Real Madrid nach Pleite im Clásico gegen den FC Barcelona ohne großen Titel: Königliche Großbaustelle für Xabi Alonso

Real Madrid verliert das nächste Clásico-Spektakel gegen den FC Barcelona 3:4 und steht - abgesehen vom europäischen Supercup - vor einer titellosen Saison. Ein Desaster für die Königlichen, zumal Erzrivale Barça klar auf Doublekurs ist und alle vier Clásicos in dieser Spielzeit gewonnen hat. Reals neuer Trainer - voraussichtlich Xabi Alonso - muss vor allem zwei Dinge anpacken.

Ancelotti kritisiert Real-Fehler im Clásico

Quelle: Perform

Die Mixed Zone war verwaist. Mal wieder. Dort, wo sich normalerweise Spieler und Journalisten treffen, herrschte auch im Olympiastadion von Barcelona königliche Leere nach der 3:4 (2:4)-Pleite der Madrilenen im vorentscheidenden La-Liga-Clásico.
Seit Wochen schon boykottieren die Real-Stars auf Anweisung von Klub-Präsident Florentino Pérez das obligatorische Tête-à-Tête mit den Reportern. Pérez liegt mit LaLiga-Vertretern im Clinch um einen neuen Medienvertrag, zudem verbittet sich das Oberhaupt eine (zu) kritische Berichterstattung.
Die Saison 2024/25 bietet jedoch genügend Angriffsfläche. Vier Ohrfeigen in den Clásicos gegen die "Madrid-Mörder" ("The Sun") in Liga, Pokal- und Supercupfinale mit insgesamt 16 (!) Gegentoren. Das frühe Champions-League-Aus im Viertelfinale gegen den FC Arsenal (0:3 und 1:2) und eine Spielzeit ohne Titel in Liga, Pokal und Königsklasse.
"Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Diese Saison ist ein Debakel für Real Madrid", urteilte die klubnahe Sportzeitung "AS". Der scheidende Trainer Carlo Ancelotti geht mit einem großen Vermächtnis (15 Titel, darunter drei in der Champions League), hinterlässt nach Einschätzung der "AS" aber eine "Großbaustelle".

Verletzungspech und ein "unentschuldbarer Fehler"

Es sind in erster Linie zwei Dinge, die der Ancelotti-Nachfolger - vieles deutet hier auf Xabi Alonso hin - grundlegend ändern muss. Die Defensive der Königlichen ist ein Torso. In den bisherigen 35 Ligaspielen kassierte Real 37 Gegentore, das ist schon jetzt der schlechteste Wert seit sieben Jahren. In der Königsklasse kommen weitere 21 in zwölf Spielen hinzu.
Reals Abwehr wurde von großem Verletzungspech heimgesucht. Dani Carvajal, Éder Militao, David Alaba, Ferland Mendy und zuletzt auch Antonio Rüdiger fielen teilweise monatelang aus. Im Wintertransferfenster wurde versäumt, nachzubessern - nach Einschätzung von Ex-Real-Kapitän Fernando Hierro "ein unentschuldbarer Fehler".
Ancelotti experimentierte viel, konnte der Defensive aber nie Stabilität verleihen. Am Sonntag erlebte Real laut "AS" seine "schlimmste halbe Stunde der Vereinsgeschichte" mit vier Gegentoren nach einer 2:0-Führung.
Mit Rechtsverteidiger Trent Alexander-Arnold wurde der Kader für die nächste Saison bereits verstärkt, doch auch die Innenverteidigung benötigt einen neuen Anstrich. Jonathan Tah (29), Piero Hincapié (23/beide Bayer Leverkusen), William Saliba (24/FC Arsenal) und Dean Huijsen (20/AFC Bournemouth) gelten als Kandidaten.

Mangelnde Disziplin: Real-Stars fallen vermehrt negativ auf

Reals zweites großes Problem ist die mangelnde Disziplin. Neun (!) Platzverweise kassierten die Königlichen wettbewerbsübergreifend. Vinícius jr., mit nur drei Ligatoren seit Anfang Dezember bei den Fans ohnehin in der Kritik, flog nach einer Ohrfeige gegen Valencia-Torhüter Stole Dimitrievski runter.
Rüdiger wurde für seinen Ausraster im Pokalfinale für sechs Spiele aus dem Verkehr gezogen und ist über die spanischen Landesgrenzen hinaus aufgrund seines wiederholt fragwürdigen Verhaltens gebrandmarkt.
In den spanischen Medien wird Ancelotti eine Mitschuld für die teils fehlende Beherrschung seiner Spieler in die Schuhe geschoben. Er ließe seine Stars viel zu sehr an der langen Leine und habe es versäumt, sie rechtzeitig wieder einzufangen.
Es sei ihm dadurch zudem nicht gelungen, eine echte Einheit auf dem Platz zu formen. Hinter vorgehaltener Hand wird in Madrid schon länger über Eifersüchteleien zwischen Kylian Mbappé und Viní Júnior diskutiert.
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Mit bereits 39 Toren ist Kylian Mbappé der treffsicherste Debütant in Reals Klubgeschichte

Fotocredit: Getty Images

Die Zeitung "Marca" baut in dieser Hinsicht voll auf Alonso. "Er kennt den Klub durch seine Zeit als Spieler in- und auswendig und hat in Leverkusen bewiesen, was man als Team erreichen kann", war dort zu lesen.
Ob Alonso oder doch ein anderer - es wartet viel Arbeit auf den zukünftigen Real-Trainer. Da ist es hilfreich, dass Mbappé nach anfänglichen Schwierigkeiten voll eingeschlagen hat.
Mit 39 Toren in seiner Premierensaison ist der Franzose bereits drei Spieltage vor Schluss der treffsicherste Debütant der Klubhistorie. Durch seinen Dreierpack am Sonntag löste er Ivan Zamorano ab, der 1992/93 37 Mal traf. Klare Botschaft der "AS": "Für das, was kommt, muss Mbappé der Anführer sein."
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Fabregas als Nachfolger? Alonso äußert sich zu Gerüchten

Quelle: Perform



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