Barça nach dem Koeman-Aus: Das sind die Kandidaten für den Trainer-Job bei den Katalanen
Lange hatte es sich abgezeichnet, nun ist es passiert. Der FC Barcelona setzt Trainer Ronald Koeman nach dem 0:1 gegen Aufsteiger Rayo Vallecano vor die Tür. Die Suche nach einem Nachfolger für den Niederländer hat längst begonnen, in der spanischen Presse geistern bereits einige Namen herum. Absoluter Top-Kandidat ist und bleibt aber Xavi Hernández.
Xavi Hernandez könnte als Trainer zum FC Barcelona zurückkehren
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"Der FC Barcelona bedankt sich für die geleisteten Dienste und wünscht Ronald Koeman viel Erfolg in seiner weiteren Karriere", hieß es am späten Mittwochabend kühl auf der Vereinshomepage der Katalanen.
Nach der dritten Ligapleite in den vergangenen vier Spielen, darunter die 1:2-Heimniederlage im Clásico gegen Real Madrid, muss der 58-Jährige also seine Koffer packen. Beobachter des strauchelnden Weltklubs rechneten schon seit Wochen mit einer Trennung.
Noch ist nicht klar, wer in die Fußstapfen des Niederländers treten wird. Bis die Vereinsführung um Präsident Joan Laporta einen Nachfolger gefunden und vorgestellt hat, übernimmt Sergi Barjuran, bislang Trainer der zweiten Mannschaft. Das bestätigten die Katalanen am Donnerstag.
Wie lange seine Arbeit als Interimstrainer dauern wird, hängt dem Vernehmen nach einzig und allein an einem Namen.
Der Topkandidat: Xavi Hernandez
In Spanien gibt es keine zwei Meinungen: Der neue Trainer des FC Barcelona wird Xavi Hernández. Bis die Katalanen sich auf einen Deal mit dem 41-Jährigen geeinigt haben, hat Barjuran interimsmäßig die Kontrolle.
Schon vor der Verpflichtung Koemans im Sommer 2020 gehörte Xavi zu den Topkandidaten auf den Trainerjob bei seinem Ex-Klub, der damals aber noch zu früh zu kommen schien. Nun, da sind sich die Gazetten auf der iberischen Halbinsel einig, ist die Zeit gekommen.
Aber: Eine Installation der Vereinslegende bei der Blaugrana birgt auch Risiken. Die Situation bei Barça ist kompliziert, Finanzprobleme und ein im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit arg geschwächter Kader machen es in dieser Saison unmöglich, um Titel zu spielen. Xavis kann als Trainer zudem wenig Erfahrung vorweisen, trainiert aktuell bei seiner Premierenstation in Katar Al-Sadd SC.
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Xavi Hernandez
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"Es ist gefährlich, eine Legende wie Xavi in einer schwierigen Phase wie dieser zu reinzuschmeißen", räumt auch Barça-Experte Enrique Sánchez von Eurosport Spanien in Madrid ein, fügt aber gleich hinzu: "Auf der anderen Seite werden ihn die Medien respektieren, auch wenn er viele Fehler macht. Ich glaube, er ist vorbereitet - auch wenn jeder erwartet, dass er der neue Guardiola wird. Er kennt die Spieler, er kennt den Verein."
Mit Xavi erhofft man sich in Barcelona die Rückkehr zu alten Tugenden. Xavi stammt aus der Jugend der Katalanen, spielte von 1998 bis 2015 als Profi bei Barça. Unter ihm könnte man wieder vermehrt auf die weltberühmte Nachwuchsakademie "La Masia" setzen und das von ihm selbst maßgeblich mitgeprägten Tiki-Taka wiederbeleben.
Aus alter Verbundenheit könnte zudem die Chance bestehen, dass Xavi, der sich in der Wüste von Katar die Taschen ordentlich gefüllt haben dürfte, auf den einen oder anderen Euro verzichtet.
Der Erfahrene: Roberto Martínez
Ebenfalls schon im Sommer 2020 ganz oben auf der Liste: Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez. Vom Zeitpunkt her hätte auch alles gepasst, der Vertrag bei den Roten Teufeln lief ursprünglich nach der EM 2020 aus.
Doch weil das Turnier aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr nach hinten verschoben wurde, verlängerte auch Martínez seinen Vertrag, der nun bis nach der WM 2022 in Katar läuft.
"Es war nicht der richtige Zeitpunkt", begründete der Spanier im vergangenen Jahr seine Entscheidung für Belgien - und damit gegen ein Engagement bei Real Madrid oder dem FC Barcelona.
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Roberto Martinez
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Inzwischen klingt der 48-Jährigen diesbezüglich etwas anders: "Wenn sich eine Tür öffnet, dann werde ich versuchen, die für alle beste Entscheidung zu treffen", sagte Martínez Anfang Oktober, als die Gerüchte über ein baldiges Ende der Ära Koeman in Barcelona wieder zu köcheln begannen, gegenüber "Goal".
Die Tür ist nun offen - auch wenn Martínez nicht der erste Ansprechpartner für die Katalanen sein wird.
Die Außenseiter: Andrea Pirlo und Marcelo Gallardo
Zwei weitere Namen, die in der spanischen Presse umhergeistern, sind Andrea Pirlo und Marcelo Gallardo.
Sowohl “AS” als auch “Catalunya Radio” brachten den im Mai dieses Jahres bei Juventus Turin vor die Tür gesetzten Pirlo ins Gespräch. Allerdings wäre Pirlo wohl vor allem ein Trainer, der von Präsident Laporta unterstützt wird. Anderweitig großen Support im Verein gibt es für diese Option offenbar nicht.
Auch Eurosport-Experte Sánchez sieht keine großen Chancen, dass der einstige Mittelfeld-Maestro den Job bei Barça bekommt.
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Andrea Pirlo
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Auch Gallardo hat allenfalls Außenseiterchancen. Der 45 Jahre alte Argentinier ist aktuell Trainer von River Plate - und laut des Radiosenders "RAC 1" Kandidat. Trainererfahrung in Europa und schon gar nicht bei einem Klub der Größe Barcelonas hat er allerdings keine, auch wenn seine Titelsammlung mit River Plate durchaus beachtlich ist.
Seit seinem Amtsantritt im Juni 2014 gewann er drei Mal den argentinischen Pokal (2016, 2017, 2019), holte 2015, 2016 und 2019 die Recopa Südamerika (vergleichbar mit dem UEFA Super Cup), gewann 2014 die Copa Südamerica (vergleichbar mit der UEFA Europa League) und kürte sich 2015 und 2018 zum Sieger des wichtigsten Vereinswettbewerbes des Kontinents, der Copa Libertadores (vergleichbar mit der UEFA Champions League).
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Quelle: Eurosport
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