Nach Kevin Vollands Gala klatschte selbst der dick vermummte Fürst Albert auf der Tribüne anerkennend Beifall. "Es läuft im Moment schon richtig gut, das kann man nicht anders sagen", befand Ex-Nationalspieler Volland, nachdem er mit AS Monaco Spitzenreiter Paris St. Germain im Topspiel der Ligue 1 3:2 (0:2) niedergekämpft hatte. Für den deutschen PSG-Coach Thomas Tuchel wird es vor dem Champions-League-Duell mit RB Leipzig ganz ungemütlich.

Dass über den längst nicht mehr unumstrittenen Tuchel dunkle Wolken aufziehen, war am Freitagabend im Stade Louis II vor allem Volland geschuldet. Mit seinem Doppelpack (52./65.) sowie dem stark herausgeholten Elfmeter zum Siegtreffer von Cesc Fabregas (84.) - der Ex-Dortmunder Abdou Diallo sah dabei Rot - drehte der frühere Leverkusener das Spiel fast im Alleingang. "Das hat mich nicht überrascht. Ich weiß, was Kevin dem Team geben kann", sagte Monacos Trainer Niko Kovac.

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PSG, das zuvor acht Ligaspiele in Serie gewonnen hatte, verdaddelte die von Weltmeister Kylian Mbappe (25./37., Elfmeter) per Doppelpack erzielte Führung dramatisch leichtfertig, was Tuchel während Halbzeit zwei überaus mies gelaunt in seinem Trainerstuhl zusammensacken ließ. "Wir haben die Kontrolle verloren, komplett aufgehört, Fußball zu spielen", sagte Tuchel: "Es ist immer möglich, ein Spiel zu verlieren. Aber so? Das ist seltsam."

Dabei hatte Tuchel mit Ausnahme des angeschlagenen Italieners Marco Verratti sowie des verletzten deutschen Duos Julian Draxler und Thilo Kehrer sein komplettes Starensemble beisammen, selbst Neymar konnte nach längerer Zwangspause eine halbe Stunde mitwirken. Auf den Brasilianer setzt Tuchel auch am Dienstag (21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) - nach nur drei Punkten aus den ersten drei Königsklassenspielen, darunter das 1:2 in Leipzig, ist ein Sieg gegen die Sachsen (6) Pflicht.

Kovac schwärmt von Power-Duo Volland und Fabregas

Volland spielt im Sturmzentrum mit neuer Leichtigkeit

"Das Spiel gegen Leipzig wird sehr schwierig", sagte Tuchel, "das wäre es aber auch bei einem Sieg gegen Monaco geworden." Der Coach weiß: Für nationale Trophäen kann er sich wenig kaufen, nach der Final-Niederlage gegen den FC Bayern im August muss nach dem Gusto der katarischen Besitzer der Champions-League-Titel her - ein Gruppenphasen-Aus könnte Tuchel den Job kosten.

Von derartigem Druck ist Volland weit entfernt. Seit ihn Kovac neuerdings ins Sturmzentrum beordert hat, hat der gebürtige Allgäuer eine neue Leichtigkeit entdeckt. "Das macht vieles einfacher für mich", sagte er nach seinem zweiten Doppelpack in den jüngsten drei Spielen.

Der 28-Jährige, im September von Bayer ins Fürstentum umgezogen, kann und will sich ganz auf seinen neuen Klub konzentrieren. Die Nationalelf, auf die Volland nach beständig starken Leistungen in Leverkusen immer wieder geschielt hat, ist kein Thema mehr. "Ich bin dankbar für die zehn Länderspiele", sagte er dem "Kicker", "aber nach vier Jahren macht man sich keine allzu großen Hoffnungen mehr."

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(SID)

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