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WM 2018: Kroatien nach Elfmeter-Krimi gegen Dänemark im Viertelfinale

"Glückliches Drama": Kroatien bezwingt Dänemark im Elfer-Krimi

01/07/2018 um 22:45Aktualisiert 01/07/2018 um 23:49

WM 2018: Kroatien steht nach einem Elfmeter-Krimi gegen Dänemark im WM-Viertelfinale. Im Elfmeterschießen siegte Kroatien mit 3:2. Nach 90 Minuten und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden: Mathias Jörgensen brachte Dänemark in der ersten Minute in Führung, Mario Mandzukic (4.) glich fast postwendend aus. In der Verlängerung vergab Luka Modric einen Foulelfmeter gegen Kaspar Schmeichel (116.).

So lief das Spiel:

Die Partie erlebte einen Blitzstart: Nach vier Minuten verbuchten beide Mannschaften bereits einen Treffer. Zunächst traf Mathias Jörgensen für die Dänen in der 1. Spielminute nach langem Einwurf durch Jonas Knudsen in den Sechzehner.

Die Freude über die Führung währte jedoch keine drei Minuten. Auf der Gegenseite bekam Mario Mandzukic nach einem verunglückten Klärungsversuch die Kugel vor die Füße und vollstreckte mustergültig aus sechs Metern - der 1:1-Ausgleich.

In der Folge übernahm der Favorit aus Kroatien die Spielkontrolle, kam vor allem über schnelle Durchbrüche über die Flügel gefährlich ins Angriffsdrittel. Doch die ganz großen Torchancen erspielte sich die Mannschaft von Zlatko Dalic nicht mehr.

Kroatien - Dänemark

Kroatien - DänemarkGetty Images

Ein Abschluss von Ivan Perisic (28.), ein verpasster Kopfball durch Dejan Lovren nach Freistoß von Luka Modric (39.) sowie ein Flachschuss durch Ivan Rakitic (44.) blieben die nennenswertesten Torraumszenen.

Dänemark agierte mit zunehmender Spieldauer aktiver, störte früher und trug zu einer offenen, ausgeglichenen Partie mit hoher Intensität bei. Die beste Szene der Dänen verzeichnete Christian Eriksen mit einem Chip-Ball, der sich an das Lattenkreuz senkte (42.).

Die zweite Hälfte verlief gemächlicher und verlor einiges an Tempo der ersten 45 Minuten. Dänemark bekam mehr Spielkontrolle, Kroatien fand kaum mehr Lösungen gegen den guten gegnerischen Defensivblock.

Entsprechend verbuchte das Team von Age Hareide offensiv die besseren Aktionen, ohne aber wirkliche Torgefahr zu erzeugen. Erst in der Schlussphase ergaben sich auf beiden Seiten vielversprechende Szenen, Rakitic für die Kroaten sowie Martin Braithwaite verpassten mit Abschlüssen nur knapp das Tor.

Kasper Schmeichel

Kasper Schmeichel Getty Images

Die Verlängerung war die Konsequenz. Dänemark hinterließ in der Extra-Spielzeit den besseren, da aktiveren Eindruck, Kroatien setzte sein statisches Spiel ohne Ideen in der Offensive fort. Großen Unterhaltungswert bot die Begegnung weiterhin nicht.

Und trotzdem hätte Modric die Partie in der 116. Minute wohl entscheiden können: Nach Foul von Jörgensen an Ante Rebic trat der Mittelfeldspieler von Real Madrid zum Elfmeter an - und vergab mit einem schwachen Schuss in die rechte Ecke gegen Kasper Schmeichel.

Folglich musste das Elfmeterschießen die Entscheidung über den Viertelfinal-Einzug bringen. Dort setzte sich Kroatien letztendlich mit 3:2 gegen Dänemark durch, Rakitic verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Die Stimmen:

Zlatko Dalic (Trainer Kroatien): "Das war ein glückliches Drama, aber wir hatten es auch verdient. Es war ein schwieriges Spiel, ein großartiger Kampf. Wir sind wieder zurückgekommen. Jetzt wartet Russland auf uns. Wir sind nicht nur wegen der Vorrunde hierhergekommen."

Simon Kjaer (Dänemark): "Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Es ist schwer heute. Es ist alles ein bisschen scheiße. Wir haben so viel hineingesteckt und nichts daraus gemacht."

Age Hareide (Trainer Dänemark): "Wenn man zum Elfmeterschießen muss, normalerweise sind unsere drei besten Schützen angetreten, aber sie haben nicht getroffen. Es tut mir für das ganze Team leid, aber so brutal ist Fußball."

Das fiel auf: Fehlschuss-Festival

Mit dem zusätzlichen Strafstoß aus der Verlängerung und den zehn Elfmetern aus dem Elfmeterschießen kam es zu insgesamt elf Duellen zwischen Spielern und Torhütern vom Punkt in dieser Begegnung. Bemerkenswert: Sechsmal setzte sich der Keeper durch.

Schmeichel aufseiten der Dänen und Danijel Subašić bei Kroatien wehrten jeweils drei Elfmeter ab - mit dem Unterschied, dass Subašić einen mehr im Elfmeterschießen hielt. Allerdings war die Qualität der Versuche nicht besonders hoch. Gleich drei Dänen vergaben mit Eriksen, Lasse Schöne und Nicolai Jörgensen. Bei den Kroaten scheiterten Milan Badelj und Josip Pivarić vom Punkt. Auch Modric trat erneut an, verwandelte allerdings dieses Mal.

Der Tweet zum Spiel:

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Die Statistik: 2

Für Kroatien ist es der zweite Einzug ins Viertelfinale der WM-Geschichte. Zuletzt gelang der Sprung in die Runde der letzten Acht 1998 - damals beendete Kroatien das Turnier gar als WM-Dritter.

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