Luka Jovic: Bei Real Madrid auf dem Weg zum Transfer-Flop

Luka Jovic hat bei Real Madrid einen unglücklichen Start hingelegt. Nun fällt der 60-Millionen-Neuzugang auch noch mit einer Knöchelfraktur aus - offenbar im Heimtraining erlitten. Zuvor hatte eine Episode mit einem vermeintlichen Quarantäne-Bruch schon für reichlich Wirbel gesorgt. Vater Milan sorgt sich um die Karriere seines Sohnes. Und nicht nur bei Real fragt man sich: Wird das noch was?

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Exakt vor einem Jahr platzte der große Traum der Eintracht.
Als Eden Hazard den letzten Elfmeter im linken Toreck versenkte, war dem Europa-League-Märchen von Eintracht Frankfurt im Halbfinale ein schmerzliches Ende gesetzt.
Während der FC Chelsea an der Stamford Bridge feierte, standen die Eintracht-Spieler um Luka Jovic bedröppelt am Mittelkreis, beinahe fassungslos, es doch nicht geschafft zu haben. Das, was ihnen kaum jemand zugetraut hatte. Die Eintracht-Fans spendeten trotzdem warmen Beifall.
Wenn man so will, endete an diesem Abend vor genau einem Jahr der Applaus für Luka Jovic. Mit seinen zehn Toren hätte er die Eintracht beinahe ins Europa-League-Finale geführt - doch danach war die Luft raus.
Jovics Tore an der Stamford Bridge - er traf zum 1:1 und auch im Elfmeterschießen - sollten seine letzten für die Eintracht bleiben. Frankfurt verpasste das Finale, die Champions League und Jovic wechselte für 60 Millionen Euro zu Real Madrid, scheint dort aber bis heute nicht so wirklich "angekommen".

Luka Jovic fällt länger aus

Ihren vorläufigen Höhepunkt fand die verkorkste Jovic-Saison am Freitag: Da vermeldete Real Madrid, dass sich der 22-Jährige eine "extraartikuläre Fraktur im Fersenbein des rechten Fußes" zugezogen habe und bis auf weiteres ausfalle – wohlgemerkt ohne, dass der Klub bislang das Training aufgenommen hätte.
Wie genau sich Jovic die Verletzung zuzog, ist unklar. Bevor er am Montag nach Madrid gereist war, habe er während einer Trainingseinheit zuhause in Belgrad "plötzlich einen großen Schmerz verspürt", berichtete Jovics Vater Milan dem serbischen "Kurir".
Man habe sich zunächst nichts weiter dabei gedacht. Erst nun, am Freitag, hätten Real-Ärzte die ganze Tragweite der Verletzung festgestellt, erklärte Papa Jovic: "Wer hätte wissen können, dass es so gravierend ist?"

In Belgrad oder Madrid verletzt?

Laut "AS", die sich auf Quellen aus Jovics näherem Umfeld bezieht, soll sich der Stürmer die Verletzung allerdings erst am Donnerstag in Madrid zugezogen haben.
Wie dem auch sei: Vor Mitte Juli wird der Angreifer jedenfalls nicht wieder auf dem Platz stehen können, so die Prognose.
Was ein ziemlicher Schlag ins Kontor des Serben ist. "Luka ist deprimiert und etwas verunsichert", berichtete sein Vater. Die niederschmetternde Diagnose, Knöchelbruch, habe man so "nicht erwartet".
Es sei "so bitter", meinte Milan Jovic; sein Sohn habe so auf den Trainingsbeginn am kommenden Montag hingefiebert, zuhause in Belgrad fast wie besessen trainiert: "Er wollte besser sein als je zuvor, seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Und jetzt das."

Luka Jovic: Nur zwei Tore für Real Madrid

Letztlich ist Jovics Verletzung aber auch die fast schon logische Fortsetzung einer verkorksten Saison.
Als jüngster Fünferpacker der Bundesliga-Geschichte und mit der Empfehlung von 27 Saisontoren von Real 2019 als zweitteuerster Neuzugang nach Hazard (100 Mio.) verpflichtet, blieb Jovic in 24 Saisoneinsätzen für die Königlichen weit unter seinen Möglichkeiten.
Zwei Treffer und zwei Torvorlagen stehen gerade mal auf der Habenseite des Serben, der bisher keinen Weg an Karim Benzema im Sturmzentrum vorbei gefunden hat.

Die Zweifel mehren sich

Trainer Zinédine Zidane gönnte dem 22-Jährigen aber auch erst acht Startelfeinsätze. Und bei seinen Joker-Auftritten bekam Jovic im Mittel auch nur zehn Minuten – wenig Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen.
In Reals Spielminuten-Ranking steht der Ex-Eintracht-Stürmer sogar nur auf Rang 19, was jedoch auch Zidane Kritik einbringt.
Schließlich war Jovic nicht gerade günstig und soll ja, so hoffen sie bei Real immer noch, zu Benzemas Nachfolger aufgebaut werden. Doch die Zweifel mehren sich.

Jovic bricht Ausgangsregeln

Auch, weil Jovic seiner Reputation während der Coronakrise keinen großen Gefallen getan hat.
Rückblick: Real Madrid hatte Mitte März gerade seinen ersten positiven Coronavirus-Test vermeldet (ein Basketballer hatte sich infiziert) und deshalb auch alle Fußballer in Heim-Quarantäne geschickt, da war Jovic plötzlich in Belgrad auf offener Straße angetroffen worden. Trotz dort geltender Ausgangssperre.
Gerüchte von einer Geburtstagsparty seiner Freundin, die er angeblich nicht verpassen wollte, machten die Runde. In Serbien ein echter Skandal.

Entschuldigung nach Rüffel des Präsidenten

"Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte die Zeitung "Kurir" tags drauf. Nachdem auch Nikola Ninkovic (Ascoli Calcio) als Corona-Heimkehrer die Ausgangsregeln gebrochen hatte, schaltete sich sogar der serbische Präsident Aleksander Vucic ein und drohte:
"Wenn einer von ihnen die eigenen vier Wände verlässt, wird er verhaftet. Ich glaube, beide bedauern, was Sie getan haben, aber ich möchte ihnen klarmachen, dass das Leben unserer Menschen weitaus wichtiger ist als ihre Millionen."
Jovic entschuldigte sich umgehend. Er sei, nachdem er in Madrid negativ getestet worden war, in die Heimat gereist, um "unsere Leute zu unterstützen und ihnen zu helfen und nah bei meiner Familie zu sein. Alles mit Erlaubnis des Klubs." Real pflichtete bei – in Serbien sei "aus einer Mücke ein Elefant" gemacht worden.
Er habe seine Wohnung im Übrigen auch nicht leichtsinnig verlassen, sondern nur eine Apotheke besucht, beteuerte der 22-Jährige. Zudem habe er keine Anweisungen erhalten, "wie ich mich während meiner Isolation verhalten soll". In Serbien und Spanien hatten sich da aber schon viele ihr Urteil über Jovic gebildet. "Das kann seine Karriere beeinflussen", fürchtete Jovic senior.

Real Madrid schreibt ihn noch nicht ab

Mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs wollte Jovic wieder positive Schlagzeilen schreiben, doch daraus wird nun nichts. Wenn La Liga nächsten Monat, angeblich ab 20. Juni, wieder spielt, wird der Angreifer verletzt zusehen müssen.
Ob er danach endlich Fuß fassen kann, wird sich zeigen. Als Transfer-Flop sollen ihn Klub-Boss Florentino Pérez und Trainer Zidane noch nicht abgeschrieben haben, heißt es in Madrid. Gerüchte über einen geplanten Leihwechsel zur kommenden Saison dementierte man ebenso wie eine angebliche Anfrage des SSC Neapel über einen "echten" Transfer.
Auch wolle Real, so die "AS", erst mal von einer Verpflichtung des BVB-Shootingstars Erling Haaland absehen.
Man habe Jovic von Real-Seite sogar den Personaltrainer in Belgrad bezahlt, hieß es zuletzt. Bojan Custic, so der Name des Fitnesscoaches, wusste Mitte April dann auch gleich zu berichten, dass Jovic es definitiv in Madrid schaffen wolle.
"Er hat mir gesagt, dass er nur bei Real Madrid erfolgreich sein will, dass er will, dass das Bernabéu seinen Namen singt, dass er eine großartige Karriere haben möchte. Er setzt alles daran, dass er es schafft", sagte Custic in einem Interview mit der "AS".
Das Rezept dazu sei denkbar einfach – und passt auch zur aktuellen Lage. Custic:
"Er wird sein wahres Potenzial noch zeigen. Er muss nur Geduld haben."
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