Atlético Madrid | Nicht ter Stegen oder Neuer: Oblak ist die wahre Nummer eins der Welt

Alisson Becker, Marc-André ter Stegen, Thibaut Courtois, Manuel Neuer - auf der Torhüterposition herrscht im Weltfußball kein Mangel an großen Namen. Nur ein Keeper fliegt unter dem Radar: Jan Oblak. Dabei glänzt der 27-Jährige von Atlético Madrid seit Jahren mit konstant guten Leistungen. Im Schatten seiner Branchenkollegen hat sich Oblak längst zu einem der besten Torhüter der Welt entwickelt.

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Knapp eine Stunde war im strömenden Regen von Liverpool gespielt, als Reds-Stürmer Roberto Firmino nach einer Hereingabe von der rechten Seite mutterseelenalleine im Fünfmeterraum von Atlético Madrid auftauchte.
Lediglich Jan Oblak stand noch zwischen dem Angreifer und dem 2:0 für die Hausherren. Eben jenem zweiten Treffer, der dem FC Liverpool den Weg in Richtung Champions-League-Viertelfinale wohl vorentscheidend geebnet hätte.
Doch es sollte anders kommen: Oblak reagierte nicht nur glänzend, sondern brachte den FC Liverpool mit insgesamt neun Paraden (Einstellung seines persönlichen Bestwerts in der Königsklasse) regelrecht zur Verzweiflung.

Simeone: "Unser Torwart ist der Beste der Welt"

Der 27-Jährige behielt im Hexenkessel Anfield Road über 120 Minuten einen kühlen Kopf und legte damit den Grundstein für den hochdramatischen 3:2-Auswärtserfolg seiner Mannschaft beim Titelverteidiger. Folgerichtig wurde er von der UEFA nach der Partie zum "Man of the Man" gekürt.
"Jan Oblak hat ein fantastisches Spiel gemacht", lobte Reds-Kapitän Jordan Henderson nach der Partie. Auch Atlético-Trainer Diego Simeone wusste, bei wem er sich für das Weiterkommen auf europäischen Ebene zu bedanken hatte. "Unser Torwart ist der Beste der Welt. Er entscheidet Spiele so, wie es Messi für den FC Barcelona tut", schwärmte der Exzentriker in den höchsten Tönen von seinem Schlussmann.
So maßlos übertrieben der Vergleich mit dem argentinischen Superstar auf den ersten Blick auch erscheint, ganz abwegig ist er nicht. Der Slowene ist seit Jahren der Erfolgsgarant der Rojiblancos und nicht zuletzt einer der Hauptgründe dafür, weshalb Atlético über die vergangenen vier Spielzeiten hinweg die beste Defensive in La Liga stellte.

Oblak macht bei Atlético den Unterschied

Obwohl Oblak auch in dieser Saison nahtlos an seine Leistungen aus der Vorsaison anknüpfte (elf Spiele ohne Gegentor), bleibt der Hauptstadtklub mit Platz sechs bisher deutlich hinter den Erwartungen zurück. Grund dafür ist mitunter der Abgang von Superstar Antoine Griezmann, ohne den die Offensivabteilung der Madrilenen lediglich 31 Treffer in 27 Partien zustande brachte.
Der Defensivverbund entwickelte sich dagegen im Verlauf der Saison erneut zu einem echten Bollwerk. Einzig der große Stadtrivale Real (19) kassierte noch weniger Gegentreffer als die Simeone-Elf (21).
Trotzdem fliegt kein Schlussmann dieser Klasse so tief unter dem Radar der Aufmerksamkeit wie Oblak.
Während seine Branchenkollegen Marc-André ter Stegen, Hugo Lloris und Alisson Becker bei der letztjährigen Verleihung des Ballon d'Or immerhin einen Platz auf der 30-köpfigen Shortlist der UEFA fanden, ging der Slowene auf internationalem Parkett wieder einmal leer aus.
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Jan Oblak pariert gegen Roberto Firmino

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In Spanien räumte er dagegen trotz der großen Konkurrenz um ter Stegen und Courtois in den vergangenen vier Spielzeiten jeweils den Titel des besten Torhüters der Liga ab.

Oblak in Europa oft übersehen, in Spanien gefeiert

Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport in Madrid bestätigte, dass Oblak auf der iberischen Halbinsel tatsächlich eine größere Wertschätzung erfährt als irgendwo sonst auf dem Planeten. "In Spanien gilt Jan Oblak bereits seit drei, vier Jahren als der beste Torhüter der Welt. Seine Paraden sind herausragend und er liefert konstant gute Leistungen ab. Außerdem macht er nahezu nie wirklich große Fehler. Lediglich ter Stegen und Courtois in Topform können mit Oblak mithalten", betonte Garcia und ergänzte:
Und das nicht ohne Grund: Seit seinem Wechsel von Benfica Lissabon im Sommer 2014 für die Schnäppchensumme von 16 Millionen Euro wehrte Oblak 80,2 Prozent aller Schüsse auf sein Tor ab und damit mehr als jeder andere Keeper.
Wer außerhalb Spaniens noch nichts von den außergewöhnlichen Qualitäten des Slowenen mitbekommen hat, fragt am besten in Liverpool bei Jürgen Klopp und Roberto Firmino nach.
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