Mal ehrlich: Wer hätte das gedacht?
Real Madrid stand nach dem fulminanten Clásico-Sieg gegen den FC Barcelona (2:1) zum ersten Mal seit dem achten Spieltag wieder an der Tabellenspitze der spanischen Liga. "Es ist ein enger Kampf dort oben in der Tabelle. Es war kein Finale, aber natürlich ein ganz wichtiger Sieg", bilanzierte Nacho.
Zwar eroberte Stadtrivale Atlético durch ein 1:1 bei Real Betis Sevilla den Platz an der Sonne zurück, die Aufholjagd der Königlichen ist dennoch schon jetzt bemerkenswert. Noch Anfang Februar betrug der Rückstand auf Platz eins schlappe zehn Punkte - der Zug in Sachen Meisterschaft schien abgefahren.
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Nun, pünktlich zur Crunchtime, ist Real voll da und greift mal wieder nach dem Titel - und das nicht nur in La Liga.

Old but gold: Zidane setzt auf Altbewährtes

Auch in der Champions League, in die Real eher durchwachsen startete, riecht es nach dem 3:1-Hinspielsieg im Viertelfinale gegen den FC Liverpool nach Halbfinale. Und dort, das entschied das Los schon bei der Ziehung der Viertelfinals, würde man dann nicht etwa auf Manchester City, den BVB, den FC Bayern oder PSG treffen - es ginge gegen den Sieger des Duells FC Chelsea gegen FC Porto. Nicht die schlechtesten Aussichten also.
Vor allem, weil das Team von Zinédine Zidane seit Wochen in absoluter Topform performt. 13 Pflichtspiele in Serie ist Real ungeschlagen (elf Siege, zwei Remis), in den vergangenen 19 Ligaspielen setzte es nur eine einzige Niederlage (1:2 zuhause gegen Levante).

Karim Benzema von Reakl Madrid

Fotocredit: Getty Images

Das Erfolgsrezept Zidanes ist simpel: Er setzt einfach auf die Spieler, mit denen er schon während seiner ersten Amtszeit überaus erfolgreich war, unter anderem drei Mal in Serie die Champions League gewann. Zizou setzt auf seine Oldies, auf Sergio Ramos (35, derzeit verletzt) und Toni Kroos (31), auf Luka Modric (35) und Karim Benzema (33) - sie alle bilden das Fundament des aktuellen Erfolgs, denn sie alle wissen, wie man gewinnt.
Robustheit, Cleverness und Klasse - diese Eigenschaften zeichnen Real derzeit aus.

Verbrecherbande: Arbeiten am letzten großen Ding

Zu bestaunen war das zuletzt im größten Spiel, das der Vereinsfußball zu bieten hat. Gegen Barcelona erzielte Benzema den Führungstreffer mit der Hacke, Kroos versenkte, wenn auch etwas glücklich, einen direkten Freistoß.
Zuvor war der deutsche Nationalspieler beim 3:1 gegen den FC Liverpool der beste Mann auf dem Feld, spielte Traumpass nach Traumpass und sorgte dafür, dass ganz Europa aktuell vor den Madrilenen zittert.

Toni Kroos im Spiel gegen den FC Liverpool

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Dabei scheinen die Präsidentschaftswahlen im kommenden Sommer und die damit meist einhergehenden tiefgreifenden Veränderungen am Kader die Spieler darin zu bestärken, es noch einmal allen zu beweisen.
Ganz im Stile einer eingeschworenen Verbrecherbande, die noch dieses eine, letzte Ding zusammen drehen will.

Zinédine Zidane: Abflug im Sommer

"Wir müssen weitermachen, haben noch nichts gewonnen", stellte Zidane nach dem Clásico-Sieg fest und gab die Marschrichtung für den Saisonendspurt vor: "Wir wissen, dass es sehr schwierig werden wird und wir schwere Spiele vor der Brust haben. Wir werden weitermachen, ohne zu gucken, was außen gesagt wird und ohne darüber nachzudenken."
Dabei spielte er auch auf die Kritik an der eigenen Person an, die den 48-Jährigen in dieser Saison begleitet. Das frühe Scheitern in den Pokalwettbewerben, die schwankenden Leistungen im Herbst in Liga und Königsklasse - das alles entsprach ganz und gar nicht den Ansprüchen der Königlichen und sorgte dafür, dass man den Franzosen schon abgeschrieben hatte.
Einige Experten zweifeln bis heute daran, dass Zidane seinen bis Sommer 2022 laufenden Vertrag in Madrid erfüllt. Doch was, wenn der ehemalige Weltfußballer nun seine dritte Meisterschaft und den vierten Titel in der Champions League mit den Königlichen gewinnt?
Das Vertrauen der Klubbosse um Florentino Pérez besitzt Zidane dem Vernehmen nach. Sein Punkteschnitt ist mit 2,06 Punkten pro Partie zwar nicht ganz so beeindruckend wie während seiner ersten Amtszeit zwischen 2016 und 2018 (2,6 Punkte), trotzdem aber gut genug, um sein Fortbestehen als Real-Trainer zu rechtfertigen.
Zunächst einmal gilt es jedoch, die laufende Saison zu Ende zu bringen. Und die könnte ein beeindruckendes Finish erleben.
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