Drei Dinge, die auffielen: Real Madrid gegen den FC Barcelona stabil, Toni Kroos grazil, Lewandowski labil

Real Madrid hat den FC Barcelona im 249. "Clásico" eindrucksvoll besiegt. Toni Kroos erwischt einen Glanztag, Robert Lewandowski eher nicht. Grund für den Triumph im Santiago Bernabéu war eine brutale Effizienz der "Königlichen". Barcelona rutscht mit der Pleite im prestigeträchtigen Duell in eine gefährliche Phase, die auch für Trainer Xavi brenzlig werden könnte. Drei Dinge, die auffielen.

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Quelle: Perform

Real Madrid hat den 185. Liga-Clásico gegen den FC Barcelona mit 3:1 (2:0) gewonnen und die Tabellenführung in der spanischen La Liga vom katalanischen Erzrivalen zurückerobert.
Bei Barça musste Nationaltorwart Marc-André ter Stegen nach 637 Minuten ohne Gegentor wieder hinter sich greifen. Toni Kroos überzeugte im Mittelfeld der Königlichen, Innenverteidiger Antonio Rüdiger kam spät ins Spiel.
Bereits in der zwölften Minute erzielte Karim Benzema die Real-Führung, Federico Valverde (35.) erhöhte. Die Gäste um Top-Stürmer Robert Lewandowski blieben lange harmlos, sorgten jedoch durch Ferran Torres (83.) noch einmal für Spannung. Rodrygo (90.+2) setzte per Foulelfmeter den Schlusspunkt.
Drei Dinge, die auffielen.

1.) Real stabil

Es war nur eine kurze Phase in den Schlussminuten, in der Real wackelte. Aber mit dem verwandelten Foulelfmeter von Rodrygo in der Nachspielzeit war der Sieg, an dem kaum einer zweifelte im Santiago Bernabéu, in trockenen Tüchern. Letztlich standen die "Königlichen" einfach zu stabil gegen den FC Barcelona. Sie haben nichts von ihrem Schrecken eingebüßt. Wenn es drauf ankommt, sind die Oldies mit Toni Kroos (32 Jahre alt), Luka Modric (37) und Karim Benzema (34) weiterhin Garanten für den Erfolg.
"Wir wussten, dass wir etwas leiden müssen. Mit dem Ball ist Barcelona sehr sicher. Aber wir haben uns stark gefühlt in der Verteidigung und standen ein bisschen tiefer. Vorne hat es super funktioniert", bilanzierte Modric bei "DAZN" und hatte die wunderbar herausgespielten Treffer von Benzema und Valverde vor Augen. Hinten hatten David Alaba und Eder Militao Lewandowski souverän im Griff.
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Valverde (l.) und Benzema jubeln

Fotocredit: Getty Images

Der Ex-Münchner hatte zwar eine große Chance, war grundsätzlich jedoch abgemeldet. Real war auch für ihn zu clever. Zweikämpfe wurden intensiv geführt, Schlüsselspieler konsequent im letzten Drittel gedoppelt. Raphinha wurde oft außen in der ungefährlichen Zone gehalten, Daniel Carvajal kümmerte sich um Ousmane Dembélé. Herausragend bei Real: Tempo, Passsicherheit und Abschluss. Die Torschussbilanz von 8:18 trübt dieses Bild zwar, doch tatsächlich auf das Tor kamen bei Real vier und bei den Gästen nur fünf.
Der Erfolg erzeugt bei Real nun ein schönes Momentum. Ob es am Ende entscheidend fürs Meisterrennen sein wird, bleibt abzuwarten. Ein Schritt in die richtige Richtung war es allemal.

2.) Barcelona und Lewandowski labil

Für den FC Barcelona stand an diesem Sonntagnachmittag mehr auf dem Spiel als "nur" die Leistung im Clásico. Die Katalanen stecken in einer schwierigen Phase mit dem Aus in der Champions League vor den Augen, die Behauptung der Tabellenspitze in der Liga wäre von hoher Wichtigkeit gewesen. Sie hätte Strahlkraft gehabt, eine Signalwirkung. Präsident Joan Laporta hatte gefordert, dass der Schalter nach dem 3:3 gegen Inter Mailand sofort "umgelegt werden muss". Doch jetzt hat sich die Situation verschärft und mit der Niederlage gegen Real und dem Verlust der Tabellenführung nach neun Partien droht der FCB in eine gefährliche Phase zu rutschen, an deren Ende nicht absehbar ist, ob Trainer Xavi sie wirklich unbeschadet übersteht.
Denn eines wurde im "Clásico" offensichtlich: Die Findungsphase in seinem neu formierten Team hält immer noch an. Gegen Madrid fehlte es an vielem, was eigentlich da ist: Kreativität, Durchschlagskraft und Orientierung in der Defensivbewegung. Hinter vielen Pässen steckte dieses Mal kein Plan, Robert Lewandowski wirkte über weite Phasen des Spiels kaum eingebunden. Raphinha bleibt ein Spieler mit besonderer Qualität für entscheidende Momente, aber auch er war für die Real-Verteidiger ausrechenbar.
Erst in den letzten 20 Minuten war mit den Einwechslungen von Ansu Fati, Ferran Torres und Gavi ein Aufbäumen zu spüren. Dort wurde klar, wo das Potenzial von Barcelona wirklich schlummert. Zu spät. "Wir haben kein ganz schlechtes Spiel gemacht und hatten durchaus Chancen, einen Punkt mitzunehmen", sagte Verteidiger Jules Koundé.
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Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

Mit zahlreichen Pässen, die scheinbar um des Passens willen gespielt werden, schien Barcelona etwas gefangen in der "Pep-Falle". Xavi ist dabei, den Katalanen wieder eine spielerische Identität zu verpassen, so wie einst unter Guardiola mit viel Ballbesitz. Wie lange es aber wohl dauert, bis wirklich jeder Akteur verstanden hat, worauf es dabei ankommt? Zuletzt hatte Laporta Xavi noch demonstrativ den Rücken gestärkt. Hält der Abwärtstrend allerdings an und gerät das Ziel Meisterschaft außer Reichweite, würde es nicht überraschen, wenn die ersten Gerüchte um Thomas Tuchel entstehen.

3.) Kroos grazil

Toni Kroos muss niemandem mehr etwas beweisen - und dennoch tut er das auch mit seinen 32 Jahren noch regelmäßig. Kroos präsentierte sich gegen Real in absoluter Topform: Robust, clever und mit Klasse. Eminent wichtig war seine Vorarbeit zum Führungstreffer, der den Weg für Reals Sieg ebnete. Mit dem Ball am Fuß auf Höhe der Mittellinie erfasste er in der zwölften Minute die Situation blitzschnell. Barca war zu weit aufgerückt, Vinícius Júnior war auf deren Verteidigungslinie bereit, durchzustarten. Auch Busquets hatte das erkannt und versuchte, Kroos mit allen Mitteln am Zuspiel zu hindern. Er hakte, griff und zerrte, rang ihn von hinten nieder.
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Toni Kroos jagt Frenkie de Jong

Fotocredit: Getty Images

Doch Kroos blieb standhaft und stabil, behielt den Fokus und spielte den tödlichen Pass im Fallen trotzdem. "Vini" zog durch, war plötzlich alleine vor Marc-André ter Stegen. Zwar hielt der Torwart dessen Lupfer, doch sprang der Ball von dort zu Benzema, der eiskalt abschloss. Meist werden nur schöne Tore, Dribblings oder Glanzparaden so betitelt, aber die Vorarbeit von Kroos war in diesem Fall ein echtes Kunstwerk, das es zu würdigen gilt.
Defensiv hat Kroos alles richtig gemacht, alles in der Offensive Hand und Fuß. Tadellose Leistung. Einmal mehr. 70 Ballaktionen und eine Passquote von 89 Prozent belegen das zudem.
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Quelle: Perform

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