Deutschland - Lettland - Drei Dinge, die beim DFB auffielen: Havertz, Hummels und Gosens glänzen

Die deutsche Nationalmannschaft hat das letzte Testspiel vor der EM gegen Lettland eindrucksvoll mit 7:1 (5:0) gewonnen. Am 15. Juni startet Deutschland ins Turnier gegen den großen Favoriten Frankreich in Gruppe F. Es gab viele Ausrufezeichen beim DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw am Montagabend in Düsseldorf, es bleibt aber auch ein Fragezeichen. Drei Dinge, die uns auffielen.

Ilkay Gündogan, Robin Gosens - Deutschland vs. Lettland

Fotocredit: Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich mit Spaßfußball und einem Kantersieg auf den Kracher-Start bei der EM gegen Frankreich eingestimmt. Acht Tage vor der Feuerprobe gegen den Weltmeister in München bezwang die Auswahl von Joachim Löw Außenseiter Lettland lässig mit 7:1 (5:0) - der schwache Fußball-Zwerg war in Düsseldorf aber nicht annähernd ein Prüfstein.
Robin Gosens (19.) und Ilkay Gündogan (21.) sorgten nach einigen vergebenen Chancen per Doppelschlag binnen 86 Sekunden für einen guten Start. Rückkehrer Müller (27.), ein Eigentor von Lettlands Torwart Roberts Ozols (39.) und Serge Gnabry (45.) erhöhten vor der Pause für die "Titeljäger", wie die schwarz-rot-goldene Choreografie die Nationalelf taufte.
In der von zahlreichen Wechseln geprägten zweiten Halbzeit traf Joker Timo Werner (50.), ehe ein Traumtor von Aleksejs Saveljevs (75.) Torwart Neuer das Jubiläum trübte. Der ebenfalls eingewechselte Leroy Sané (76.) sorgte für den Endstand.
Drei Dinge, die uns auffielen.

1. Viele Ausrufe- und ein Fragezeichen

Es war so angedacht und es lief genau nach Plan. Der Wellness-Abend für das DFB-Team gegen ein schwaches Lettland war Balsam für die DFB-Seele vor dem EM-Auftakt am 15. Juni gegen Frankreich.
In das Duell gegen einen Mitfavoriten des Turniers geht Deutschland nun mit ordentlich Selbstvertrauen im Tank. Ballbesitz sollten sie haben (am Ende 74 Prozent), Chancen sollten sie haben (Torversuche: 33) und treffen natürlich auch.
Auftrag mit Bravour erledigt - wertvoll für das Team an sich sowie jeden Spieler individuell. Wo die Stärken der deutschen Mannschaft liegen, wurde im System mit Fünfer- beziehungsweise Dreierkette schnell klar. "Wir wollen schwungvollen, leidenschaftlichen Fußball zeigen", erklärte Thomas Müller bei "RTL".
Die Offensive ist variabel, gefährlich und unberechenbar: Gefüttert von Toni Kroos und Ilkay Gündogan und bedient von den sehr hoch stehenden Außenverteidigern Joshua Kimmich und Robin Gosens, erscheint die Offensive mit Thomas Müller, Serge Gnabry und Kai Havertz in dieser Kombination schlicht zum Niederknien. Leroy Sané und Timo Werner fügten sich da im zweiten Abschnitt nahtlos ein.
Gegen Lettland konnten sie nahezu ungestört variieren und kombinieren, sich austoben und abschließen. Tiefe Läufe wurden ebenso gezeigt wie Dribblings und geordneter Spielaufbau. "Wir haben viele gute Dinge gemacht. Wir haben gutes Tempo, gute Laufwege und gute Pressingsituationen gehabt", bilanzierte Löw und lobte auch die Effektivität: "Da waren wir konsequenter als zuletzt."
Es waren eine Menge Ausrufezeichen, die das DFB-Team hinter seine Aktionen setzte. Sinnbildlich dafür stand Havertz, der nach seinem Siegtor im Champions-League-Finale definitiv ein Formhoch erlebt.
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Thomas Muller gegen Lettland

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Eine spannende Frage bleibt allerdings. Denn Lettland ist bekanntlich nicht Frankreich. Oder Portugal. Oder Ungarn. "In der Defensive muss jede Position perfekt besetzt sein", betonte Müller.
Vor allem beim Spiel gegen Frankreich ist sofort Körperlichkeit gefragt, Robustheit im Mittelfeld, garantiert auch ein echter Sechser für Umschaltmomente, wenn Kylian Mbappé, Antoine Griezmann, Kingsley Coman oder Karim Benzema Anlauf nehmen. Kroos und Gündogan, die gegen Lettland von Beginn an spielten, fallen nicht in diese Kategorie.
Bleibt Löw trotzdem bei dieser Auswahl oder rückt Kimmich wieder ins Zentrum? Löw ließ zumindest durchblicken, dass er die Startelf selbstverständlich nicht "einfach so" aufgestellt habe. Er scheint bereit, das Risiko ohne echten Sechser einzugehen und setzt auf die Kompaktheit in der Defensivbewegung: "Konsequenz in allen Bereichen, das ist das, was wir brauchen."

2. Gosens ist geil

Die Position des Linksverteidigers war eine, um die die Gedanken von Löw sehr oft kreisten. Die schnelle Einbürgerung von Borna Sosa (VfB Stuttgart), der dann aber doch nicht spielberechtigt war, ist nur ein Beleg dafür. Spätestens jetzt hat sich jedoch gezeigt, dass jegliche Sorgen unbegründet waren. Denn mit Robin Gosens von Atalanta Bergamo ist die linke Seite hervorragend besetzt.
Nach einer herausragenden Saison in der Serie A scheint sich Gosens mit dem Adler auf dem Trikot noch ein Stück weiterentwickelt zu haben. Er bringt alles mit, was sich Löw nur wünschen kann: Zug zum Tor, Mut und Unbekümmertheit.
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Ilkay Gündogan, Robin Gosens - Deutschland vs. Lettland

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Noch dazu ist er zweikampfstark und hat eine angenehme Präzision in seinem Spiel. "Für mich war es ein perfekter Abend: Meine Familie war da, ich hab 'ne Hütte geknipst, da ist mir einer abgegangen", erklärte der Führungstorschütze.
Gosens ist ein belebendes Element im DFB-System, das lange auf der linken Seite fehlte. Kurzum: Gosens ist geil! Die Leistung gegen Lettland hat seine Position als Stammspieler nur noch gefestigt.

3. Ein Hummels-Pass zum Heiraten

Kurz vor dem Seitenwechsel gab es einen Moment zum Zunge schnalzen: Hummels überwand mit einem Außenrist-Pass zehn lettische Spieler, der Ball erreichte Gnabry im vollen Lauf perfekt. Der Abschluss zum 5:0-Pausenstand war für den Bayern-Stürmer nur noch Formsache.
Auch, aber natürlich nicht nur aufgrund dieses Passes, der "zum Heiraten" schön war, tut die Rückkehr von Hummels der deutschen Mannschaft gut. Er strahlt durch seine Erfahrung Sicherheit aus, im Spielaufbau hat er gegenüber Niklas Süle klare Vorteile. Ebenfalls wichtig: Seine Körpersprache ist positiv.
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Mats Hummels passt auf Serge Gnabry

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Das eint ihn und den anderen Rückkehrer, Thomas Müller, übrigens. Auch er geht in der Mannschaft voll auf. Die Entscheidung von Löw, nicht auf die beiden beim EM-Turnier zu verzichten, kann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch als pures Gold - oder besser: Silber - entpuppen. "Wir haben uns bis Mitte Juli freigehalten - es ist alles möglich", schmunzelte Müller. Das EM-Finale steigt am 11. Juli.
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Bierdusche für Baku und Co. - U21 feiert EM-Titel ausgelassen

Quelle: SID

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