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Großer Mann der kleinen Töne: Servus, Schweini!

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Bastian Schweinsteiger im Trikot des FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonFlorian Bogner
09/10/2019 Am 06:35 | Update 09/10/2019 Am 07:14
@flopumuc

Bastian Schweinsteiger beendet mit 35 eine bewegte Karriere, die nicht immer geradlinig, aber stets zielstrebig verlief. Die Ikone des FC Bayern München wird als stilprägendes Element einer ganzen Dekade in die deutsche Fußballgeschichte eingehen - und hat künftig einen Platz neben Oliver Kahn verdient.

Vor kurzem hat ihn ein ganz Großer noch als "German Maschine" bezeichnet. Zlatan Ibrahimovic war's, beim Treffen in der MLS, dem Tummelplatz der Oldtimer, auf dem Schweinsteiger, 35, seine letzten drei Profi-Jahre abriss, teilweise sogar genoss.

Am Dienstag hat der Ergraute nun seine aktive Karriere beendet. "Jetzt erst?", mag sich mancher in Deutschland fragen; in den USA war der gebürtige Oberbayer doch arg aus dem Fokus der hiesigen Öffentlichkeit geraten.

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  • Schweinsteiger beendet seine Karriere

Die, die es besser mit ihm meinen, ließen am Dienstag vor allem eines erkennen: Dankbarkeit. So bekannte Bundestrainer Joachim Löw noch vor Schweinsteigers karriereendeverkündendem Instagram-Post, dass beim DFB immer ein Platz für den ehemaligen Spielführer frei sei.

Dessen 38 Einsätze bei insgesamt sechs WM- und EM-Endrunden toppt im Weltfußball keiner; im siegreichen WM-Finale 2014 bot Schweinsteiger vielleicht nicht sein bestes, aber definitiv symbolträchtigstes, weil leidenschaftlichstes seiner 121 Länderspiele.

Erste Krönung in Wembley

Beim FC Bayern war er da bereits vom Talent zum Hallodri, dem man "den Puderzucker aus dem Hintern klopfen" müsse (Uli Hoeneß), später zum Nationalspieler auf außen und final, auf Veranlassung des großen Jupp Heynckes, zum zentralen Element im Mittelfeld gereift - inklusive erster Krönung, ein Jahr vor Rio, im Champions-League-Finale von Wembley gegen den BVB.

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern)

Fotocredit: Eurosport

Als die schweigsamere Lahmsteiger-Hälfte war er gewiss stilprägender Teil einer ganzen Dekade für FCB und DFB. Er sprach nicht oft vor Mikrofonen, aber wenn, dann oft sehr klar und geradeaus; in der Allianz Arena lohnte es sich jedenfalls stets, bis zum Ende zu warten - Schweinsteiger kam ja meist als Letzter aus der Kabine.

Mit Lukas Podolski hatte er früh die Herzen der Nation erobert, da verzieh man ihm auch gerne ein Bad mit seiner "Cousine" im Whirlpool der Säbener Straße.

Rummenigge macht Schweinsteiger die Tür bei Bayern auf

Uli Hoeneß förderte und forderte seine "31" stets; beschützte sie, wo es nötig war, ließ andernorts aber auch wissen, dass der Nationalspieler Schweinsteiger nicht aus reiner Gutherzigkeit für Bayern spielte - sondern für jede Menge Scheine.

Davon dürfte Schweinsteiger, 35, nach 16 Profi-Jahren genügend verdient haben, um nicht ganz so "wehmütig" wie er schrieb in die Zukunft blicken zu müssen. Wenn sie schlau sind beim FC Bayern, machen sie bald ein Plätzchen frei für den von den Fans als "Fußballgott" Gefeierten. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte nach Bekanntwerden von Schweinsteigers Karriereende, dass diesem "die Türen beim FC Bayern immer offen" stünden.

So war das auch bei Oliver Kahn, der bei den Bayern inzwischen im Vorstand sitzt. Gut möglich, dass Schweinsteiger dem Titan irgendwann folgt, schließlich saß er ja früher schon neben Kahn in der Kabine...

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