SC Freiburg nach Remis gegen Olympiakos Piräus im Achtelfinale der Europa League - Last-Minute-Tor verhindert Pleite

Der SC Freiburg hat das Achtelfinale der Europa League erreicht. Das Team von Trainer Christian Streich erkämpfte sich am 5. Spieltag der Gruppe G dank eines Last-Minute-Treffers ein 1:1 (0:1)-Remis gegen Olympiakos Piräus und kann damit nicht mehr von Platz eins verdrängt werden. Youssef El-Arabi brachte die Gäste in Führung (17.), Lukas Kübler sorgte für den späten Ausgleich (90.+3).

Lukas Kübler (SC Freiburg) bejubelt seinen Treffer gegen Olympiakos Piräus

Fotocredit: Getty Images

Mit nur einer Änderung in der Startelf im Vergleich zur Anfangsformation beim 2:0-Sieg gegen Werder Bremen am vergangenen Bundesliga-Spieltag ging der SC Freiburg die Mission "Achtelfinale" an. Statt Kiliann Sildillia durfte am Donnerstagabend wieder Offensiv-Akteur Ritsu Doan von Beginn an mitwirbeln.
Auf Seiten von Olympiakos Piräus, das seit der Übernahme des Cheftrainerpostens durch Míchel einen Aufwind genießt, starteten hingegen gleich vier andere Akteure als zur Ligapartie gegen Panetolikos (2:0). Für James Rodríguez, Cédric Bakambu, Oleg Reabciuk sowie Sokratis Papastathopoulos rückten Garry Rodrigues, Youssef El-Arabi, Marios Vrousai und Ousseynou Ba in die Startelf.
In den Anfangsminuten tat sich der Sport-Club schwer und wirkte vom starken Auftreten der Gäste trotz der Warnungen von Trainer Christian Streich überrascht. Dies besserte sich mit zunehmender Spielzeit, doch in der Offensive passte auch später erstaunlich wenig zusammen.
Olympiakos nutzte die Schwächephase der Breisgauer geschickt aus, um selbst in Führung zu gehen. Georgios Masouras nahm auf dem rechten Flügel Fahrt auf und legte die Kugel ins Zentrum zurück. Am Elfmeterpunkt lauerte Pep Biel, dessen Schuss SCF-Keeper Mark Flekken zwar erst parieren konnte, aber nach vorne abprallen ließ. El-Arabi war zur Stelle und schob den Ball aus kürzester Distanz durch die Beine des Torwarts hindurch zur 1:0-Führung für die Gäste (17.).
Es folgten weitere Chancen für den vermeintlichen Außenseiter, doch das 2:0 für Piräus blieb aus und so gingen die Griechen mit einer knappen Führung in die Kabine. Zu Beginn des zweiten Durchgangs knüpfte das Team von Míchel an ihre starke erste Hälfte an, ließ jedoch mit der Zeit immer mehr zu.
Nach rund einer gespielten Stunde reagierte Streich schließlich personell und schickte drei frische Spieler auf den Rasen (63.). Maxi Eggestein, Noah Weißhaupt und Woo-Yeong Jeong kamen für Yannik Keitel, Ritsu Doan und Daniel-Kofi Kyereh.
Den Breisgauern lief dennoch langsam, aber sicher die Zeit davon, weshalb sie einen Gang hochschalteten und in der Folge ein regelrechtes Chancenfeuerwerk abfackelten. Erst scheiterte der zwischenzeitlich eingewechselte Nils Petersen (77.) am überragenden Torwart der Gäste, Alexandros Paschalakis. Ohne den erfahrenen Schlussmann hätte Olympiakos die Heimreise wohl ohne Punkt im Gepäck antreten müssen. Wenige Minuten später packte der Keeper noch zwei Monster-Paraden nach Kopfbällen von Matthias Ginter (81.) und Jeong (88.) aus.
Erst in der Nachspielzeit erzielten die Hausherren das längst überfällige 1:1. Kapitän Christian Günter fand mit seinem Eckball Lukas Kübler im Zentrum, der den Ball per Kopf im Kasten zum viel umjubelten Ausgleich unterbrachten (90.+3).
Nach einer hektischen Schlussphase mit vielen Gelben sowie einer Gelb-Roten Karte für den sonst überzeugenden Ousseynou Ba (90.+6), beendete Schiedsrichter Kristo Tohver die Partie. Während der SC Freiburg den Einzug ins Achtelfinale bejubelte, platzten Piräus' Traüme vom Überwintern in einem europäischen Wettbewerb.

Die Stimmen:

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Olympiakos hat es richtig gut gemacht mit den beiden Viererketten und den engen Abständen. Wir haben versucht, sie zu bespielen, kamen gut in die gegnerische Hälfte, aber haben manches nicht so sauber gespielt. Dann bekommen wir ein Gegentor. Wir haben uns in der Halbzeit Szenen angeschaut und dann ging es auch um die Haltung. Wir haben es dann sehr gut gespielt und viele Torchancen erarbeitet. Ich bin sehr sehr zufrieden mit der Mannschaft. Sie hat sich von Minute zu Minute gesteigert und hat Mentalität gezeigt. Wir haben ein Top-Spiel gemacht."

Der Tweet zum Spiel:

Möglicherweise klingt das noch ungewöhnlich, aber tatsächlich steht der SC verdienterweise vorzeitig im Achtelfinale der Europa League, während sich mehrere Top-Klubs dafür noch qualifizieren müssen. Die Breisgauer könnte in der Runde der letzten 16 ein spannendes Duell erwarten.

Das fiel auf: Kübler bezwingt Olympiakos-Monster

Zwar erwies sich die Mannschaftsleistung im Nachhinein als unzureichend für einen Verbleib im Wettbewerb, doch es gilt dennoch die grandiose Partie von Alexandros Paschalakis hervorzuheben. Mit etlichen Paraden hielt der 33-jährige Grieche sein Team bis zum Schluss im Spiel und musste sich erst einem unhaltbaren Kopfball von Kübler geschlagen geben. Zuvor trieb er unter anderem Jeong zur Weißglut, als dieser am langen Pfosten aus wenigen Metern eigentlich nur seinen Kopf für den zwischenzeitlichen Ausgleich hätte hinhalten müssen, doch dank eines Reflexes kratze Paschalakis den Ball im Fallen mit der Hand von der Linie, ehe er selbst in die Maschen fiel (88.).

Die Statistik: 20

Der beste Beweis für die Verdienste des Piräus-Torwarts ist folgende Statistik: 20-mal schossen die Freiburger auf das gegnerische Tor, nur ein Abschluss davon fand den Weg in den Kasten. Mit nur sieben Stück verbuchten die Gäste deutlich weniger Torschüsse. Das Ergebnis lautete trotzdem bekanntlich 1:1.
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Quelle: Perform

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