Quique Setien soll dem FC Barcelona seine Identität wiedergeben

Quique wer? Der neue Trainer Quique Setien soll dem FC Barcelona seine Identität wiedergeben - er gilt als eiserner Verfechter des "Cruyffismus". Zwar ist der FC Barcelona sein erster Verein, den er auf internationalem Top-Niveau trainiert, doch scheint der 61-Jährige genau der richtige Mann für den Job zu sein. Schon bei seinen vorherigen Klubs hatte Setien mit der Barça-Ideologie Erfolg.

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Der Segen für Quique Setien kam direkt aus dem Himmel. "Viel Glück beim FC Barcelona", hieß es am späten Montagabend im Namen von "König" Johan Cruyff auf den offiziellen Social-Media-Kanälen der 2016 verstorbenen Klub-Legende. Die Verwalter des Cruyff-Nachlasses begrüßten den neuen Barca-Trainer als "most Cruyffist manager" und damit wahren Erben des einstigen Vordenkers - der Rest der Fußball-Welt fragte sich: Quique wer?
Enrique "Quique" Setien Solar war bis vergangenen Sommer Trainer beim spanischen Erstligisten Betis Sevilla, am Dienstag trat er beim Spitzenreiter der Primera Division die Nachfolge des geschassten Ernesto Valverde an. Der 61-Jährige gilt als "Cruyffista bis ins Mark" ("Marca"), das Barcelona-Hausblatt "Mundo Deportivo" sieht in ihm den "geborenen Barca-Trainer". Setien sei ein "Prediger des Cruyffismus" und bisweilen "mehr Cruyffista als Cruyff selbst".
"In meinen wildesten Träumen hätte ich das nicht geglaubt", sagte er, keine 24 Stunden zuvor sei er "von Kühen umgeben" durchs heimische Kantabrien/Nordspanien gestreift, "und jetzt bin ich Barca-Trainer".

Setien: "Hätte einen kleinen Finger gegeben"

Der frühere Mittelfeldspieler ("El Maestro") vergöttert Cruyff und dessen Barca-"Dream Team" um Ronald Koeman, Pep Guardiola und Christo Stoitschkow. Als er sein Idol einst in seiner Zeit als Profi bei Racing Santander traf, "habe ich ihm gesagt, dass ich einen kleinen Finger dafür gegeben hätte, in seinem Barca zu spielen", berichtete Setien in verschiedenen Interviews.
Er habe immer das Gefühl gehabt, dass Fußball auf eine andere, eine bessere Art gespielt werden könne, sagte Setien: "Aber ich wusste nicht wie, bis Johan es uns gezeigt hat." Barca und Cruyff hätten ihm "die Augen geöffnet. Wer den Fußball liebt, liebt Barca." Und so verdanke er "alles, was ich als Trainer bin, der Tatsache, dass ich gegen Barca hinter dem Ball hergelaufen bin. Ich habe viele Dinge kopiert."

Dritte Wahl nach Xavi und Koeman?

Obwohl der dreimalige spanische Nationalspieler und WM-Teilnehmer von 1986 stets Außenseiter-Teams trainierte, setzte er immer unbeirrt auf den von Cruyff begründeten und von Guardiola weiterentwickelten Stil. Den galizischen Provinzklub CD Lugo führte er so in die 2. Liga, mit Sevilla stürmte er in die Europa League. Als er Betis im November 2018 zu einem 4:3 in Barcelona coachte, schenkte ihm Barca-Star Sergio Busquets sein Trikot mit der Widmung:
Dennoch war der passionierte Schachspieler nicht erste Wahl. Doch die Klub-Ikonen Xavi und Koeman ließen wissen, sie stünden "aktuell" nicht bereit. Xavi hält Setien, der einen Vertrag bis 2022 erhielt, aber für bestens geeignet, wie er vor Monaten sagte:
Auch Superstar Lionel Messi dürfte sein Okay gegeben haben. Der Argentinier sei "der Größte der Geschichte", sagte Setien einmal, "es ist ein Luxus, ihn spielen sehen zu dürfen". Messi zu trainieren, "wäre großartig", ergänzte er. Dann aber, betonte Setien, "musst du dich seiner auch würdig erweisen". Dazu hat er jetzt Gelegenheit.
(SID)
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