"Ich träume immer noch davon, einer der besten Mittelfeldspieler der Welt zu sein."
Renato Sanches machte Mitte April bei "Canal 11", dem Sender des portugiesischen Fußballverbandes, deutlich, dass sich an seinen persönlichen Ambitionen trotz des ausgebliebenen Durchbruchs beim FC Bayern nichts geändert hat.
Von 2016 bis 2019 trug der beste Jungspieler der EM 2016 in Frankreich das Trikot des deutschen Rekordmeisters, gewann zwei deutsche Meisterschaften sowie den DFB-Pokal, die großen Hoffnungen, die man in München in ihn setzte, erfüllte er jedoch nicht.
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Nach einer Spielzeit auf Leihbasis beim Swansea City flüchtete der Portugiese im vergangenen Sommer nach Frankreich - und scheint nun endlich im ruhigen Karrierefahrwasser angekommen zu sein.

Renato Sanches

Fotocredit: Getty Images

Renato Sanches: "Heute ein besserer Spieler"

Mit dem OSC Lille erreichte Sanches in der abgelaufenen, verkürzten Ligue-1-Saison den vierten Rang und darf damit darauf hoffen, in der kommenden Spielzeit an der Champions League teilzunehmen. Das Entscheidende: Der 22-Jährige war als unumstrittener Stammspieler ein wichtiger Teil des Erfolgs. 20 Mal stand er in der Liga im Kader, 16 Mal in der Startelf - drei Tore und ein Assist gelangen ihm dabei. Ordentliche Werte für einen zentralen Mittelfeldspieler.
Bei Bayern sei es nicht wie erwartet gelaufen, räumte Sanches rückblickend bei "Canal 11" ein. "Und vielleicht gab es da auch zu viele, die gedacht haben, ich würde bei Bayern einfach so weitermachen wie bei Benfica."
Das tat er offensichtlich nicht. In Lille schickt er sich nun aber an, seine Benfica-Form wiederzufinden. Das liegt laut eigener Aussage vor allem an seiner persönlichen Weiterentwicklung. "Analysieren sie jetzt mein Spiel und mein Spiel von der Europameisterschaft 2016", empfahl Sanches seinen Kritikern nun in einem Interview mit "MaisFootball".
"Es ist klar, dass ich ein anderer Spieler bin. Ich bin vorsichtiger mit dem Ball, meine Pässe kommen genauer und ich verliere nicht mehr so viele Bälle, die ich zuvor verloren habe."
Aufgrund seiner Erfahrung habe er "ein besseres Positionsspiel", so Sanches. "Aus all diesen Gründen denke ich, dass ich heute ein besserer Spieler bin, als ich das 2016 war."

Enttäuschung beim FC Bayern für Sanches

Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich Spieler weiterentwickeln - im Fall Renato Sanches ist es dennoch erwähnenswert, da seine Entwicklung in den Jahren beim FC Bayern und auch während seiner Leihe in die Premier League komplett zu stagnieren schien.
Als Gewinner des Golden-Boy-Awards wechselte er unmittelbar nach dem Gewinn der Europameisterschaft mit der portugiesischen Nationalmannschaft mit großen Ambitionen zum FC Bayern, kam in drei Jahren im Klub aber unter keinem Trainer wirklich zurecht.

Renato Sanches erzielte bei der EM 2016 sein erstes Tor für Portugal

Fotocredit: Imago

Es wurde gemutmaßt, dass die Ablöse von rund 35 Millionen Euro wie ein schwerer Rucksack auf die Schultern des Youngsters drücke, davon will dieser heute aber nichts wissen. "Zahlen spielen für mich keine Rolle. Sie sind keine Last. Ich war der teuerste Transfer für Lille und Bayern. Aber wenn ich abends ins Bett gegangen bin, habe ich nie daran gedacht."
Dennoch hätte es in der Nachbetrachtung "sicher nicht geschadet, noch ein Jahr bei Benfica zu bleiben", gab der nun 22-Jährige zu, fügte jedoch an: "Aber in dem Moment hat sich der Wechsel richtig angefühlt. Viele Leute sagen, es sei mir damals nur ums Geld gegangen. Aber darum ging es nicht. Ich hatte viel gespielt, eine fantastische EM und eine sehr gute Saison bei Benfica hinter mir: Ich fühlte mich bereit."
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Fokus auf die EM 2021

Das Thema FC Bayern hat Sanches mittlerweile abgehakt. Er schaut nach vorne, will mit Lille in die Champions League einziehen und im kommenden Jahr einmal mehr auf Europas größter Bühne, der paneuropäischen Europameisterschaft, beweisen, dass er ein außergewöhnlicher Fußballer ist.
"Jeder portugiesische Spieler möchte an der Europameisterschaft teilnehmen und ich verstecke mich nicht. Dies ist offensichtlich ein Ziel."
Ein Ziel, dass er mit Leistungen wie zuletzt in Lille erreichen wird. Und wer weiß: Vielleicht wird er mit Hilfe des richtigen Umfelds dann ja doch noch einer der besten Mittelfeldspieler der Welt.
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