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3 Dinge, die auffielen: Pavard fällt im Vergleich mit Boateng ab

3 Dinge, die auffielen: Pavard fällt im Vergleich mit Boateng ab

01/08/2019 um 11:07Aktualisiert 01/08/2019 um 11:29

Niko Kovac überraschte bei der knappen 5:6-Niederlage (n.Elf.) des FC Bayern München im Finale des Audi Cup mit einer "Jugendauswahl". Während die Amateure von den Tottenham Hotspur jedoch die Grenzen aufgezeigt bekamen, trumpfte Alphonso Davies auf ungewohnter Position auf. Ganz im Gegensatz zu Benjamin Pavard, der im Privat-Duell mit Jérôme Boateng weiter an Boden verlor. 3 Dinge, die auffielen.

1. "Phonzie" setzt ein Ausrufezeichen

Das 1:2 durch Jann-Fiete Arp in der 61. Minute mit einem Geistesblitz vorbereitet, das 2:2 mit einem Fernschuss aus 20 Metern - wohlgemerkt mit dem schwachen rechten Fuß - selbst gemacht. Das Arbeitszeugnis von Alphonso Davies im Finale des Audi Cups gegen die Tottenham Hotspur liest sich nicht nur auf den ersten Blick mehr als ordentlich.

Von Niko Kovac in der ersten Halbzeit als Linksverteidiger aufgeboten, zeigte Davies, warum ihn der FC Bayern München im Januar für zehn Millionen Euro von den Vancouver Whitecaps losgeeist hatte.

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Mit enormem Tempo und verbesserter Physis stand Davies gegen körperlich robuste Engländer seinen Mann und machte seine Seite bis auf einen Stellungsfehler beim 0:1 durch Erik Lamela (19.) dicht.

Noch beeindruckender wiegt Davies‘ Leistung, wenn man bedenkt, dass sich Kovac erst im Sommer dazu entschied, den Offensiv-Künstler zum Back-Up von David Alaba umzuschulen.

"Er kann beide Positionen sehr gut bekleiden, hat eine sehr gute Technik und eine wahnsinnige Geschwindigkeit. Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann“, sparte der Bayern-Coach nach Abpfiff nicht mit Lob. Zurecht! Denn links vorne machte Davies nach Alabas Hereinnahme in der 60. Minute seine Sache sogar noch besser.

"Alphonso wird in diesem Jahr eine gute Entwicklung nehmen."

2. Youngster-Watch: Ordentlich, aber nicht mehr

Vor der Partie dürfte sich der ein oder andere Fan der Münchner bei einem Blick auf die Startaufstellung verwundert die Augen gerieben haben.

Mit Jonas Kehl (18), Ryan Johansson (18), Paul Will (20), Sarpreet Singh (20) und Alexander Nollenberger (22) brachte Kovac zwei A-Jugendliche und drei Spieler aus der zweiten Mannschaft von Beginn an. Besagter Davies (18) sowie Arp (19) rundeten Bayerns "Jugendsauswahl“ ab, die trotz Manuel Neuer (33) einen Altersschnitt von gerade einmal 21,6 Jahren aufwies.

Audi-Cup - Corentin Tolisso und Paul Will vom FC Bayern München gegen Dele Alli von Tottenham Hotspur

Audi-Cup - Corentin Tolisso und Paul Will vom FC Bayern München gegen Dele Alli von Tottenham HotspurGetty Images

60 Minuten lang durften sich besagte Youngster beweisen, bevor Kovac die große Wechsel-Lawine einleitete. Festzuhalten bleibt: Die fünf Amateure machten ihre Sache ordentlich, hängten sich gegen deutlich reifere Spurs rein - für die ganz große Bühne konnte sich aber keiner empfehlen.

Der Auffäligste des Quintetts war dabei noch Singh, der sich zweimal ein Herz fasste (23./35.), dabei aber glücklos blieb. Sowohl Torwart Sven Ullreich ("Riesenkompliment!") als auch Kovac ("Das ist der Weg, den wir gehen möchten, mit jungen, talentierten Spierlern") zeigten sich nach der Partie angetan.

Die Lösung für Bayerns Problem in der Kaderbreite dürften Singh und Co. zumindest in der kommenden Saison aber nicht sein.

3. Pavard fällt im Vergleich mit Boateng ab

Dass Jérôme Boateng sich während der Vorbereitung wieder ins Blickfeld des Trainers und der Bayern-Offiziellen gespielt hat, ist kein Geheimnis mehr.

Ein Umstand, der auch Neuzugang Benjamin Pavard nicht verborgen geblieben sein wird. Gegen Tottenham bekam der 23-jährige Franzose die Möglichkeit, seinerseits ein Zeichen im Kampf um die begehrten Plätze in der Innenverteidigung zu setzen.

Eine Chance, die Pavard nicht nutzen konnte. Im Gegenteil sogar. Gleich in der Anfangsphase fiel der Weltmeister, der für 35 Millionen vom VfB Stuttgart verpflichtet worden war, durch zwei defensive Unachtsamkeiten auf.

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Zuerst ließ er sich vom 1,73 Meter großen Lucas Moura im Kopfball-Duell düpieren (5.), keine zwei Minuten später vertändelte er den Ball an der Mittellinie und eröffnete den Spurs eine gute Kontermöglichkeit.

Vor dem 0:2 durch Christian Eriksen (50.) ließ sich Pavard von Harry Kane mit einem leichten Hüftstoß völlig aus dem Tritt bringen. Seine desaströse Zweikampfquote von nur 15% (!) rundete den schwarzen Abend ab. Oh, Benjamin...

Bedenkt man, dass in baldiger Zukunft mit Lucas Hernández auch noch Anwärter Nummer vier zur Mannschaft stößt, muss Pavard ordentlich zulegen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

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