Paris Saint-Germain hat große Pläne. Die Franzosen basteln an einem Starensemble, das nur ein Ziel hat: Endlich die Champions League gewinnen.
Ausnahmekönner wie Neymar und Kylian Mbappé reichten bislang nicht für den ganz großen Coup, also macht Klub-Besitzer Nasser El-Khelaifi das Portemonnaie weiter auf.
Die Verpflichtungen von Gianluigi Donnarumma, Italiens Elfmeterheld, und von Sergio Ramos, einem Leitwolf mit eingebauter Titelgarantie, sind dicke Ausrufezeichen. Hinzu kommt Achraf Hakimi, der für 60 Millionen Euro von Inter Mailand geholt wurde, Georginio Wijnaldum (wie Donnarumma und Ramos ablösefrei) komplettiert das neue Star-Quartett.
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In einer Phase, in der andere Klubs sparen müssen, klotzt PSG. Doch passen die Neuen überhaupt in das Mannschaftsgefüge? Und was ist eigentlich mit Mbappé, der seit geraumer Zeit mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht wird?

Achraf Hakimi "die wichtigste Verstärkung" für PSG

Glaubt man dem französischen Eurosport-Redakteur Cyril Morin ist fast jeder dieser namhaften Transfers eine deutliche Verbesserung für den PSG-Kader. Im Fall des Ex-Dortmunders Hakimi sagt der Fußball-Experte: "Seit dem Einstieg von Katar hatten sie nie einen Rechtsverteidiger auf diesem Niveau. Jetzt haben sie das vielleicht größte Talent auf der Position geholt, das ist eine wirkliche Steigerung."
In den Vorjahren hatten unter anderem Serge Aurier, Gregory van der Wiel oder Thomas Meunier die rechte Seite der Pariser beackert. Obwohl der erst 22-Jährige durchaus noch Defizite in der Defensivarbeit habe, "ist das immer noch besser als seine Vorgänger".
"Er ist ein Spezialist auf dieser Position und wird sich verbessern", prognostiziert Morin und ergänzt: "Er ist wahrscheinlich die wichtigste Verstärkung in diesem Sommer." Vor allem offensiv gehört Hakimi sicherlich zu den verheißungsvollsten Rechtsverteidigern. Dies bewies der Marokkaner bereits während seiner Leihe bei Borussia Dortmund.

Achraf Hakimi wechselt zu PSG

Fotocredit: Getty Images

Sergio Ramos füllt Abwehr-Lücke

Auch die Leader-Problematik habe PSG mit der Verpflichtung von Ex-Welt- und Europameister Ramos lösen können, glaubt der Eurosport-Redakteur: "PSG hatte oft auch nicht die großen Anführer im Team, nicht unbedingt im spielerischen, aber im mentalen Bereich."
Der Spanier kann diese Lücke mit Sicherheit füllen. Denn mit Real Madrid gewann er alleine vier Mal die Champions League. Von Ramos können daher sicherlich auch einige PSG-Stars noch lernen.
Einzig die Verletzungsanfälligkeit des mittlerweile 35-Jährigen hinterlässt ein Fragezeichen. In der vergangenen Saison verpasste Ramos 32 Pflichtspiele für die Königlichen verletzungs- oder krankheitsbedingt. Morin ist sich aber sicher: "Sein Engagement und Siegeswille werden wichtig sein."
Im Mittelfeld schließt dann noch Wijnaldum eine Lücke, die Thiago Motta durch dessen Karriereende im Jahr 2018 bei PSG hinterlassen hatte. Einzig der Wechsel von Donnarumma macht Morin etwas Sorgen. "Es könnte zu Problemen mit Keylor Navas führen", befürchtet er. Denn der bisherige Stammkeeper der Franzosen unterschrieb erst im April einen neuen Vertrag bis 2024. Im Tor hat Trainer Pochettino somit die Qual der Wahl.

Welches System wählt Pochettino?

Zudem stellt sich nun die Frage nach der Aufstellung. Bisher agierte PSG mit einer Viererkette im 4-2-3-1. Doch mit den Verpflichtungen wäre auch eine Dreierkette möglich. Morin weiß: "Pochettino ist kein Fan vom 3-4-3 und sein Team spielt gerne im 4-2-3-1. Wenn man sich aber die Mannschaftsstruktur anschaut, dürfte es schwierig werden, es nicht zumindest zu versuchen."
Allerdings betont der Journalist auch, dass die Dreierkette im französischen Fußball nur selten zum Einsatz komme. In der Nationalmannschaft gingen derartige Versuch bislang daneben, zuletzt bei der Europameisterschaft im Achtelfinale gegen die Schweiz.
"Es ist nicht klar, was Pochettino machen wird. Wenn er beim 4-3-3 oder 4-2-3-1 bleibt, könnte es für Kimpembe gefährlich werden", glaubt Morin. Auch das Thema Mbappé steht weiter im Raum. Sein Vertrag läuft 2022 aus. Langfristig verlängern möchte der PSG-Superstar offenbar aber nicht.
"Nicht Leonardo (PSG-Sportdirektor, Anm. d. Red.), sondern Klubpräsident Al-Khelaifi höchstpersönlich kümmert sich um das Thema", berichtet Morin aus Frankreich. Es sei aktuell zudem wahrscheinlicher, dass Mbappé in Paris bleibt - zumindest für ein weiteres Jahr. Denn auch Real Madrid hat finanzielle Engpässe. Der 22-Jährige zählt im Rennen um die Champions-League-Krone zudem zu den Schlüsselfiguren bei PSG. Ein Abschied wäre kaum aufzufangen.

So könnte PSG mit Dreierkette spielen:

3-4-3: Navas (oder Donnarumma) - Ramos, Marquinhos, Kimpembe - Hakimi, Verratti, Wijnaldum, Bernat - Di Maria, Mbappé, Neymar
3-5-2: Navas (oder Donnarumma) - Ramos, Marquinhos, Kimpembe - Hakimi, Verratti, Gueye (oder Paredes), Wijnaldum, Bernat - Mbappé, Neymar
(mit SID)
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