Bayern-Trainer Hansi Flick veränderte seine Startformation im Vergleich zum Halbfinalsieg auf drei Positionen. Für den positiv auf Corona getesteten Thomas Müller, den aus privaten Gründen abgereisten Jérôme Boateng und Marc Roca rotierten Leroy Sané, Lucas Hernández und Niklas Süle in die Anfangself.
Die Bayern übernahmen nach fünf aufmüpfigen Anfangsminuten von Tigres die Spielkontrolle und durften nach 18 Minuten zum ersten Mal jubeln – wenn auch nur kurz.
Ein Flachschuss von Joshua Kimmich aus 23 Metern landete zunächst unhaltbar im linken Eck. Auf Anraten des VAR sah sich der Unparteiische auf dem Feld die Szene nochmal am Seitenrand an und entschied auf Abseits. Robert Lewandowski hatte Kimmichs Schuss aktiv durchgelassen und dadurch nach Auffasung des Referees aktiv ins Spielgeschehen eingegriffen – eine zumindest fragwürdige Entscheidung, da der Pole auch nicht wirklich im Sichtfeld von Torwart Nahuel Guzmán stand (18.).
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Ungeachtet dessen blieb die überlegene Flick-Elf am Drücker, agierte im Abschluss aber glücklos: Alphonso Davies entschied sich bei einem Münchener Konter für das Abspiel statt den freien Abschluss (24.), zehn Minuten später touchierte Sanés krachender Linksschuss nach einer schnell ausgeführten Ecke nur das Lattenkreuz (34.).
Nachdem Serge Gnabry zu Beginn des zweiten Durchgangs die Führung per Schlenzer noch knapp vepasste (51.), brach Benjamin Pavard nach einer Stunde den Bann für die Bayern.
Lewandowski scheiterte nach Flanke von Kimmich noch am herausfliegenden Guzmán, Pavard stand goldrichtig und staubte aus kurzer Distanz ins leere Tor ab. Nach dem Tor ging die Fahne umgehend hoch, wieder soll sich Lewandowski im Abseits befunden haben. Dieses Mal entschied der VAR jedoch zugunsten der Bayern und erkannte den Treffer nachträglich an - 1:0 für die Bayern (61.)!
In Schlussphase blieb die große Schlussoffensive von Tigres aus, vielmehr verpassten die Bayern mehrfach die Vorentscheidung. Ein Distanzschuss von Corentin Tolisso landete am Pfosten (81.), kurz darauf verhinderte Guzmán nach einem Missverständnis mit Verteidiger Carlos Salcedo das Eigentor (84.).
Der müde wirkende Underdog aus Mexiko konnte nicht mehr zulegen, sodass die Bayern letztlich ungefährdet den zweiten Klub-WM-Titel nach 2013 und den sechsten Titel innerhalb eines Jahres einfahren konnten.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Glückwunsch an meine Mannschaft, sie hat etwas Historisches geschafft mit dem sechsten Titel. Das ist auch für den erfolgreichen FC Bayern die beste Saison. In den letzten Tagen war viel Unruhe da, trotzdem hat sie herausragend gespielt. Wir sind alle sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Es ist herausragend, was sie geleistet hat."
Robert Lewandowski (Bayern München): "Das Sixpack ist etwas Besonderes, eine große Geschichte - nicht nur für Bayern München, für den ganzen Fußball. Wie wir gespielt haben, das bleibt lange, lange Zeit."
Joshua Kimmich (Bayern München): "Für Thomas (Müller, d.Red.) war es bitter, dass er nicht dabei war. Wir haben das Ding auch für ihn geholt und alle anderen, die bei uns nicht dabei sein konnten."

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 2

Der FC Bayern ist erst die zweite Mannschaft, die innerhalb eines Jahres sechs Titel gewinnen konnte. Zuvor gelang dies nur dem FC Barcelona unter Pep Guardiola in der Saison 2009/2010.

Das fiel auf: Gignac kein Faktor

Im Vorfeld der Partie wurde immer wieder vor Tigres-Angreifer André-Pierre Gignac gewarnt. Gegen die Bayern musste sich der Franzose die Bälle aber immer wieder tief abholen, da aus dem Mittelfeld kaum Unterstützung kam. Infolge dessen fehlte Gignac mit seiner Präsenz in vorderster Front. Tauchte der 35-Jährige dann doch einmal in Strafraumnähe auf, sah er an diesem Abend gegen den glänzend aufgelegten Niklas Süle keinen Stich. Seine gefährlichste Aktion verbuchte Gignac in den Schlussminuten mit einem verpassten Fallrückzieher.
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