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Real Madrid: Mit Jude Bellingham in eine neue Ära - Kroos und Modric auf der Bank, Carlo Ancelotti setzt auf die Jugend
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Publiziert 14/08/2023 um 16:12 GMT+2 Uhr
Beim Saisonauftakt von Real Madrid in Bilbao (2:0) setzte Trainer Carlo Ancelotti auf die Next Generation. Toni Kroos und Luka Modric beobachten den La-Liga-Start von der Bank aus, dafür durften mit Jude Bellingham, Eduardo Camavinga und Aurelién Tchouaméni die königlichen Thronfolger starten. Besonders der Neuzugang von Borussia Dortmund überzeugte beim Debüt und leitete so die neue Ära ein.
Schlug sofort ein: Jude Bellingham bei Real Madrid
Fotocredit: Getty Images
"Ein Leader vom ersten Tag" - die Überschrift der spanischen "AS" spricht Bände über das Ligadebüt des Neuzugangs Jude Bellingham. Der Ex-Borusse, von der "Marca" schon als "Kanone" getauft, "kam, sah und siegte" ("AS").
Schon nach seinem ersten Pflichtspiel im Dress der Königlichen überschlägt sich die spanische Presse. Klar, das Debüt des 20-jährigen Engländers samt Premierentreffer überzeugte.
Doch der 2:0-Auswärtssieg bei Athletic Bilbao symbolisierte mehr als nur einen gelungenen Auftakt in eine neue Spielzeit. Nach dem Abgang des langjährigen Torgaranten Karim Benzema las sich schon die Startaufstellung von Trainer Carlo Ancelotti wie eine Zäsur.
Toni Kroos (33) und Luka Modric (37), jeweils fünffacher Champions-League-Sieger und dreifacher spanische Meister, nahmen auf der Bank Platz. Dafür startete mit Bellingham (20), Eduardo Camavinga (20), Aurelién Tchouaméni (23), Rodrygo (22) und Vinícius Júnior (23) die nächste Generation.
Ein Blick auf die neue Ära.
Real Madrid: Das ist neu
In den Vorjahren verriet allein die geballte Erfahrung viel über die Philosophie und das Selbstverständnis der Galaktischen. Allein durch das Trio Benzema, Kroos und Modric versammelte Ancelotti die unglaubliche Zahl von 1555 Pflichtspielen im Dress der Madrilenen.
Während Real so in der Champions League seit 2014 fünfmal die Trophäe in den Nachthimmel hieven konnte, ging man auf die lange Distanz der spanischen Meisterschaft immer wieder leer aus. Drei La-Liga-Titel ergatterten die Königlichen in den letzten zehn Jahren, Erzrivale Barcelona wurde im selben Zeitraum gleich sechsmal Meister.
Beim Ligadebüt in Bilbao zeigte Real jetzt sein neues, junges Gesicht: Mit einem Altersdurchschnitt von 24,7 Jahren stellte Ancelotti schon im ersten Spiel der Saison die jüngste Mannschaft seit seinem Amtsantritt im Juli 2021 auf (Durchschnitt der Vorsaison: 27,58).
"Wir haben ein gutes Spiel gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit, als wir eine hohe Intensität zeigten", bewertete der Italiener den Auftritt seines jungen Teams.
Mit Blick auf Kroos und Modric wollte Ancelotti den Verjüngungstrend jedoch nicht in Stein meißeln: "Sie sind Teil eines Kaders, der sehr viel Qualität hat. Ich kann nicht sagen, dass sie Ersatzspieler sein werden. Sie sind sehr wichtige Spieler. Ich habe diese Aufstellung heute gewählt, aber ich könnte sie nächste Woche ändern."
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Ungewohnter Anblick: Gegen Bilbao lief Real mit vielen jungen Spielern auf
Fotocredit: Getty Images
Real Madrid: Die neue Hoffnung
Jude Bellingham kam mit reichlich Vorschusslorbeeren in die spanische Hauptstadt, die Ablösesumme von 103 Millionen Euro verminderte den Druck auf den 20-Jährigen nicht.
Doch schon im ersten Pflichtspiel feierte der Ex-Dortmunder nach nur 36 Spielminuten sein erstes Tor. Nach dem Spiel zeigte sich der Neuzugang euphorisch: "Es ist ein Vergnügen, mit meinen Teamkollegen zusammen zu sein, und es macht mir Spaß, mit ihnen zu spielen. Ich bin sehr glücklich über den Sieg und das Tor."
Der englische Nationalspieler überzeugte in seiner Premiere, brachte 82 Prozent seiner Pässe an den Mann und war in 80 Prozent seiner 15 (!) Zweikämpfe erfolgreich.
Werte, die für die Charakterfestigkeit des Youngsters sprechen. "Er ist ein einzigartiger Spieler. Er hat eine große Persönlichkeit und hat sich sehr schnell an das System der Mannschaft angepasst. Man hat das Gefühl, dass er schon lange bei uns ist, und er ist ein Spieler von hohem Niveau", lobte auch Ancelotti seinen neuen Leistungsträger nach der Partie.
Auf lange Sicht dürfte Bellingham das Zepter von Modric und Kroos übernehmen. Mindestens für dieses Jahr wird er dabei noch von den beiden Altstars begleitet.
Real Madrid: Das Fragezeichen
Nach dem Abgang von Karim Benzema fehlt es den Königlichen an einer hochwertigen Lösung für das Sturmzentrum. Mit Joselu kam ein 33-jähriger Routinier, der aber eher als Ersatzstürmer eingeplant werden dürfte - die Variante "Brechstange".
Gegen Bilbao stellte Ancelotti eine verkappte Doppelspitze bestehend aus Rodrygo und Vinícius Júnior auf: "Beide sind sehr jung und machen gute Fortschritte, aber sie müssen sich weiter entwickeln. Hoffentlich kann Rodrygo mehr Tore schießen als in der letzten Saison", sagte Ancelotti.
Eine klassische Nummer Neun auf höchstem Niveau hat Real nicht vorzuweisen. Spätestens im nächsten Jahr soll dann ein gewisser Kylian Mbappé diese Lücke füllen – bis dahin scheinen die Madrilenen die Minderbesetzung jedoch in Kauf zu nehmen.
Real Madrid: Hier ist noch Bedarf
Trotz des gelungenen Auftakts blickt Real auf einen enttäuschenden Saisonstart zurück. Mit Thibaut Cortouis und Éder Militão verletzten sich gleich zwei Leistungsträger schwer (beide Kreuzbandriss).
Während man im defensiven Zentrum mit Antonio Rüdiger und Kapitän Nacho Fernández gerüstet ist, stand im Tor lediglich Ersatzkeeper Andriy Lunin zur Verfügung.
Nicht genug für die hohen Ansprüche der Madrilenen; seit Montagvormittag ist der Leih-Transfer von Chelsea-Torhüter Kepa fix.
Darüber hinaus wird über eine Rückkehr von Sergio Ramos (37) spekuliert. Der spanische Innenverteidiger stand zuletzt in Diensten von PSG und ist zurzeit vereinslos. Laut der spanischen "Sport" könnte das Verletzungspech von Militão nun zu einer Wiedervereinigung mit dem ehemaligen Kapitän führen.
Real Madrid: Das kommt auf Ancelotti zu
In der vermeintlich letzten Saison von Kroos und Modric hat Ancelotti einen Balanceakt zwischen den Routiniers und der aufstrebenden nächsten Generation vor sich.
Bislang war der Umgang mit den beiden Weltstars kein Problem. "Die beiden zu managen, das ist das einfachste in meiner ganzen Karriere", schwärmte Ancelotti zu Anfang der letzten Saison.
Doch die aufstrebenden Stars wie Tchouaméni und Bellingham drängen sich auf und werden sich in Madrid nicht mit einem Platz auf der Bank zufriedengeben – Real hat ein Überangebot im Mittelfeld, nicht jeder kann spielen.
Ancelotti weiß um diesen Konkurrenzdruck, scheint die Herausforderung jedoch zu genießen. Seine Mannschaft sei "sehr gut aufgestellt", versicherte der 64-Jährige. Er besäße "einige Optionen", betonte der 64-Jährige und stellte klar: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Kader, der mir viel Hoffnung macht."
Die Königlichen erwartet ein Übergangsjahr. 2024 kann dann die neue Ära vollends beginnen - im dann neu eröffneten Santiago-Bernabéu-Stadion und vielleicht mit Mbappé als neuen Superstar.
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Quelle: Perform
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