Drei Dinge, die bei FC Bayern - Boca Juniors auffielen: Harry Kanes Traumabewältigung - Kingsley Coman glänzt
Update 21/06/2025 um 10:36 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München setzte sich in einem emotionalen Spiel mit 2:1 (1:0) gegen die Boca Juniors durch und steht dadurch im Achtelfinale. Der Sieg über die körperlich robusten Argentinier war hart erkämpft. Harry Kane bewies nach seinem unglücklichen Auftakt gegen Auckland City wieder seine Effektivität, zudem unterstrich ein Abschiedskandidat seinen Wert. Drei Dinge, die auffielen.
Kane schwärmt von Klub-WM: "Liebe das Turnier"
Quelle: Perform
Der FC Bayern München hat auch das zweite Vorrundenspiel der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. "Wir mussten heute viel arbeiten, aber der Job ist erledigt", sagte Trainer Vincent Kompany nach dem 2:1 über die Boca Juniors: "Wir stehen im Achtelfinale, und damit bin ich wirklich zufrieden."
Michael Olise hätte in der 8. Minute fast ein spektakuläres Tor erzielt, denn sein Eckball landete direkt im gegnerischen Tor. Nach Videobeweis wurde der Treffer allerdings aberkannt, weil Serge Gnabry Boca-Torwart Agustin Marchesin mit seinem ganzen Körper weggeblockt hatte.
Dafür sorgte Harry Kane in der 18. Minute für den Führungstreffer. In der zweiten Halbzeit hatte Boca eine stärkere Phase und wurde in der 66. Minute mit dem Ausgleichstreffer durch Miguel Merentiel belohnt. Olise gelang in der 84. Minute allerdings der Siegtreffer.
Überschattet wurde der Sieg von einer möglichen Verletzung von Jamal Musiala, der in der 57. Minute eingewechselt wurde, dann allerdings in der 82. Minute wieder aus dem Spiel genommen werden musste.
Drei Dinge, die bei FC Bayern - Boca Juniors auffielen.
1.) Kane lässt "Auckland-Trauma" hinter sich
Es war ein kurioser Auftakt in das Turnier, als der FC Bayern mit 10:0 gegen Auckland City gewann und ausgerechnet Harry Kane ohne Torbeteiligung blieb. "Wenn deine Mannschaft zehn Tore schießt und du als Stürmer selber kein Tor machst, ist das natürlich eine vergebene Chance. Aber so ist es nun einmal", gab er nach dem Spiel gegen Boca Juniors zu.
Umso größer die Erleichterung, dass er nun zurück zur Effektivität fand. Seine Bilanz gegen die Argentinier: ein Tor, eine Vorlage!
In der 18. Minute sorgte er für den Führungstreffer. Nach einer Flanke von Konrad Laimer landete der Ball über Umwege bei dem Engländer, der nach kurzer Mitnahme ins linke Eck traf. Zweifelsohne hatte er etwas Glück, dass ihm der Ball vor die Füße sprang. Aber "DAZN"-Experte Michael Ballack sagte völlig zurecht: "Ein guter Stürmer hat eben dort zu stehen, wo der Ball hinkommt."
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Traf gegen die Boca Juniors zum 1:0: Harry Kane
Fotocredit: Getty Images
Eine starke Übersicht bewies Kane bei seiner Vorarbeit für das 2:1, als er bei einem Durcheinander im Strafraum den Ball für Olise vorlegte. "Der Ball prallte im Strafraum ab, und dann landete er bei mir", erklärte Kane die Situation. "Natürlich war Michael da. Ich habe versucht, ihm den Ball auf seinen linken Fuß zu legen. Er ist ein großartiger Vollstrecker und hat gut abgeschlossen."
Insgesamt war er mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden: "Wir haben hier bei heißem Wetter und inmitten einer aggressiven Atmosphäre gespielt. Es war hart, aber ich fand die erste Halbzeit richtig gut. In der zweiten Halbzeit wurde es dann wirklich kritisch. Sie haben uns etwas unter Druck gesetzt und übernahmen das Momentum. Aber nachdem sie getroffen hatten, zogen wir das Spiel wieder auf unsere Seite."
2.) Spiele gegen Boca Juniors tun richtig weh
Wie schon im Vorfeld erwartet, war das Spiel gegen die Argentinier von Emotionen geprägt. Die Fans sorgten mit ihren Anfeuerungen von der ersten Minute an für eine euphorische Stimmung. Selbst FCB-Trainer Kompany schwärmte: "Die Atmosphäre war einfach unglaublich. Wenn man nicht hier ist, kann man es kaum nachvollziehen. Aber wenn man mittendrin ist, ist es ein Erlebnis, ein echtes Privileg."
Passend dazu legten die Argentinier hochmotiviert los, pressten hoch und gingen aggressiv in die Zweikämpfe. Dies stellte den FC Bayern in den ersten Minuten des Spiels vor Probleme. Leon Goretzka und Josip Stanisic leisteten sich frühe Ballverluste, die allerdings ohne Folgen blieben. "Es ist vielleicht eine andere Spielweise, die sie praktizieren. Das sind europäische Mannschaften so nicht gewohnt", sagte "SAT.1"-Experte Thomas Helmer.
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Zwischen dem FC Bayern und den Boca Juniors ging es zur Sache
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Boca hatte zwar nur 28 Prozent Ballbesitz, gewann dafür aber 53 Prozent der Zweikämpfe – und agierte mit körperlicher Härte. "Sie sind immer am Trikot, sind immer am ziehen", so Helmer. "Wenn du den Ball nicht sofort abspielst, sind sie sofort da - und es tut weh."
Die Emotionalität der Argentinier zeigte sich auch, wenn mehrere Spieler auf Schiedsrichter Alireza Faghani aus dem Iran einredeten. Konrad Laimer stellte fest: "Dass man gegen solche Vereine spielt, das ist einfach mal etwas Anderes. Da ist manchmal ein bisschen mehr Feuer drin, auch ein bisschen mehr Provokation von dem einen oder anderen."
3.) Coman unterstreicht seinen Wert
Die Krönung blieb für Kingsley Coman aus. In der 20. Minute vergab der Flügelspieler eine große Chance, als er die Vorlage von Serge Gnabry nicht per Grätsche ins leere Tor bekam. Doch auch ohne Torbeteiligung war Coman einer der auffälligsten Spieler. Er steuerte zwei Torschüsse und eine Torschussvorlage bei, gewann zudem 55 Prozent der Zweikämpfe.
Seine beste Szene des Spiels hatte er in der 31. Minute, als er außen an der Mittellinie nicht vom Ball zu trennen war, gefoult wurde, dennoch auf den Beinen blieb und eine Traum-Vorlage in den Lauf von Michael Olise spielte. Dieser ließ die 100-prozentige Torchance allerdings ungenutzt.
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Kingsley Coman betrieb gegen die Boca Juniors Werbung in eigener Sache
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Helmer lobte die Leistung von Coman. "Er ist sehr aktiv, versucht seine Schnelligkeit auszunutzen, ist sehr quirlig." Der Franzose galt zuletzt als potenzieller Abschiedskandidat, stellte allerdings kürzlich klar, in München bleiben zu wollen.
Helmer hat Verständnis für die Situation von Coman: "Es ist immer schwierig für einen Spieler, wenn man sich immer wieder verletzt, immer wieder einen neuen Anlauf nimmt. Dann spielst du wieder eine Zeit lang, verletzt dich wieder. Es ist schon bewundernswert, dass er immer wieder den Ehrgeiz und Biss hat. Und so wie er hier auftritt – alle Achtung."
Dass Coman auch effektiv sein kann, hatte er beim Auftakt gegen Auckland mit zwei Toren und einer Vorlage bewiesen.
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