FC Bayern sieht bei Klub-WM nach Niederlage gegen Benfica nur Positives - Münchner vor schwerem Weg in K.o.-Phase
Update 25/06/2025 um 18:41 GMT+2 Uhr
In der Hitzeschlacht von Charlotte verspielt der FC Bayern bei der Klub-Weltmeisterschaft durch das 0:1 gegen Benfica Lissabon noch den Gruppensieg. Nun geht es im Achtelfinale gegen Flamengo - und nicht gegen Chelsea. Dieser Weg wird kein leichter sein, eine Runde später könnte Paris Saint-Germain warten. Kurioserweise wollen die Bayern aber partout nur das Positive an der Niederlage sehen.
Müller offen für MLS-Job: "Möglichkeit besteht"
Quelle: Perform
Sie haben gefroren. In der Kabine. Die Spieler, die das Glück hatten, um 15 Uhr Ortszeit zur ersten Hälfte der Hitzeschlacht von Charlotte nicht rausgemusst zu haben in den Glutofen namens Bank of America Stadium.
Okay, die exakte Temperatur in der Kabine ist nicht überliefert. Lediglich, dass die Bayern-Profis die ersten 45 Minuten in den klimatisierten Katakomben verbringen durften und nicht auf der Ersatzbank schmoren mussten, als wären sie Brathähnchen im Backofen.
Womöglich - und das würde niemand so äußern - hat es die von den Klimaanlagen runtergekühlten Münchner auch ein wenig gefröstelt ob der schwachen, wenig inspirierten und nicht im Ansatz griffigen Leistung ihrer schwitzenden Kollegen gegen Benfica Lissabon.
Durch das 0:1 war das Kind schon in der Pause in den Brunnen gefallen. Die erste Reihe der Bayern mit Harry Kane, Joshua Kimmich und Michael Olise, eingewechselt zur 46. Minute, musste die Kohlen aus dem Feuer holen - gelang aber nicht.
Bayern brutzeln in der Sonne
Doch der Faktor Hitze mit den Temperaturen von um die 36 Grad, die sich in der prallen Nachmittagssonne viel krasser anfühlten, wollten die Bayern nicht als Grund für die überraschende Niederlage gegen den portugiesischen Vizemeister anfügen.
"Es war brutal heiß, lag aber auf keinen Fall an der Hitze, denn grundsätzlich hatten alle die gleichen Bedingungen", sagte Kapitän Manuel Neuer und fügte an: "Deshalb wollen wir das auch nicht als Ausrede gelten lassen. Dass wir in der ersten Halbzeit nicht die Intensität auf den Platz gebracht haben wie dann in der zweiten, war unser Fehler. Wir waren einfach nicht ganz da. Es war eher mau."
Der andere Routinier Thomas Müller (35) meinte auf seine ganz besondere Art: "Es war ja möglich, eine schlechte erste und eine gute zweite Halbzeit zu spielen, da war es genauso heiß. Und da haben wir trotzdem kein Tor geschossen. Das mit der Hitze lasse ich nicht durchgehen. Wir sind alle Vollprofis, die genau dafür ausgebildet werden, dass wir bei allen Bedingungen klarkommen. Der Gegner hat dieselben Probleme gehabt."
Mit Kühlwesten und Kühlpads gegen die Hitze
Bei den beiden Trinkpausen in der Mitte der jeweiligen Halbzeiten, beim Turnier "Cooling Break" genannt, setzten sich die Bayern-Profis auf die Sitze der Ersatzbank, bekamen nass-kalte Handtücher mit Eisbeuteln für Gesicht und Nacken, dazu Kühlwesten und Kühlpads für die Handgelenke, um den Puls runterzubringen.
"Es gab wenig Schatten im Stadion, um sich mal unterzustellen", so Neuer, "mehr kannst du jetzt auch nicht machen." Der 39-Jährige eilte einmal sogar aus seinem Strafraum, um Schiedsrichter Francois Letexier seine Trinkflasche zu bringen. Und der ist drei Jahre jünger.
Und der stumpfe Hybridrasen - ein Nachteil für die Bayern, die das Spiel gestaltet haben? "Beim Passspiel ist es eigentlich ganz okay", meinte Neuer, "aber wenn man den Ball droppen lässt, springt er nicht mehr hoch. So wie wenn ich jetzt meine Badelatschen runterfallen lasse, dann kommen sie nicht mehr zurück." Und Adiletten kann man gut gebrauchen in Miami.
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Harry Kane und Co. waren gegen Benfica glücklos vor dem Tor
Fotocredit: Getty Images
Der Rückblick auf Charlotte, ist es wirklich ein Blick zurück im Zorn? Auf eine Niederlage, die man in einem Turnier wie der Klub-WM im Grunde ganz gut verkraften kann?
Kurzer Perspektivwechsel: Benfica freute sich über den 1:0-Erfolg gegen die Bayern deshalb so sehr, weil es im 14. (!) direkten Duell ihr erster Sieg war, zuvor hatten die Münchner in der Europapokal-Historie zehnmal gewonnen, dreimal Remis gespielt.
Müller interessiert die Niederlage nicht
Benfica ist überraschend Gruppensieger geworden, die Bayern nur Zweiter. Ein Makel oder ein gern genommener Wermutstropfen in der Hitze von North Carolina?
"Solche Tage gibts", meinte Neuer nach Abpfiff in den Katakomben des Football-Stadions der Carolina Panthers, während Thomas Müller sagte: "Die Niederlage juckt mich jetzt schon gar nicht mehr so."
Er schränkte ein: "Das hört sich so belanglos an. Aber was hat das jetzt für Konsequenzen? Dass wir gegen einen anderen Gegner spielen und auch gegen den gewinnen müssen, um weiterzukommen."
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Flamengo-Star Jorginho mit Kampfansage: "Bayern hat Schwächen"
Quelle: Perform
Richtig, am Wochenende beginnt die K.o.-Phase der Klub-WM. Für die Bayern geht es nun im Achtelfinale nicht gegen den FC Chelsea, sondern gegen den Ersten der Gruppe D, den brasilianischen Traditionsklub Flamengo Rio de Janeiro, der die Briten in der Vorrunde 3:1 besiegt hatte.
Aber was ist wohl schwieriger? Ansichtssache. Fest steht: Auch der neue Weg wird kein leichter sein. Den Gruppensieg haben die Bayern aus der Hand gegeben. Im Viertelfinale droht nun Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain. Falls die Franzosen zuvor Messi-Klub Inter Miami eliminieren.
Kimmich fand die kritischsten Worte
Intern hatten die Bayern-Verantwortlichen auf die Route mit einem erneuten Trip ins nun bekannte Stadion nach Charlotte gesetzt. Zum Achtelfinale am Samstag und dann via Philadelphia (Viertelfinale) mit kurzer Anreise nach New York (Halbfinale und Finale).
Nun müssen sie den anderen Weg via Miami und Atlanta nehmen. Aber auch die sportlich und logistisch etwas verzwicktere Route war planungstechnisch bereits in Vorbereitung.
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Joshua Kimmich (links) diskutiert mit Nicolás Otamendi (Mitte) und Schiedsrichter Francois Letexier (rechts)
Fotocredit: Getty Images
"Es ist nicht ideal, dass wir jetzt als Gruppenzweiter weitergehen", fand Vize-Kapitän Joshua Kimmich die kritischsten Worte, "es war ganz, ganz klar unser Ziel, Gruppensieger zu werden und das Ziel haben wir nicht erreicht."
Thomas Müller sieht es positiver: "In so einem Turnier geht es darum, die Gruppenphase zu überstehen und dann geht es in der K.o.-Runde neu los. Natürlich sind diese Win-or-Go-Home-Spiele immer kribbelig. Du sitzt immer auf gepackten Koffern. Das muss man auch mögen, aber das werden wir in den nächsten Wochen. Ich bin überzeugt, dass wir noch einige Zeit hier sind."
Kompany will den Schwung mitnehmen
Manuel Neuer zog ein "sehr positives" Fazit der Vorrunde (zwei Siege in drei Spielen), vor allem aufgrund der besseren zweiten Hälfte gegen Benfica.
Der Kapitän weiter: "Wenn wir so weiterspielen wie in der zweiten Halbzeit, dann wird es ein sehr gutes Turnier."
Wenn die Bayern zielsicherer werden und mit der Top-Elf antreten. "Wir waren dominant, hatten mehr Chancen, aber haben nicht gewonnen. Das darf uns in den nächsten Runden nicht mehr passieren", forderte Trainer Vincent Kompany, der in das Duell mit Flamengo "nichts Negatives", sondern "viel Schwung" mitnehmen möchte.
Ein Tag länger Pause als Vorteil?
Noch am Dienstagabend ging es per Charterflug zurück nach Orlando/Florida ins Team-Basecamp.
"Wir haben den Vorteil, dass wir einen Tag länger Pause haben", sagte Müller und meinte: "Wir spielen in Miami höchstwahrscheinlich in einer Top-Atmosphäre. Ich denke, dass das Stadion voll sein wird und dass da richtig was los ist. Und genau solche Fußballfeste wünschen wir uns eigentlich von dem Turnier."
Unterm Strich, so der Eindruck nach den Aussagen der Beteiligten, haben die Bayern genug Argumente zu ihrem Vorteil gemacht.
"Es ist selten, dass man nach einer Niederlage auch etwas Positives findet. Das nehme ich lieber mit", sagte Müller, der aus Erfahrung weiß: "Eine K.o.-Runde ist immer ein Spiel mit dem Feuer, aber das macht ja auch den Reiz aus."
So wird das Duell gegen die Brasilianer im schwül-heißen Miami zum Sonntagsbraten.
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Quelle: Perform
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