#Grenzgänger - diese Ex-Bundesligisten wurden Meister: Von Huth über Trapp und Khedira bis Gomez

Leicester City, Besiktas Istanbul, Paris Saint-Germain, FC Barcelona oder Juventus Turin. All diese Teams haben eines gemeinsam: sie gewannen die Meisterschaft 2016 in ihren Ligen. Besonders bemerkenswert ist, dass in jedem dieser Teams Ex-Bundesligaspieler unter Vertrag stehen, die sich jetzt mit den begehrten Titeln schmücken dürfen. Eurosport.de präsentiert die Meisterelf der #Grenzgänger.

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Tor:

Kevin Trapp (Paris Saint-Germain): War über die komplette Spielzeit sowohl in der Ligue 1 als auch in der Champions League der starke Rückhalt einer Pariser Mannschaft, die schlicht zu gut für den Rest der französischen Liga war. 19 Gegentore kassierte Trapp in 35 Liga-Spielen für PSG, in zehn Champions-League-Partien musste er gerade einmal sechs Mal hinter sich greifen. Auch dank seiner Qualität standen die Hauptstädter bereits acht Spieltage vor Schluss als Meister fest.

Abwehr:

Andreas Beck (Besiktas Istanbul): Oft wird über Mario Gomez geschrieben, wenn es um deutsche Legionäre in der türkischen Süper Lig geht. Doch der Ex-Hoffenheimer und ehemalige deutsche Nationalspieler hat ebenfalls einen erheblichen Beitrag zum ersten Besiktas-Meistertitel seit sieben Jahren geleistet. Der Rechtsverteidiger gilt dort als Stammkraft in der Viererkette, stand in 31 Spielen auf dem Feld und machte 30 davon über 90 Minuten. Auch wenn er mit nur einem Assist und keinem eigenen Treffer nicht mehr ganz so viel Offensivstärke versprüht, in der Defensive war stets Verlass auf den mittlerweile 29-jährigen Blondschopf.
Robert Huth (Leicester City): Eigentlich immer noch nicht zu glauben: Der oftmals leicht belächelte Innenverteidiger und Ex-Nationalspieler ist englischer Meister. Robert Huth ist Abwehrchef bei den "Foxes" und räumte mit seiner robusten Art Stürmer jeden Kalibers aus dem Weg - und da kommt in der Premier League schon einiges auf die Abwehrreihen zu. Wäre der 1,91-Meter-Hühne nicht in drei Spielen der Saison gesperrt gewesen, hätte er vermutlich keine einzige Minute der Saison verpasst. Diese Konstanz ist schlicht und einfach beeindruckend.
Andrea Barzagli (Juventus Turin): 35 Jahre hat der Ex-Wolfsburger mittlerweile auf dem Buckel, dennoch ist er Stamminnenverteidiger der "Alten Dame" und feiert seinen insgesamt fünften Scudetto. Neben diesem Titel ist er übrigens Weltmeister 2006, deutscher Meister 2009, italienischer Pokalsieger 2015 und dreimaliger italienischer Superpokalsieger (2013, 2014, 2016). Mit der Vita kann er nicht viel falsch gemacht haben in seiner Karriere. Hut ab!
Christian Fuchs (Leicester City): Vor der Saison gelang dem Ex-Budesligaspieler ein echter Transfercoup. Vom Schalker Abstellgleis direkt auf den Premier-League-Thron und damit in die Champions League. Für den mittlerweile 30-jährigen Österreicher ist es der schönste weil bislang einzige Titel seiner Laufbahn. Dass er diesen ausgerechnet mit Leicester City feiern würde, davon hätte er wohl vor seinem Wechsel zum zuvor abstiegsbedrohten Klub nicht zu träumen gewagt. Aber: Es ist wahr. Christian Fuchs gewinnt als Stammspieler von Leicester City die Premier League und spielt nächstes Jahr mit der Weltelite in der "Königsklasse" um den Henkel-Pott.

Mittelfeld:

Sami Khedira (Juventus Turin): In erster Linie war die Saison des Ex-Stuttgarters wieder einmal von Verletzungen geprägt. Zu Beginn fehlte er sechs Spiele wegen eines Muskelfaserrisses, Mitte der Saison dann drei Spiele wegen Oberschenkelproblemen und zwei Spiele wegen einer Adduktorenverletzung. Hinzu kommen zwei Spiele Rot-Sperre und zuletzt ein Muskelriss in der Wade, der ihn die letzten beiden Saisonspiele kostete. Wenn Khedira fit war, dann stand er allerdings meist auf dem Feld und war Strippenzieher im Mittelfeld. Seine Qualitäten sind unumstritten: 20 Saisonspiele, fünf Tore und vier Assists - nicht übel. Wenn er rechtzeitig fit ist und vor allem auch bleibt, dann wird er im Mittelfeld der DFB-Elf bei der Europameisterschaft eine ähnlich wichtige Rolle wie im Verein einnehmen.
Ivan Rakitic (FC Barcelona): Was mit Schalke nicht klappt, funktioniert mit dem FC Barcelona – und das jetzt schon zum zweiten Mal in Folge: Titel gewinnen. Ivan Rakitic ist Stammkraft im Mittelfeld der Katalanen und sowohl national als auch international unverzichtbar für das Team um die Superstars Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar. Sieben Tore und zwei Assists in der Liga, zwei und zwei in der Champions League stehen für den Kroaten zu Buche. Zusammen mit Luka Modric bildet er bei der kommenden EM in Frankreich wohl eine der besten Mittelfeldachsen des Turniers.
Gökhan Töre (Besiktas Istanbul): Der Ex-Hamburger blickt auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück. In der Liga verpasste er sieben Spiele wegen Verletzungen, schaffte es ab und an auch mal gar nicht erst in den Kader. Zu Saisonbeginn war er jedoch absolute Stammkraft und steuerte in den ersten sechs Saisonspielen ein Tor und fünf Assists bei. Am Ende kam er häufig von der Bank und wirbelte eher im Hintergrund. Seine Gesamtausbeute: vier Tore, sechs Assist, türkischer Meistertitel.

Sturm:

Mario Gomez (Besiktas Istanbul): Sein Wechsel vom AC Florenz in die Türkei hat sich mal richtig gelohnt. Einen Spieltag vor Ende der Saison liegt der Ex-Münchner mit 26 Toren sechs Treffer vor Samuel Eto'o (20) an der Spitze der Torjägerliste, feierte sein Comeback in der Nationalmannschaft und wird mit Besiktas türkischer Meister. Eine absolute Traumsaison, die ihn durchaus wieder auf die Zettel der ganz großen europäischen Klubs bringen dürfte. Folgt jetzt noch eine starke EM, wird sich Gomez erneut entscheiden müssen. Wohlfühloase oder neuer Versuch bei einem Topklub?
Mario Mandzukic (Juventus Turin): Mit zehn Saisontoren ist er zweiter in der internen Torjägerliste bei Juventus Trurni hinter dem Argentinier Paulo Dybala (19 Treffer). Keine schlechte Quote, wenn man berücksichtigt, dass der Kroate zehn Spiele verletzt aussetzen musste und im Gegensatz zu Dybala (6 Elfmetertore) keinen Treffer vom Punkt aus erzielte. Mandzukic feiert seine erste italienische Meisterschaft und schafft dieses Kunststück neben der Bundesliga (2 Titel) und der kroatischen Liga (3 Titel) nun schon in der dritten europäischen Liga.
Shinji Okazaki (Leicester City): Wie Kollege Fuchs, bewiesen auch Shinji Okazaki und sein Management ein glückliches Händchen bei der Vereinsauswahl im letzten Sommer. Sein Stern ging in Mainz auf, wo er (37 Tore) in der Saison 2014/15 seinen Landsmann und Namensvetter Shinji Kagawa (35 Bundesliga-Tore für Borussia Dortmund) als treffsichersten Japaner der Bundesliga-Geschichte ablöste und dann für gut elf Millionen Euro auf die Insel wechselte. In seiner Premieren-Saison war er hinter Jamie Vardy die klare Nummer zwei im Sturm der "Foxes" und erzielte in 36 Spielen fünf Tore. Viel wichtiger als seine persönlichen Statistiken: auch Shinji Okazaki darf sich englischer Meister nennen.
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