Keeper-Karussell mit Courtois, Donnarumma, De Gea, Navas, Karius, Hart, Bravo, Cabellero, Trapp

Vor dem Auftakt zum Champions-League-Achtelfinale darf nahezu jede Top-Liga Europas über ihre Torhüter diskutieren. Wie auf dem Keeper-Karussell geht's zu. Gianluigi Donnarumma könnte Gianluigi Buffon nachfolgen oder zu Real Madrid wechseln, wo auch Thibaut Courtois und David De Gea gehandelt werden. Jürgen Klopp sucht im Sommer womöglich einen Keeper. Und Pep Guardiola denkt sich: Na Bravo…

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Wo er auftaucht, herrscht erhöhter Verkehrsbetrieb auf den Schnellstraßen dieser Transferwelt. Mino Raiola hat ein Image als berüchtigter Agent, und es macht nicht den Anschein, dass er bei seinem Klienten Gianluigi Donnarumma vom Gaspedal steigt.
Das Torhüter-Talent vom AC Milan ist 17, aber eigentlich kein Talent mehr, sondern ausgewachsener Klasse-Keeper - und schon so hochfliegend, dass sie ihm das Erbe des großen Gianluigi Buffon zutrauen. Der Methusalem (39) hat bei Juventus Turin bis 2018 verlängert, dann endet auch Donnarummas Kontrakt. "Wir müssen einfach sehen, wie sich Milan entwickelt", sagt Raiola der "Gazzetta dello Sport", dezent drohend.
Raiola weiß, wie er im Hochpreissegment zu handeln hat, Donnarummas Wert vergleicht er mit jenem von Amedeo Modigliani, einem berühmten italienischen Künstler. Angeblich will Turin bereits im Sommer intervenieren, damit sich Donnarumma in der Zwischenzeit nicht anderweitig orientiert.
Neben Juve werden der FC Chelsea und Manchester United gehandelt für den Fall, dass deren Torhüter Thibaut Courtois bzw. David De Gea zu Real Madrid abwandern. Reine Ironie, dass Donnarumma von den Marktschreiern ebenfalls als Interessensobjekt der "Königlichen" ausgerufen wird.

Dea Gea vs. Courtois um Real-Tor?

Courtois, De Gea, Donnarumma sind nur ein Teil des Keeper-Karussells, das sich in allen führenden europäischen Ligen dreht. In Madrid läuft das Gerippe zusammen. Und das anstehende Champions-League-Achtelfinale könnte als Schwungrad dienen.
Keylor Navas (30) ist nicht unumstritten als Reals Chef-Fänger, obwohl ihm Trainer Zinédine Zidane einen "guten Job" attestiert, beharrlich. "Hört auf, darüber zu reden, ich will nichts verändern", sagt er zu möglichen Einkäufen, "alles bloß Gerüchte. Wir haben mit Keylor, Kiko Casilla und Rubén Yáñez drei sehr gute Torhüter."
Naja, da sind sich die Kommentatoren halt nicht so sicher. Der "Telegraph" erweitert das Courtois-De Gea-Donnarumma-Trio zu einem Quartett, allerdings hat Hugo Lloris (30) bei Tottenham Hotspur bis 2022 verlängert.
Realistischere Anwärter sind Courtois (24, Vertrag bis 2019) und De Gea (26, 2019), beide mit Historie bei Real-Rivale Atlético. In der Causa De Gea verhinderte allein Dilettantismus, dass er 2015 in seine Heimat zurückkehrte - die Unterlagen trudelten zu spät ein, ein bürokratischer Fauxpas.
Was die Zukunft bringt? De Gea in der "AS", medialer Vollprofi:
Mit Courtois oder De Gea würde England zweifellos Weltklasse verlieren, die Premier League ist ja ohnehin nicht verwöhnt. Frag nach bei Jürgen Klopp, der Loris Karius (23) aus Mainz holte, um den wackligen Simon Mignolet (28) zu ersetzen. Klappte bislang eher so semi, Karius und Mignolet wechselten sich ab, fehlerfrei war keiner.

Hart, aber (nicht) fair

Mignolet ist bis 2021 an die "Reds" gebunden, allerdings meldet der "Mirror", dass sein Liverpooler Mindesthaltbarkeitsdatum bald ablaufen könnte. Unter Umständen landet Joe Hart (29) im Sommer an der Anfield Road, für den englischen Nationalkeeper wäre es ein Comeback auf der Insel, nachdem ihn Pep Guardiola bei Manchester City ausbootete. Das war 2016, und via "Daily Mail" grämte sich Hart:
Wen er wohl meinte? Hmm...
Hart ließ sich zum FC Turin verleihen, aus Mangel an Alternativen, für ihn kam Claudio Bravo für 18 Millionen Euro vom FC Barcelona. Erfahren (33, momentan 110 Länderspiele für Chile), erfolgsverwöhnt und fußballerisch stärker als Hart, also eine Verpflichtung ohne Risiken und Nebenwirkungen.
So der Plan. Er ging schief.
Bravo fremdelt mit der englischen Fußballkultur, er schaffte es nicht, sich ans Rohe und Raue zu anzupassen, seine Strafraumbeherrschung provozierte Stirnrunzeln. Legende Alan Shearer lästerte:
Zuletzt saß Bravo draußen, der 35-jährige Argentinier Willy Cabellero durfte ran und strahlte: "Darauf habe ich gewartet! Der Boss hat diese Entscheidung getroffen, ich versuche, jeden Tag zu genießen."
Besser wär's. Cabellero taugt nicht zum Kaliber, das ein Eliteklub wie ManCity auf Dauer zu unterhalten pflegt. Sein Arbeitspapier ist bis Saisonschluss befristet, genau wie bei Hart, der wieder vorbeischauen könnte in Manchester. Daran glaubt er aber nicht einmal selbst, trotz ansprechender Leistungen in Italien. Für die "Citizens" gilt Ederson (23) von Benfica Lissabon als Kandidat.

Trapp wurde schon zum Bürki-Ersatz stilisiert

Und sonst so? Kevin Trapp (26) ist bei Paris Saint-Germain ein Wanderer zwischen den Pfosten, zu Saisonbeginn spielte er Stamm, später wurde ihm Alphonse Aréola (23) vorgezogen.
Dessen Werdegang verdient übrigens eine Bemerkung, weil ihn PSG konsequent heranwachsen ließ: eigene Jugend, Leihen im Inland (RC Lens, SC Bastia), Leihe ins Ausland (FC Villarreal), vergangenen Sommer heuerte er als profilierter Mann an.
Aréolas Knöchelblessur brachte Trapp im November zurück, zwei Ligue-1-Partien, Bank, kurz vor Weihnachten dann: neue alte Nummer eins. In Zeiten der Degradierung wucherten Transfermeldungen, unter anderem in Verbindung mit RB Leipzig, dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund, wo Roman Bürki noch immer nicht jeden von seiner (internationalen) Befähigung überzeugt hat.
Trapp zum BVB? Ach was! Dem "kicker" sagt er:
Für andere mag die Champions League als Präsentierteller wichtiger sein...
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