Die Bayern dominierten von Beginn an ihre Partie gegen den ägyptischen Vertreter Al Ahli. Dennoch dauerte es eine gute Viertelstunde bis zur ersten guten Chance und der Ball zappelte sofort im Netz. Serge Gnabry mit dem guten Auge für den noch besser postierten Robert Lewandowski. Der Weltfußballer ließ sich nicht lange bitten und verwandelte gewohnt souverän aus sieben Metern zur 1:0-Führung (17.).
Die Bayern versuchten nachzulegen. Die nächste gute Gelegenheit vergab Marc Roca, der aus aussichtsreicher Position nur denkbar knapp verzog (24.). Nur drei Minuten später war es wieder der Spanier, doch Al-Ahly-Schlussmann Mohamed Al-Shenawi parierte (27.). Eine weitere gute Gelegenheit die Führung noch vor der Pause auszubauen vergab Lewandowski, der aus kürzester Distanz per Heber an Al-Shenawi scheiterte (37.). Doch die finale Gelegenheit für dem Seitenwechsel vergab Alphonso Davies, der mit seinem schwächeren rechten Fuß nur knapp verzog (40.).
Al Ahly begann die zweite Hälfte mit deutlich mehr Mut, ohne dabei die Bayern aber zu irgendeinem Zeitpunkt ernsthafter zu gefährden. Nach einer guten Stunde nahmen die Bayern einen Doppelwechsel vor, brachten Leroy Sané und Eric Maxim Choupo-Moting für Serge Gnabry und Thomas Müller. Mit den Wechseln übernahmen die Bayern auch nach und nach wieder die Initiative. Choupo-Moting vergab dann auch die erste Chance der Münchner im zweiten Durchgang, sein Kopfball aber zu unplatziert (70.).
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Die Bayern warteten weiter auf die Entscheidung, diese gab es dann Minuten vor dem Ende. Sané brachte den Ball von der linken Grundlinie perfekt auf den zweiten Pfosten auf den Kopf von Lewandowski, der aus kürzester Distanz den Ball nur noch über die Linie drücken musste (86.). In der vierminütigen Nachspielzeit passierte nichts mehr. Bayern gewann ungefährdet 2:0 und trifft im Finale am Donnerstag auf UANL Tigres, das im zweiten Halbfinale Palmeiras Sao Paulo mit 1:0 bezwang.

Die Stimmen:

Thomas Müller (FC Bayern München): "Es war sicherlich eine ungewohnte Situation, wieder vor Fans zu spielen. Wir haben unser Ziel erreicht und stehen im Finale. Jetzt haben wir uns die Chance erarbeitet, die Klub-WM zu gewinnen. Es war wirklich sehr freundschaftlich, sehr harmonisch. Al Ahly ist ein riesiger Klub, der FC Bayern Ägyptens, vielleicht sogar Nordafrikas. Dementsprechend sind wir froh, dass wir nichts haben anbrennen lassen. Wir haben es verpasst, das zweite Tor früher zu machen."
Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Wir sind unserer Favoritenrolle gerecht geworden und verdient ins Finale eingezogen. Die erste Halbzeit haben wir klar bestimmt, hätten da auch das eine oder andere Tor mehr machen können. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen, waren dann aber auch dominant. Es war eine konzentrierte Leistung meiner Mannschaft, von daher bin ich zufrieden. Ich habe das andere Halbfinale gesehen. Tigres ist eine sehr athletische Mannschaft, sie haben verdient das Finale erreicht. Da werden wir uns morgen drauf vorbereiten. Wir wollen den Titel holen. Wenn uns das gelingt, hat die Mannschaft eine überragende Saison mit dem sechsten Titel abgeschlossen. Auch in der herausragenden Vereinshistorie des FC Bayern wäre das ein außerordentlicher Erfolg."
Robert Lewandowski (FC Bayern München): "Wir sind sehr zufrieden, dass wir im Finale sind. Wir wollten Ballbesitz, hatten das Spiel unter Kontrolle, wollten aber früher das 2:0 machen. Das Finale wird ein großes Spiel. Ab morgen liegt unser Fokus auf Tigres. Es ist eine schöne Zeit für uns hier, wir wollen diesen Pokal und den sechsten Titel gewinnen. Eine WM ist immer etwas Besonderes. Wir sind bereit! Ich hoffe, dass wir im Finale noch besseren Fußball zeigen und nicht so viele Chancen benötigen."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Die ersten 30, 35 Minuten waren echt ok. Dann haben wir zu viele Fehler gemacht und mussten mehr laufen. Das war nicht nötig. Hinten raus haben wir den Ball laufen lassen, ohne Zug zum Tor und den Ballbesitz verwaltet. Al Ahly ist gut aus der Pause gekommen. Unterm Strich war es keine Glanzleistung, aber verdient."
Pitso Mosimane (Trainer Al Ahly): "Bayern ist die Nummer eins in Europa. Sie haben uns lange nicht den Ball gegeben. Wir hatten zu selten die Möglichkeit, unser Spiel aufzuziehen. Wir waren defensiv gut organisiert. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel um Platz drei."
Mohamed El Shenawy (Al Ahly): "Glückwunsch an Bayern. Es war ein tolles Spiel. Wir haben versucht, unsere Strategie umzusetzen. Ich glaube, wir haben ein gutes Bild abgegeben. Das Team hat gut gespielt. Wir haben gegen den europäischen Champions-League-Sieger gespielt. Daraus können wir viel lernen für die Zukunft."

Der Tweet zum Spiel:

In Berlin noch einen Elfmeter verschossen, bei der Klub-WM wieder voll im Kurs: Robert Lewandoski.

Das fiel auf: Marc Rocas bester Auftritt im Bayern-Trikot

Der Neuzugang von Espanol Barcelona erlebte bislang – wenn überhaupt – eher unglückliche Auftritte im Trikot der Münchner. Unter anderem verschoss er den entscheidenden Elfmeter im Pokal in Kiel. Doch heute zeigte Roca über weite Strecken, warum ihn die Bayern verpflichteten. Gutes Passspiel zeichneten ihn neben Joshua Kimmich in der Zentrale vor allem in der ersten Hälfte aus. Auch durch zwei Abschlüsse bewies Roca seine Torgefahr. Der gute Auftritt des 24-Jährigen Spaniers wurde auch in den sozialen Medien zur Kenntnis genommen.

Die Statistik: 7

Die Bayern gewannen die vergangenen sieben Partien auf neutralem Boden. Zwei Mal das DFB-Pokalfinale in Berlin (2019, 2020), drei Mal in Lissabon auf dem Weg zum CL-Titel 2020, das Supercupspiel 2020 in Budapest gegen Sevilla sowie das heutige Halbfinale der Klub-WM gegen Al Ahli in Doha. Noch ein weiterer Erfolg und die perfekte Saison mit sechs Titeln wäre perfekt.
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