Karim Benzema war nicht persönlich vor Ort, als die Richter der 7. Kammer des Strafgerichts von Versailles das Urteil gegen ihn sprachen. Die Entscheidung erreichte den Topstürmer von Real Madrid während der Vorbereitung auf das vorletzte Champions-League-Gruppenspiel bei Sheriff Tiraspol - und diese fiel härter aus als zunächst gedacht: Benzema ist in der Affäre um eine versuchte Erpressung mit einem Sexvideo zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden, außerdem erhielt er 75.000 Euro Geldstrafe.
Sein Anwalt Sylvain Cormier kritisierte die Entscheidung und sprach von einer "sehr harten, ungerechten und unbewiesenen Strafe". Anwaltskollege Antonie Vey sprang ihm zur Seite und skizzierte bereits das weitere Vorgehen.
"Es wird ein Berufungsverfahren geben, in dem Herr Benzema sich erklären wird und meiner Meinung nach wird dann der Sachverhalt geklärt sein", betonte Vey und bestätigte Pläne für eine Berufung.
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Das Gericht befand den 33-Jährigen, der ein Kandidat für den Ballon d’Or ist, jedoch "der Beihilfe zur versuchten Erpressung seines ehemaligen Teamkollegen Mathieu Valbuena für schuldig" und erhöhte sogar die von der Staatsanwaltschaft geforderten zehn Monate auf Bewährung um zwei weitere Monate auf ein Jahr.
Der Vorsitzende des Gerichts sprach in der Urteilsverkündung davon, dass sich Benzema "persönlich mit Täuschungsmanövern und Lügen eingebracht hat, um seinen Teamkollegen davon zu überzeugen, sich der Erpressung zu unterwerfen".
Der Skandal hatte die französische Nationalmannschaft vor sechs Jahren erschüttert, sowohl Benzema als auch Valbuena mussten das Team verlassen. Benzema wurde von Trainer Didier Deschamps kurz vor der EM im Sommer wieder begnadigt.
Zu der Frage wie und ob es für Benzema nun in der Nationalmannschaft weitergeht, äußerte sich Verbandspräsident Noel Le Graet bereits vor zwei Wochen: "Der Trainer wird immer der Mann sein, der die Mannschaft auswählt, und Benzema wird im Falle eines Schuldspruchs nicht ausgeschlossen", äußerte Le Graet. Es solle "auf sportlicher Basis" entschieden werden.
Neben Benzema wurden noch vier weitere Männer in diesem Fall verurteilt. Sie erhielten Strafen zwischen 18 Monaten auf Bewährung bis hin zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.
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(SID)

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