PSG - Zwischenbilanz: So läuft es für Thomas Tuchel

Sechs Spiele ist das Abenteuer PSG für Thomas Tuchel nun alt, und obwohl der 45-Jährige mit fünf Siegen einen perfekten Ligastart hingelegt hat, säht die Presse nach dem 2:3 in Liverpool erste Zweifel am Coach. Doch wie gut ist Tuchel in Paris wirklich angekommen, hat er die Akzeptanz der Stars, wird er als Toptrainer wahrgenommen? Fußball-Experte Maxime Dupuis von Eurosport Frankreich klärt auf.

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"Thomas Tuchel hat einen hervorragenden Ruf. Da gibt es überhaupt kein Problem, er gilt als technisch und taktisch versiert", umreißt Dupuis das Bild, das von Tuchel in der französischen Öffentlichkeit gezeichnet wird.
Natürlich habe es zu Beginn seiner Amtszeit im Juli kritische Fragen gegeben, ob der ehemalige BVB-Trainer wirklich besser sei als sein Vorgänger Unai Emery und warum es PSG nicht gelinge, die größten Namen der Trainergilde an die Seine zu lotsen?

"Tuchel von den Stars akzeptiert"

Intern aber ist Tuchel unumstritten.
Das ist Geschichte, die Offensiv-Abteilung um den Brasilianer und seine Kollegen Edinson Cavani sowie Kylian Mbappé harmoniert gut.
Schwierigkeiten könnten dagegen bei den Torhütern auftauchen, wo Nationalkeeper Alphonse Aréola und Legende Gianluigi Buffon um die Nummer eins kämpfen. Ein Problem für Tuchel, an dem er aber nicht die Schuld trage, wie Dupuis erläutert:
Dupuis zweifelt daran, dass der Buffon-Transfer zwingend notwendig war. "Aber PSG konnte einfach nicht widerstehen. Wann immer ein Spieler mit dieser Strahlkraft zu haben ist, kauft ihn Paris. Der Verein hätte eigentlich einen guten Mittelfeldspieler gebraucht, wie man einmal mehr an der Anfield Road gesehen hat."

PSG noch nicht im Champions-Modus

Tuchel weiß genau, dass er nur in der Champions League die Chance hat, seine Position auf der PSG-Bank langfristig zu sichern. National ist seine Mannschaft der Konkurrenz meilenweit enteilt, echte Konkurrenz ist nicht zu erwarten. Es geht um den Titel in der Königsklasse. "Wir sind noch in einer Phase, wo ich dabei bin, meine Spieler kennenzulernen", bat Tuchel nach der Niederlage in Liverpool um Geduld.
Die "L'Équipe" prophezeit Tuchel "einen langen Weg", während "Le Parisien" bemängelte, dass PSG die Partie "nie beherrscht" habe.

"Nicht das Kaliber, das bei PSG gefordert wäre"

Auf einen sogenannten Megatransfer musste der Klub im Sommer verzichten, um das Financial Fairplay einzuhalten. Tuchel nahm infolge dessen die ehemaligen Bundesliga-Profis Juan Bernat vom FC Bayern, Thilo Kehrer vom FC Schalke und Eric Maxim Choupo-Moting von Stoke City unter Vertrag. "Das ist sicher nicht das Kaliber, das bei PSG gefordert wäre, und es wirkt so, als ob dies Verpflichtungen der zweiten oder dritten Wahl wären", betont Dupuis.
Auf der anderen Seite eröffnet sich für Tuchel damit die Chance, seine Fähigkeit, Spieler besser zu machen und zu integrieren, auch in Paris unter Beweis zu stellen.
Die drei kommenden Ligaspiele gegen Rennes, Reims und Nizza scheinen wie gemacht, um noch ein paar Dinge auszuprobieren, ehe Tuchel dann am 3. Oktober auf europäischem Parkett gegen Roter Stern Belgrad einen überzeugenden Heimsieg liefern muss...
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