Der Start von Michael Cuisance bei Olympique Marseille hätte kaum besser laufen können. "Ich bin glücklich. Ich habe mein Lachen wiedergefunden", sagte der Youngster nach seinem Debüt gegen Girondins Bourdeaux Mitte Oktober.
Zu Beginn deutete vieles auf eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten hin. Cuisance stand regelmäßig für Marseille auf dem Platz (bisher 1059 Minuten).
Damit erhöhte er seine Einsatzzeit im Vergleich zur kompletten Saison 2019/20 immens: Für den FC Bayern durfte Cuisance in der vergangenen Spielzeit gerade einmal 672 Minuten spielen.
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Die Münchener erhofften sich einen möglichen Verkauf im Sommer und Marseille eine talentierte Verstärkung für das Mittelfeld. Doch nach seinem verheißungsvollen Start an der Côte d'Azur läuft es nun überhaupt nicht mehr rund für den 21-Jährigen.

Michael Cuisance gerät wieder ins Hintertreffen

Am Sonntagabend im Spiel gegen Paris Saint-Germain (0:2) notierte Cuisance nur zwei mickrige Einsatzminuten. Auch die Torbeteiligungen lassen beim offensiven Mittelfeldspieler weiterhin zu wünschen übrig. Lediglich einen Assist hat Cuisance nach 22 Saisonspielen auf dem Konto, zu wenig aus Sicht der Verantwortlichen bei Olympique, die sich vom Youngster deutlich mehr erhofft hatten.
Auch beim Pokalduell mit Zweitligist Auxerre am Mittwoch konnte er nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit kaum Akzente setzen, auch wenn OM durch das 2:0 zumindest einen weiteren Tiefschlag verhinderte.
Der Ligue-1-Klub rutschte zuletzt außerdem auf den sechsten Tabellenplatz ab, wodurch die erneute Qualifikation für die Champions League und damit Millionen-Einnahmen in Gefahr geraten. Ein dauerhafter Transfer von Cuisance würde im Falle des Verpassens der Königsklasse wohl in weitere Ferne rücken.
Zumal einer seiner größten Befürworter in Marseille, Ex-Trainer André Villas-Boas, nach Streitereien mit den Klub-Oberen Anfang Februar entlassen wurde. Der Portugiese hatte im November noch verkündet, Cuisance sei "ein Spieler, bei dem ich hoffe, dass wir die Kaufoption ziehen können". Diese soll laut "L'Équipe" bei rund 18 Millionen Euro liegen.
Eine nicht unerhebliche Summe, die der FC Bayern möglicherweise schon für eigene Sommer-Transfers eingeplant hat? Mit Dayot Upamecano von RB Leipzig (Ausstiegsklausel: 42,5 Millionen Euro) steht bereits ein namhafter und nicht gerade preiswerter Spieler auf der Transferwunschliste der Münchener.

Michaël Cuisance wechselte auf Leihbasis Vom FC Bayern München zu Olympique Marseille

Fotocredit: Getty Images

Olympique Marseille muss angeblich Spieler abgeben

Cuisance selbst zeigte sich noch vor wenigen Wochen zuversichtlich, dass er wieder eine wichtigere Rolle einnehmen könnte. "Ich weiß, dass ich mehr kann. Der Trainer möchte mich nicht überbelasten, weil ich in den letzten Saisons nicht so viel gespielt habe, aber ich vertraue ihm voll", zeigte der Franzose Verständnis für die Entscheidung gegen ihn. Auch der Abgang von Morgan Sanson im Januar-Transferfenster zu Aston Villa hätte Cuisance womöglich mehr Einsatzzeit generiert.
Doch mittlerweile sieht vieles nach einem Abschied im Sommer aus. Zudem ist die Frage, wer den Trainer-Posten in Marseille übernehmen wird, noch unbeantwortet. Wie der französische Sender "Téléfoot" berichtet, gilt Jorge Sampaoli, aktuell noch Coach beim brasilianischen Klub Atlético Mineiro, als Favorit. Demnach möchte der Argentinier nach dem Ende der Saison in Brasilien (Ende Februar) übernehmen.
Welche Auswirkungen dies auf Cuisance haben würde, ist schwer abzusehen. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation vieler Vereine aufgrund der Corona-Pandemie und der eher mittelmäßigen Leistungen des Talents scheint ein Verzicht der Kaufoption wahrscheinliche. Die französische Zeitung "La Provence" berichtete zudem, dass sich Marseille sogar von mehreren Spielern trennen könnte. Auch die Leihspieler Leonardo Balerdi und Pol Lirola stehen offenbar vor einer ungewissen Zukunft.
Sollte Cuisance im Sommer also nach München zurückkehren, ist fraglich, wie es für ihn weitergeht. Denn beim FC Bayern unter Trainer Hansi Flick spielte der 21-Jährige bisher und wohl auch in Zukunft keine große Rolle. Im offensiven Mittelfeld ist der Rekordmeister zu gut besetzt.
Für Cuisance steht somit im Bezug auf seine Zukunft ein großes Fragezeichen im Raum.
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