Atlético Madrid: João Félix heikle Situation als Nachfolger von Antoine Griezmann
Für sage und schreibe 126 Millionen Euro wechselte João Félix im vergangenen Sommer von Benfica Lissabon zu Atlético Madrid, wo er Superstar Antoin Griezmann ersetzen sollte. In seiner ersten Saison blieb der 20-Jährige bislang jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Spanische Medien stempelten ihn gar als Transfer-Flop ab. Stellt sich der Rekord-Transfer als großes Missverständnis heraus?
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Egal ob mit dem Fußball, dem Basketball oder an der Konsole – João Félix ist offenbar ein echtes Multitalent, wie er kürzlich in einem "Instagram"-Video unter Beweis stellte.
Der Shootingstar bereitet sich wie der Rest seiner Branchenkollegen während der Coronakrise zu Hause auf eine mögliche Saisonfortsetzung vor - und das mit höchster Konzentration: Schließlich wartet auf Félix bei Atlético Madrid nach wie vor die Herkulesaufgabe, den zum FC Barcelona abgewanderten Superstar Antoine Griezmann zu ersetzen.
Dass dies kein einfaches Unterfangen werden wird, kristallisierte sich bereits früh in der laufenden Spielzeit heraus. Dabei hat er das Schicksal selbst herausgefordert.
Atlético: Hohe Erwartungen an Rekordtransfer Félix
Im vergangenen Sommer stand die Crème de la Crème des europäischen Fußballs förmlich Schlange um den Youngster von Benfica Lissabon. Letztlich sicherte sich Atlético den Zuschlag für die exorbitante Summe von 126 Millionen Euro, was den 20-Jährigen zum teuersten Transfers des Sommers machte. Überhaupt wurde in der Fußball-Historie lediglich drei Mal eine höhere Ablöse fällig.
"Es ist ein Traum für jeden Spieler, in einer der besten Mannschaften der Welt spielen zu können. Atlético ist eine von ihnen. Ich denke, sie werden mir die besten Voraussetzungen geben, um in meiner Karriere voranzukommen", erklärte Félix euphorisch.
Gegenwärtig scheint die Laufbahn des jungen Portugiesen jedoch etwas ins Stocken geraten sein, was augenscheinlich mit der gigantischen Erwartungshaltung bei seinem neuen Arbeitgeber zusammenhängt.
"João hat eine Perspektive, wie sie kein anderer hat. Wenn ich heute seine Entwicklung als Fußballer betrachte, glaube ich, dass er mehr Tore und Assists haben wird, als Griezmann mit 26 Jahren", prognostizierte Atlético-Trainer Diego Simeone zu Beginn der Saison forsch.
Mit lediglich neun Scorerpunkten (sechs Treffer, drei Assists) in seinen ersten 28 Einsätzen konnte er das Versprechen seines Trainers bislang jedoch nur bedingt einlösen, weshalb schnell kritischen Stimmen an seiner Person laut wurden.
In den spanischen Gazetten wurde Félix unlängst als Fehleinkauf abgestempelt. Die "Marca" wählte ihn sogar in die "Flop-Elf" der Hinrunde.
Rückendeckung erhielt er dagegen von Rafael van der Vaart, seines Zeichens ehemaliger Mittelfeld-Regisseur von Stadtrivale Real Madrid, der stattdessen Coach Simeone an den Pranger stellte: "Félix ist beim falschen Klub und spielt unter dem falschen Trainer. Als sie ihn geholt haben, hatte ich das Gefühl, dass Simeone versuchen würde, es mit einem anderen Spielstil zu versuchen. Wenn du so einen talentierten Stürmer wie ihn hast, musst du deinen Spielstil ein wenig seinen Bedürfnissen anpassen."
In der Tat ist die Spielweise der Rojiblancos unter seit jeher eher defensiv geprägt, womit der junge Portugiese zu Beginn durchaus seine Probleme hatte. Hinzukommt, dass er seine Rolle in dem von Simeone bevorzugten 4-4-2-System, in der er die Position der hängenden Spitze bekleidet, noch nicht wirklich gefunden hat.
Und dann wäre da noch der permanente Vergleich mit der einstigen Galionsfigur Griezmann, dessen schweres Erbe er ursprünglich antreten sollte, der ihn zu lähmen scheint. Dabei weiß auch Simeone, dass der Abgang des französischen Weltmeisters nicht ohne Weiteres kompensiert werden kann.
Transfer-Flop? Simeone stellt sich vor Félix
"Die Position von Griezmann ist die, die am schwierigsten neu zu besetzen ist", erklärte der exzentrische Argentinier und stellte sich weiter schützend für seinen Schützling: "Jeder Spieler hat eine andere Persönlichkeit und braucht daher unterschiedlich viel Zeit."
Worte, die wie Balsam für die arg gescholtene Seele von Félix wirken dürften. Zumal er in der spanischen Hauptstadt das Vertrauen und die Zuneigung, die er in Lissabon erfahren hatte, zu vermissen scheint.
"Ich sehe jetzt, wie glücklich ich bei Benfica war. Ich plane, eines Tages zurückzukehren und meine Spuren im Klub zu hinterlassen", erklärte er Anfang des Jahres bei "BenficaPlay". Darüber, dass der Youngster über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, ist man sich bei Atlético durchaus bewusst, weshalb sich die Verantwortlichen bislang in Geduld üben.
Doch schon bald dürfte der Welpenschutz vorbei sein und Félix muss anstatt in seinen eigenen vier Wänden auf dem Platz nachhaltig beweisen, warum die Rojiblancos ihn zum teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte gemacht haben.
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