Drei Dinge, die bei Borussia Dortmund gegen Fluminense auffielen: Brasilianer fußballerisch besser, doch Bellingham macht Hoffnung

Borussia Dortmund ist mit einem 0:0 gegen den brasilianischen Verein Fluminense in die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gestartet - und war mit diesem Ergebnis noch gut bedient. Eine ordentliche Phase hatte der BVB nach der Einwechslung von Neuzugang Jobe Bellingham. Der beste Dortmunder stand allerdings im Tor. Drei Dinge, die beim Dortmunder Auftakt im MetLife Stadium in New York auffielen.

Kovac kritisiert WM-Rasen: "Zu weich, nicht wie in Europa"

Quelle: Perform

Borussia Dortmund kam im ersten Gruppenspiel der FIFA-Klub-WM gegen Fluminense Rio de Janeiro nicht über ein 0:0 hinaus.
"Es war sehr deutlich, dass das heute nicht gut gelaufen ist", sagte Innenverteidiger Niklas Süle bei "DAZN" und fügte hinzu: "Wir waren gerade mit dem Ball sehr, sehr schwach." Trainer Niko Kovac äußerte sich weniger kritisch: "Es war sicherlich nicht das beste Spiel von uns, aber für das erste Spiel ist das in Ordnung." 
Der BVB konnte sich nur wenige Torgelegenheiten herausspielen. In der 1. Halbzeit leitete Karim Adeyemi die einzige echte Chance ein, als er den Ball scharf vor das Tor spielte und Serhou Guirassy nicht ganz an selbigen herankam. In der 2. Halbzeit hatte Dortmund etwas mehr Kontrolle, fand aber offensiv trotzdem kaum statt.  
Drei Dinge, die auffielen.
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Kovac zufrieden: "Mit dem Punkt können wir leben"

Quelle: Perform

1. Fluminense stellt BVB in den Schatten

Gregor Kobel fasste das Spielgeschehen treffend zusammen: "Ich glaube, sie (Fluminense) waren besser als wir heute. Sie waren ein bisschen frischer, ein bisschen aggressiver, ein bisschen besser in den Zweikämpfen und hatten die besseren Chancen. Von uns war das ausbaubedürftig." 
Bereits in den ersten Minuten war festzustellen, dass Fluminense ein schwieriger Gegner sein würde. Die Brasilianer pressten hoch und störten die Dortmunder im Spielaufbau. Im Spiel nach vorne agierten die Südamerikaner zielstrebiger. Speziell der rechte Flügelstürmer Jhon Arias - der kolumbianische Nationalspieler wurde zum Spieler der Partie gewählt - war mit seiner Schnelligkeit schwer zu stoppen und stellte seine Gegenspieler Daniel Svensson und Ramy Bensebaini vor Probleme.  
Das Torschussverhältnis von 14:8 sprach klar für Fluminense. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die Mannschaft aus Rio de Janeiro immer früh den Abschluss suchte – und Dortmund dies nicht verhinderte. "Wir müssten aggressiver nach vorne verteidigen, damit sie nicht zu den Torchancen kommen. Deren Torchancen waren meist Weitschüsse", sagte Robert Kovac, der Co-Trainer des BVB, in der Halbzeit.
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Gab sein Debüt: Jobe Bellingham

Fotocredit: SID

Zwar spielte der BVB mehr Pässe (589) als der Gegner (505) und hatte 54 Prozent Ballbesitz. Aber: Sie kamen dadurch kaum in die gefährlichen Räume. Während die Brasilianer den Ball gut laufen ließen, das Tempo verlagerten und selbst auf engen Räumen spielerische Lösungen fanden, lief der BVB vielfach hinterher – und kam oftmals nicht in die Zweikämpfe.  
Und was tat Dortmund im Spiel nach vorne? Wenn sie gefährlich wurden, geschah dies meist über die Außenseiten – allerdings zu selten. "Wir hatten Ansätze gesehen, wir haben diese nur nicht richtig zu Ende gespielt", sagte Trainer Niko Kovac. "Unseren Matchplan haben wir nur zum Teil erfüllt, gerade in der Vorwärtsbewegung muss man viel mehr hinter die Kette kommen. Das haben wir nur punktuell gemacht." 
Kurzum: Der BVB agierte insgesamt zu träge. Kobel suchte nach Erklärungen für den schwachen Auftritt: "Es war das erste Spiel des Turniers, vielleicht noch ein bisschen Jetlag, vielleicht noch ein bisschen ankommen. 12 Uhr war eine ungewohnte Zeit. Aber Ausreden wollen wir auch nicht machen. Am Ende war es zu wenig von uns, aber mit dem 0:0 können wir gut leben."  

2. Jobe macht Lust auf mehr

Obwohl die 1. Halbzeit von Borussia Dortmund fußballerische Magerkost war, nahm Trainer Niko Kovac zur Pause keine Auswechslungen vor. Erst in der 58. Minute sah er die Dringlichkeit für Veränderungen gekommen. Der BVB-Debütant Jobe Bellingham sowie Felix Nmecha kamen für Pascal Groß und Adeyemi ins Spiel.  
Bellingham war die Motivation anzusehen. Gleich in seinem ersten Zweikampf streckte er Gegenspieler Agustin Canobbio nieder. Das Wichtigste aber war: Durch Nmecha und Bellingham gewann Dortmund die Spielkontrolle. Dies lag vorwiegend an Nmecha, der sich gut im Zentrum bewegte, für seine Mitspieler jederzeit anspielbar war und die Bälle gut weiterleitete.  
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Jobe Bellingham im Spiel gegen Fluminense bei der Klub-WM

Fotocredit: Getty Images

Auch Bellingham fand sich gut in das Spiel ein. Zwar hatte er in der Offensive keine entscheidenden Aktionen, doch er zeigte am Ball ein gutes Durchsetzungsvermögen, setzte sich einmal sogar gegen zwei Gegenspieler durch. Zudem forderte er immer wieder den Ball und war mit einer Passquote von 93 Prozent passsicher.  
Dass teilweise die Anbindung zum Spiel fehlte, ist aufgrund der kurzen Eingewöhnungszeit nicht überraschend. Sein erstes Mannschaftstraining absolvierte er vor exakt einer Woche.  

3. Kobel der beste Dortmunder 

Die Spieler des BVB wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Sämtliche Akteure rannten auf Kobel zu, als er mit einer starken Doppelaktion seine Mannschaft im Spiel hielt. Erst parierte er in der 69. Minute infolge einer Ecke einen abgefälschten Distanzschuss von Everaldo, dann klärte er sogar den Nachschuss von Nonato. Dass Letzterer im Abseits stand, sodass der potenzielle Treffer ohnehin nicht gezählt hatte, spielte da praktisch keine Rolle mehr.  
Kobel war der beste Dortmunder und der Hauptgrund für das Unentschieden. Die Leistung des Keepers war besonders beachtlich, weil er früh in der 2. Halbzeit mit dem gegnerischen Stürmer Everaldo zusammenstieß. Kobel musste behandelt werden. Es schien fast so, als könne er nicht weitermachen. Doch genau das tat er – und rettete schlussendlich seiner Mannschaft einen Punkt. 
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Gregor Kobel rettet den BVB

Fotocredit: Getty Images

 "Zum Glück konnte ich meinem Team mit ein paar guten Saves helfen, sodass wir die Null halten", sagte er. "Es war extrem wichtig, dass wir wenigstens ein Unentschieden mitnehmen – auch mit dieser Performance." Er meinte: Mit dieser schwachen Performance!

 
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