FC Bayern München wirft Real Madrid aus der Champions League: Mit Energie, Wucht und Wille ins Halbfinale gegen PSG
Update 16/04/2026 um 11:30 GMT+2 Uhr
Drei Mal lag der FC Bayern München im Viertelfnal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid zurück, drei Mal erzielten sie den Ausgleich und mit der letzten Aktion sogar noch den Siegtreffer in epischen 94 Minuten. Wie es den Münchnern mit Moral und Mentalität gelungen ist trotz des Patzers von Torhüter Manuel Neuer weiterzukommen. Und was Joshua Kimmich dennoch kritisierte.
Kompany nach Real-Krimi: "Wunderschöner Abend"
Quelle: Perform
Noch 20, höchstens 30 Sekunden zu spielen. Ballbesitz für den FC Bayern München, ein Konter. Michael Olise kommt auf dem rechten Flügel an den Ball. Der Franzose könnte jetzt machen, was wohl fast alle Fußballer in so einer Situation machen. Ab zur Eckfahne, ein paar Pirouetten mit dem Ball, vielleicht einen Einwurf herausholen. Zeit von der Uhr nehmen, sagt man so schön dazu.
3:3 steht es in diesem Moment in dieser Fußballschlacht zwischen den Bayern und Real, in diesem expressionistischen Gemälde eines Champions-League-Spiels.
Die Münchner haben dank des 2:1-Erfolgs im Hinspiel das Halbfinale vor Augen, müssen nur noch vier Minuten Nachspielzeit überstehen. Und Olise? Was macht Olise? Er dribbelt nicht Richtung Eckfahne. Der Franzose nimmt Tempo auf, zieht von rechts in die Mitte und schickt den Ball mit Schmackes Richtung langes Eck. Innenpfosten, rein ins Glück. 4:3 - Abpfiff, endgültig Feierabend für Real. Und alle Schleusen auf für den Emotionsrausch der Bayern.
Zahlreiche Fans in der Südkurve sind vom Zaun in den Innenraum gehüpft, ihren Helden an der Werbebande ganz nah. Euphorie zum Anfassen, Glück zum Festhalten. Die Allianz Arena wird von Endorphinen geflutet. Zum Platzsturm der Anhänger kommt es nicht. Dafür sind sie zu geflasht - vom Kick, den sie durch diesen Kick erhalten haben.
Neuer sorgt für erste Adrenalinausschüttung
”Ich glaube, wir müssen erstmal verarbeiten, was heute hier passiert ist." Manuel Neuer drückte aus, was jeder Fan, der es mit den Bayern hält, auf dem Heimweg fühlte. "Das war eine richtige Champions League-Nacht, so wie man sie nicht oft erlebt. Für die Zuschauer - und auch für uns Spieler - war das schon besonders", erklärte der Bayern-Torhüter, der mit seinem Patzer vor dem 0:1 in der ersten Minute für die erste Adrenalinausschüttung höchstselbst sorgte. Und für den ersten Rückstand.
Drei Mal gerieten die Hausherren ins Hintertreffen. Drei Mal schlugen sie zurück. 0:1, 1:2, 2:3. Und dann 1:1, 2:2, 3:3. Das 4:3 von Olise in der Nachspielzeit war dann der letzte Schrei, dessen Schlenzer ins Glück der wahrhaft krönende Abschluss.
Zugleich ein Beleg des Schlachtenglücks. Wer große Titel wie den Henkelpott, den prestigeträchtigsten Wettbewerb Europas, gewinnen möchte, braucht genau diese Momente.
Wenn sich neben der rein sportlichen Qualität auch Wucht und Wille der Mannschaft bezahlt machen - auch wenn man rein sportlich nicht den besten Tag erwischt, weil vor allem in der Defensive bei Reals Kontern zu viele Fehler unterliefen. Umso besser, dass die Moral den Weg ebnete, als es mal nicht so rund lief bei den Seriensiegern.
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Kane zu Camavinga-Platzverweis: "Einfach nur unnötig"
Quelle: SNTV
Bayern - Real: Chaos und extrem hohes Stresslevel
Die Geduld und der Glaube an die eigene Stärke - vorgelebt von Trainer Vincent Kompany an der Seitenlinie - sind die großen Trümpfe dieser Mannschaft, die sich das Champions-League-Finale am 30. Mai in Budapest zum Ziel gesetzt hat.
Diese beiden engen Duelle mit Real, gegen das die Bayern sämtlichen vier letzten K.o.-Runden von 2013/14 über 2016/17 und 2017/18 bis hin zu 2023/24 jeweils zerschellt sind, können nun den Nadelöhr-Effekt zum Titel haben. Einmal durchgekommen, weitet es die ohnehin schon stolze bayerische Brust. Wie zu vernehmen war.
"Das Spiel zeigt, wie wir sind. Es beschreibt den Charakter dieser Mannschaft ganz gut”, begann Sportvorstand Max Eberl seine Eloge am späten Mittwochabend und erklärte: "Wir können Fußball spielen, aber vor allem können wir uns wehren und stabil bleiben. Es fühlt sich einfach großartig an. Diese Mannschaft und dieser Verein leben total, stehen zusammen. Diese Energie kommt nicht nur vom Platz, sondern auch von außen. Das spürt man - und das macht uns stark."
Das wilde, spektakuläre Hin und Her in diesem ”Clásico Europeo”, wie die Spanier das Duell zwischen Bayern und Real nennen, kannte vor allem in der ersten Halbzeit kaum eine Atempause. Die besten Feinde, die über die Jahrzehnte wechselseitig zum jeweiligen Angstgegner mutierten, lieferten sich eine offene Feldschlacht.
"Chaotisch", nannte Mittelstürmer Harry Kane die erste Halbzeit. Aleksandar Pavlovic registrierte ein ”extrem hohes Stresslevel” und für Joshua Kimmich war ”sehr viel Drama drin”.
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Bayern-Boss: PSG ist der Favorit
Elf Jahre ist der Vizekapitän nun schon fast in München und hat zig Europapokal-Schlachten wie diese erlebt. Auch ”viele emotionale Abende, die in die andere Richtung gingen. Deswegen bin ich ganz froh, dass wir das Ding gezogen haben, dass wir weiter sind”, sagte ein bewegter Kimmich.
Die Tragödie aus Bayern-Sicht blieb aus. Sie wollten sie einfach nicht zulassen. In einer magischen Nacht servierten sich die Meister des Comebacks das Happy End selbst.
Das könnte nun einen gewaltigen Schub geben für den anstehenden Endspurt der Saison. Drei englische Wochen mit drei Halbfinal-Partien warten auf den designierten Meister, der an einem der nächsten Spieltage der Bundesliga bereits über die Ziellinie gehen wird.
Aber dann, die K.o.-Spiele: Kommenden Mittwoch das Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen, darauf folgt die ultimative Herausforderung Paris St. Germain im Halbfinale der Königsklasse. Krasser geht`s nicht. Schwieriger ebenso nicht. ”Wenn einer im Halbfinale der Favorit ist, dann Paris”, sagte Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen, "sie haben zwei Mal souverän gegen Liverpool gewonnen, sind der Vorjahressieger."
Und fügten dem FC Bayern vergangenen Sommer bei der Klub-WM in den USA mit dem 2:0 im Viertelfinale eine empfindliche Niederlage zu. In der Champions League gewannen die Münchner die letzten beiden Begegnungen, die Trainer Kompany an der Seitenlinie zu verantworten hatte. Mit 1:0 im November 2024 in München, mit 2:1 im November letzten Jahres in Paris.
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"Gibt nichts Größeres": FC Bayern bereit für Gigantenduell mit PSG
Quelle: SID
Kimmich legt Finger in die Wunde
In Kimmichs Augen ist Paris aktuell ”wahrscheinlich die formstärkste Mannschaft in Europa”, von daher treffen im Halbfinale ”die beiden besten Teams in Europa treffen aufeinander”. Neuer erwartet ”Duelle auf Augenhöhe”, sagte: "Unsere Spiele gegen PSG zuletzt waren immer eng.”
Ob wieder eine große Portion Drama dabei sein wird? "Ich glaube, das gehört einfach dazu." Sprach Neuer und grinste. Denn: Das Vertrauen in die eigene Stärke und in die Widerstandsfähigkeit ist weiter gewachsen.
"In letzter Zeit haben wir viele solcher Spiele gehabt, die wir hinten heraus noch entschieden haben oder gebogen haben. Das spricht natürlich für unsere Mentalität. Aber wir dürfen uns gegen Paris nicht wieder so viele Fehler erlauben", erklärte Kimmich und mahnte: Wir wollen natürlich im besten Fall nicht immer zu dem Punkt kommen, dass wir das Spiel wieder drehen müssen."
Können diese Bayern aber. Wenn sie müssen.
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Kompany: "Bin nicht glücklich über meine Gelbe Karte"
Quelle: Perform
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