Nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge setzte der FC Bayern München seine Siegesserie auch bei der Klub-WM fort.
Beim 2:0 gegen den ägyptischen Vertreter Al Ahly nahm der Champions-League-Gewinner seine Favoritenrolle an und zeigte über die komplette Spielzeit eine äußerst seriöse und abgeklärte Leistung.
Trainer Hansi Flick konnte sich dabei einmal mehr auf Goalgetter Robert Lewandowski verlassen, der mit seinen beiden Treffern zum Matchwinner avancierte.
Bundesliga
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Drei Dinge, die uns auffielen.

1. Bayern trotzt den Reisestrapazen

Der hart umkämpfte Sieg bei der Berliner Hertha am Freitagabend (1:0) geriet schnell in Vergessenheit. 16 Stunden steckte der Bayern-Tross im Flugzeug fest, ehe man am Samstagnachmittag in Katar landete. Aufgrund der siebenstündigen Verspätung schäumte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vor Wut. "Wir fühlen uns total verarscht", sagte der 65-Jährige gegenüber "Bild".
Klar, die Vorbereitung auf das Halbfinale bei der Klub-WM gegen den afrikanischen Champions-League-Sieger Al Ahly SC war suboptimal. Auch das Training am Samstag konnte nicht stattfinden, da der Champions-League-Sieger erst die negativen PCR-Tests abwarten musste. Doch der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern, würde er nicht sämtliche Hürden aus dem Weg räumen. Schon im Vorfeld machte Hansi Flick seinen Mannen klar: "Wir werden keine Ausreden zulassen."
Dass der Bayern-Trainer die Sache seriös anging, machte schon die Aufstellung klar: Der Rekordmeister spielte mit der bestmöglichen Elf gegen die Mannschaft aus Kairo. So zeigte Bayern von Beginn an eine höchst professionelle Einstellung und ließ an der Favoritenrolle keine Zweifel. Al Ahly stemmte sich mit Mann und Maus dagegen, doch sobald die Münchner das Tempo anzogen und ihre individuelle Klasse ausspielten, hatte der afrikanische Kontinentalmeister das Nachsehen.
"Wir können Geschichte schreiben und sind sehr motiviert", hatte Joshua Kimmich vor dem Spiel die Richtung vorgegeben. "Wir gehen als Favorit ins Halbfinale und sollten in der Lage sein, es zu gewinnen. Es darf uns nicht passieren, den Gegner zu unterschätzen und uns überraschen zu lassen." Mit dieser abgeklärten und fokussierten Vorstellung zogen die Bayern hochverdient ins Finale der Klub-WM ein und ließen all die Turbulenzen der letzten Tage in Vergessenheit geraten.

2. Davies und Pavard leiden unter defensiver Ausrichtung

Die vielen Gegentore in den letzten Wochen sowie die unzähligen Chancen für die Gegner bewegten Flick und sein Trainerteam zum Umdenken. Die Mannschaft verteidigt seitdem nicht mehr ganz so hoch, steht kompakter und sichert die Defensive mehr ab. Die Erfolge mit fünf Bundesligasiegen in Serie und dem Einzug ins Finale der Klub-WM geben Flick Recht.
Die neue Ausrichtung geht allerdings zulasten der offensiven Außenverteidiger. Schon die ganze Saison laufen Benjamin Pavard und Alphonso Davies der Form aus dem Vorjahr hinterher. Machten die Außenverteidiger gegen Berlin schon offensiv nicht viel, so waren sie auch gegen einen - bei allem Respekt - leichtgewichtigen Gegner wie Al Ahly im Angriffsspiel nicht oft eingebunden.
Der französische Weltmeister zeigte erst im zweiten Durchgang mehr Ansätze. Dies hatte jedoch mehr mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Ali Maaloul zu tun, der Pavard zuvor defensiv gut beschäftigte.
Der Rechtsverteidiger fällt in der laufenden Saison mehr durch seine Leistungsschwankungen denn durch überzeugende Auftritte auf. Ein Blick in die Zahlen bestätigt diesen Eindruck: Kam Pavard in seiner starken Premierensaison in 47 Pflichtspielen auf vier Treffer und sieben Vorlagen, so steht in dieser Spielzeit nach 22 Partien gerade einmal eine einzige Vorarbeit zu Buche.

Alphonso Davies (rechts; FC Bayern) im Spiel gegen Al Ahly

Fotocredit: Getty Images

3. Roca sammelt erneut Argumente

Leon Goretzka und Javi Martínez fehlen in Katar, große Experimente konnte Hansi Flick im Mittelfeld daher ohnehin nicht durchführen. Dabei hätte der Erfolgstrainer gegen Al Ahly, gerade nach der verspäteten Anreise, durchaus die Möglichkeit dazu gehabt.
Doch Flick traut seinem zweiten Anzug scheinbar nicht vollends. Bouna Sarr und Douglas Costa mussten einmal mehr die Zuschauerrolle einnehmen, Eric Maxim Choupo-Moting kam nach einer Stunde für Thomas Müller zum Einsatz und zeigte immerhin gute Ansätze.
Aus der zweiten Reihe rechtfertigte sich Marc Roca seinen Startelfeinsatz. Schon im vorletzten Bundesligaspiel gegen Hoffenheim zeigte der Spanier beim 4:1 eine überzeugende Leistung. Gegen Al Ahly wechselte sich der Neuzugang mit Joshua Kimmich in Sachen Defensivarbeit gekonnt ab, die Automatismen greifen bei Roca immer besser.
So hatte der 24-Jährige in der ersten Hälfte mitunter die meisten Ballaktionen auf dem Platz, sicherte die wenigen gegnerischen Vorstöße immer wieder gut ab und hatte mit zwei Einzelaktionen das 2:0 auf dem Fuß.
Dennoch zeigt der Sommertransfer von Espanyol Barcelona, dass Flick in Zukunft auf ihn bauen kann - machte sein bisher bestes Spiel im Bayern-Trikot. Schon nach dem Hoffenheim-Spiel sagte der Übungsleiter: "Er hat ein gutes Zeichen gesetzt. Jetzt heißt es für ihn dranzubleiben." Ein Satz, den Flick wohl nur zu gerne auch gerne über die anderen Dauerreservisten sagen würde.
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