden Seiten hemmten den Spielfluss doch enorm. Die Bergamasken rannten gegen die disziplinierten Leipziger weiterhin an, fanden jedoch keine Lücke im Abwehrverbund.
Drei Minuten vor Schluss platzten dann alle Halbfinal-Träume der Nerazzurri: Der starke Nkunku wurde von Atalanta-Keeper Juan Musso im Strafraum zu Fall gebracht, dem Schiedsrichter blieb nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Nkunku trat aus elf Metern selbst an, verwandelte den fälligen Strafstoß halbhoch und sehr sicher (87.).
Mit dem verdienten Sieg zieht RB Leipzig als erste Mannschaft ins Halbfinale der Europa League ein.

Die Stimmen zum Spiel:

Domenico Tedesco (Trainer RB Leipzig): "Ich glaube man hat gesehen, was Atalanta veranstalten kann. Sie sind körperlich der Wahnsinn, sie attackieren und marschieren in die Tiefe. Sie so zu verteidigen ist schon stark. Ich will heute niemanden herausheben. Die Jungs haben alle toll gearbeitet."
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Es gibt wenig, was ich kritisieren kann. Wir hätten im ersten Durchgang etwas besser den Ball halten können. Aber insgesamt war es ein tolles Spiel, die Mannschaft hat sehr reif und abgezockt gespielt. Riesen-Kompliment an die Truppe.“
Péter Gulácsi (RB Leipzig): "Wir haben nun einige Jahre internationale Erfahrung gesammelt. Heute haben wir es abgezockt und sehr gut verteidigt. Das war nicht einfach, weil der Gegner viel Qualität hat.“
Gian Piero Gasperini (Trainer Atalanta Bergamo): "Es ist immer so, sie (RB Leipzig, Anm. d. Red.) haben Tempo und Geschwindigkeit. Sie spielen sehr eng und gehen dann auf Konter. Manchmal machen sie das sehr gut. Wir haben in den letzten Wochen Schwierigkeiten den finalen Pass zu finden, den entscheidenden Schuss. Über weite Strecken war es ein hervorragendes Spiel von Atalanta.“

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Tedescos Matchplan geht voll auf – Nkunku besorgt den Rest

In den ersten zehn Minuten mussten alle Fans der Leipziger kräftig zittern und Nerven beweisen. Bergamo presste aggressiv, machte RB das Leben im Spielaufbau sehr schwer. Danach spielten aber fast nur noch die Sachsen. Über das gewohnt gefährliche Umschaltspiel gingen die Gäste schließlich in Führung. Defensiv stand man sicher, auch weil Konrad Laimer und Willi Orban fast alle Luftduelle für sich entschieden. Christopher Nkunku avancierte darüber hinaus wieder Mal zum Schlüsselspieler bei RB. Der Franzose befindet sich seit Wochen in bestechender Form, hat nun die Bergamasken quasi im Alleingang bezwungen. Dieser Mannschaft ist auf der Jagd nach dem ersten europäischen Titel alles zuzutrauen.

Die Statistik: 4

Nur vier Siege reichen RB Leipzig dieses Jahr in der Europa League, um das Halbfinale zu erreichen.
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Tedesco reagiert gereizt auf Reporter-Frage: "Jede Woche das Gleiche"

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