José Mourinho angeblich Favorit auf den Trainerposten von Real Madrid: Königliche Propaganda oder eine echte Option?

Real Madrid sucht einen neuen Trainer - wieder einmal. Xabi Alonso ist krachend gescheitert, die Zeit von Nachfolger Alvaro Arbeloa nach dem Champions-League-Aus gegen Bayern ebenfalls abgelaufen. Zudem steuern die Königlichen auf die zweite Saison in Folge ohne großen Titel zu. Präsident Florentino Perez will die Dinge wieder an sich reißen und kokettiert mit einem alten Bekannten: José Mourinho.

Kuriose Mourinho-Saison: Verpasst Benfica ungeschlagen den Titel?

Quelle: Perform

Am Dienstag gab es eine gute Nachricht für Real Madrid: Thibaut Courtois trainierte erstmals seit seiner Oberschenkelverletzung wieder mit der Mannschaft und steht den Königlichen für die letzten fünf Ligaspiele zur Verfügung.
Mehr Positives als die Rückkehr der im Champions-League-Duell mit dem FC Bayern schmerzlich vermissten Nummer eins gibt Reals aktuelle Lage nicht her. Der Klub befindet sich in einer Phase, die intern als inakzeptabel angesehen wird: Zwei Saisons ohne großen Titel und ein Umfeld, das sportliche wie strukturelle Unruhe spürt.
Die Situation ist so unbefriedigend, dass sich Florentino Pérez dazu entschlossen hat, die Dinge wieder im Alleingang zu richten. Der Präsident führt Real Madrid wie ein Wirtschafts- und Machtprojekt: zentralisiert, erfolgsfixiert und mit großem persönlichem Einfluss. Unter seiner Ägide sammelte Real 66 Titel.
Doch wenn sie ausbleiben, greift er ein - auch direkt in der Kabine. Nach dem Aus in der Königsklasse gegen die Bayern bezeichnete er die Spieler als Taugenichtse und betonte, dass "zwei Saisons ohne Titel unerträglich" seien.

Mourinho seit 2015 ohne Meistertitel

Nun hat Pérez die Trainersuche zur Chefsache erklärt. Anders als im Vorjahr, als Generaldirektor José Ángel Sánchez Xabi Alonso durchsetzte, will Pérez diesmal selbst entscheiden - und setzt dabei offenbar auf einen Trainer, der bereits 2010 eine ähnliche Situation stabilisierte: José Mourinho. Laut "The Athletic" ist der Portugiese Favorit auf den Trainerposten und soll Pérez sein großes Interesse an einer Rückkehr kundgetan haben.
Der 63-Jährige selbst stellte jedoch klar, dass es bislang keinen Kontakt mit Real gegeben hat. "Niemand von Real Madrid hat mit mir gesprochen. Das kann ich garantieren", sagte er.
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Mourinho gesteht Fehler ein: "Fenerbahce war nicht auf meinem Level"

Quelle: Perform

Aktuell trainiert Mourinho Benfica Lissabon und könnte dort bald zweifelhaften Ruhm erhalten, denn Benfica liegt im Meisterkampf drei Spieltage vor Schluss quasi aussichtslos auf Rang zwei hinter dem FC Porto - ohne eine einzige Saisonniederlage.
Generell war das vergangene Jahrzehnt in der Karriere von "The Special One" nicht gerade von Erfolg gekrönt. Seit 2015 hat er weder in England (FC Chelsea und Manchester United) noch in Italien (AS Rom), der Türkei (Fenerbahce) oder in Portugal (Benfica) eine Meisterschaft gewonnen. Seinen letzten Titel holte er 2022, als sich die Roma im Conference-League-Finale gegen Feyenoord Rotterdam (1:0) durchsetzte.
Sein taktischer Ansatz ist aus der Zeit gefallen und gilt als unpassender Gegenentwurf zum modernen "Chaos-Fußball", den beispielsweise der FC Bayern unter Vincent Kompany praktiziert. Infolgedessen hinterfragen spanische Medien, ob Mourinho noch das Niveau besitzt, das Real Madrid verlangt.

Mourinhos Seilschaft mit Präsident Pérez

Die Connection zum 63-Jährigen basiert auf der alten Seilschaft mit Pérez. Der allmächtige Real-Boss traut Mourinho offenbar zu, den Klub ein zweites Mal aus dem Dornröschenschlaf zu holen. Als Mourinho 2010 erstmals in Madrid anheuerte, schien der verhasste Rivale FC Barcelona Real Lichtjahre voraus zu sein. Damals wie heute stagniert die Mannschaft, interne Spannungen vertiefen die Probleme.
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Verstehen sich gut: Florentino Pérez und José Mourinho

Fotocredit: Getty Images

Der bei Real fast schon verpflichtende CL-Titel bleib Mourinho seinerzeit zwar verwehrt, es gelang ihm jedoch, die nationale Dominanz von Barça zu durchbrechen und Gegenpart Pep Guardiola in einen verbalen Psychokrieg zu verwickeln - was in Reals Umfeld gut ankam.
Angeblich wollte Pérez Mourinho bereits mehrmals zurückholen, soll dabei aber stets intern zu wenige Unterstützer gehabt haben. Nun wagt er offenbar den nächsten, diesmal konkreten Versuch. Er hält Mourinho für jemanden, der aufräumen kann, Leistung über alles stellt und weiß, wie man eine Kabine voller Superstars führt.
"Tatsächlich war Mourinho der Trainer, den Florentino Pérez am meisten respektierte", sagt Adrian Garcia, Real-Experte bei Eurosport Spanien.

Klopp und Zidane sind nicht zu bekommen

Mourinhos erste Amtszeit brachte Meisterschaft, Copa del Rey und Supercup - und legte laut Klubkreisen den Grundstein für die spätere Champions‑League‑Dominanz. Nach seinem Abschied 2013 sagte Mourinho: "Real wird in den nächsten Jahren explodieren, ich habe die Basis dafür gelegt."
Laut Garcia ist Mourinho dennoch nicht die erste Wahl: "Pérez und der Vorstand finden keinen geeigneten Ersatz für Arbeloa. Jürgen Klopp lehnte mehrfach ab, Zinédine Zidane wird nach der WM die französische Nationalmannschaft trainieren. Vielleicht könnte Mourinho die einzige Lösung für Real sein, denn die Blancos haben sonst nichts."
So ganz traut Garcia dem Braten jedoch nicht: "Der Name Mourinho taucht immer wieder auf, vielleicht aber nicht als echte Option, sondern nur als 'Propaganda'. Mou wird von Florentino und den Real-nahen Medien instrumentalisiert, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen."

Mourinho in einer Kabine mit Vinícius Júnior: "Sprengstoffgefahr"

Die ist rund um den Klub im Misserfolgsfall traditionell angespannt. Und intern regt sich laut "The Athletic" erneut Widerstand gegen Mourinho.
Denn eine entscheidende Qualifikation, die es benötigt, um bei Real vernünftig arbeiten zu können, wird ihm abgesprochen: der Umgang mit den Stars. Die Real-Legenden Iker Casillas und Sergio Ramos sollen Pérez einst vor die Wahl gestellt haben: Mourinho oder wir.
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Nach Vinícius-Aussagen: Mourinho reagiert auf Kritik

Quelle: Perform

"Mourinho und Vinícius Júnior in einer Kabine - wenn das mal gut geht ...", zweifelte kürzlich die Zeitung "AS" "eine "mögliche Begegnung mit Sprengstoffgefahr" an.
Pérez blendet das alles aus. Er reißt neben den marktstrategischen auch die sportlichen Angelegenheiten von Real Madrid wieder an sich. Doch nach zwei titellosen Jahren sollte der nächste Trainerschuss sitzen.
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