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"Frisches Geld" für die Klubs? Coronakrise könnte Financial Fairplay gefährden

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Sergio Agüero (l.) und Marquinhos (r.)

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
31/03/2020 Am 14:49 | Update 31/03/2020 Am 14:49

Not macht erfinderisch: Der europäische Klubfußball diskutiert wegen der Coronakrise über eine Aussetzung des Financial Fairplay. Das könnte weitreichende Folgen haben - nicht nur positive. Daher forderte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview klare Regeln, um beispielweise unkontrollierte Finanzspritzen von Geldgebern zu verhindern.

Uli Hoeneß träumt noch von einer neuen Fußball-Romantik, da nesteln andere schon an der Büchse der Pandora. Die beinahe täglich zunehmende finanzielle Not in der Coronakrise hat den europäischen Klubfußball erfinderisch gemacht - und eine Debatte über die Aufhebung der strengen Regeln des Financial Fairplay in Gang gesetzt.

"In der Tat wird in der ECA derzeit darüber diskutiert, ob in dieser Krise das Financial Fairplay ausgesetzt werden sollte", berichtete Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München in der "FAZ". Die ECA ist eine unabhängige Interessenvertretung der europäischen Klubs, Rummenigge war bis 2017 über neun Jahre ihr Chef und ist seither Ehrenvorsitzender.

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Der Bayern-Boss geht auch ins Detail. "Man müsste möglicherweise Investoren gestatten, dass sie frisches Geld in die Vereine bringen, um fürs Überleben der Klubs zu sorgen, damit sie Angestellte und Spieler zahlen könnten", sagte er über eine mögliche Lockerung der Regularien. Doch würde Klubs mit reichen Geldgebern wie Paris St. Germain oder Manchester City damit nicht Tür und Tor für mögliche Mauscheleien geöffnet?

Rummenigge will unkontrollierte Geldzuschüsse verhindern

Auch Rummenigge sieht wohl diese Gefahr, weshalb er klare Rahmenbedingungen für die Aussetzung bzw. Aufweichung fordert, um unkontrollierte Kapitalspritzen zu vermeiden. "Es darf nicht passieren, dass die Investoren dieser Klubs kommen, Equity injection betreiben und dann am Transfermarkt die Profiteure sind. Das fände ich unanständig", betonte er. Die zusätzlichen Gelder dürften nicht dazu führen, dass "am Ende am Transfermarkt von Schnäppchenpreisen profitiert werden könnte und dieser manipuliert würde".

Doch wie wäre dies zu verhindern, wenn die Büchse erst einmal geöffnet ist? Darüber grübelt die UEFA bereits seit Wochen. In einem ersten Schritt hat die Europäische Fußball-Union schon Mitte März die Frist für die Vereine um einen Monat bis 30. April verlängert, bis zu der sie nachzuweisen müssen, dass sie keine ausstehenden Zahlungen haben. Präsident Aleksander Ceferin nannte dies auf "SID"-Anfrage eine "erste Maßnahme" und "Reaktion auf die derzeitige Ausnahmesituation".

Diese Möglichkeit sehen die Regularien schon jetzt für Ereignisse von "höherer Gewalt" vor. Gemäß diesem Prinzip, sagte Ceferin, würde "jedes außerordentliche Ereignis oder jeder außerhalb der Kontrolle des Klubs liegende Umstand, der als Fall höherer Gewalt gilt, bei der Beurteilung des Klubs von Fall zu Fall berücksichtigt". Mehr, also Konkretes zu dem von Rummenigge entworfenen Szenario, gebe es aktuell nicht zu sagen.

Manchester City kann nicht auf Lockerungen hoffen

Offen ist, inwieweit die Krise die ohnehin vorgesehene Neugestaltung des Financial Fairplay beeinflusst. "Es ist zu früh zu sagen, wie es in Zukunft aussehen wird, aber wir werden es wahrscheinlich anpassen müssen", hatte Ceferin Anfang März am Rande des 44. UEFA-Kongresses in Amsterdam geäußert. Veränderungen seien aber "nicht sehr zeitnah" zu erwarten.

Die vagen Hoffnungen von Manchester City, im Falle seiner zweijährigen Europacup-Sperre von möglichen Lockerungen zu profitieren, dürften sich indes nicht erfüllen. Die "schwerwiegenden Verstöße", deretwegen der englische Meister von der UEFA bestraft wurde, ereigneten sich zwischen 2012 und 2016. Damals konnte von "höherer Gewalt" noch nicht die Rede sein.

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(SID)

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