PSG taumelt auch in der Ligue 1 weiter - Lionel Messi vor Abschied, Trainer Christophe Galtier angezählt

Die PSG-Stars um Kylian Mbappé und Lionel Messi kassierten am Wochenende gegen Olympique Lyon die nächste Niederlage (0:1). Damit schrumpft der Vorsprung auf die Verfolger in der Ligue 1 weiter. Der Scheichklub taumelt einem womöglich titellosen Saisonende entgegen. Um Weltmeister Messi mehren sich Abschiedsgerüchte und Trainer Christophe Galtier ist angezählt. Das Chaos in Paris lässt nicht nach.

PSG mit nächster Heimpleite: Lyon siegt trotz Elfmeterpech

Quelle: Perform

Bei Paris Saint-Germain ist nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Bayern keine Ruhe eingekehrt. Am Wochenende setzte es bereits die sechste Ligue-1-Niederlage in diesem Kalenderjahr.
Gegen Olympique Lyon aus dem Tabellenmittelfeld verlor der Scheichklub 0:1 und liegt damit "nur" noch sechs Punkte vor den punktgleichen RC Lens und Olympique Marseille.
Der einzige noch mögliche Titel in dieser Saison gerät damit in Gefahr. Auch Trainer Christophe Galtier muss wieder vermehrt um seinen Job zittern. Nach Informationen der "L'Équipe" hat der Franzose noch zwei Spiele, um das Ruder herumzureißen.
Hinzu kommen die wieder lauter werdenden Abschiedsgerüchte um Lionel Messi. Schafft es PSG inmitten all dieser Unruheherde, den Negativtrend endlich zu stoppen?

PSG wartet auf Geistesblitze der Stars

Der 15. April könnte für Galtier zum Entscheidungstag werden. Sollte es der PSG-Coach nicht schaffen, die beiden Spiele gegen Nizza (8. April) und eine Woche später zu Hause gegen Lens zu gewinnen, ist sein Aus wohl endgültig besiegelt. In französischen Medien wird zudem spekuliert, dass Galtier (Vertrag bis 2024) auch beim Gewinn der Meisterschaft gehen könnte, wenn PSG einen passenden Nachfolger findet.
Insgesamt acht Spiele verlor Paris in diesem Kalenderjahr, darunter die Pleiten gegen den FC Bayern (0:1, 0:2). In der Tabelle seit dem Jahreswechsel belegt PSG in der Ligue 1 nur Rang sieben. Das bedeutet den schlechtesten Start seit 22 Jahren.
In Frankreich gingen die Medien nach der Niederlage gegen Lyon besonders mit Weltmeister Messi hart ins Gericht. "Die Magie verfliegt“, schrieb "Le Parisien". Die "L'Équipe" meinte nicht weniger kritisch, der Argentinier sei "Symbol des Untergangs". Auch am Sonntag verpassten es die Superstars um Messi, sich gegen die Niederlage zu stemmen.
Nach zehn guten Anfangsminuten resignierte Paris und verlor ohne Aufbäumen. Messi, der auch schon gegen München blass blieb, ist dabei ein Sinnbild für die plan- und ziellose PSG-Mannschaft. Der Kader scheint verzweifelt auf die Geistesblitze seiner Stars zu warten. Doch diese bleiben zu oft aus.
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Lionel Messi (mitte) konnte die PSG-Niederlage nicht abwenden

Fotocredit: Getty Images

Messi wieder im Kreuzfeuer der Kritik

Innenverteidiger Danilo Pereira war nach der Pleite bei "Prime Video" schonungslos in seiner Analyse: "Wir geben nicht alles. Wenn man selbst zu Hause nicht alles gibt, ist es schwer zu gewinnen." Diese schwierige Phase gilt es zu überwinden, denn der Portugiese warnte: "Wir müssen aufwachen. Der Titel ist keineswegs sicher."
Auch die Fans ließen ihrer Wut freien Lauf - wieder einmal war Messi mit lautstarken Pfiffen das Hauptziel. Galtier nahm seinen Starspieler bei "RMC Sport" in Schutz: "Ich finde, dass die Pfiffe sehr hart sind, weil Leo ein Spieler ist, der viel gibt. Aber es liegt auch an den anderen, an seinen Partnern, ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen."
Die letzten Wochen sorgten offenbar dafür, dass Messi nach der mündlichen Einigung während der WM mittlerweile einen Abschied im Sommer präferiert. Wie die "L'Équipe" berichtet, bieten die Franzosen dem 35-Jährigen im Fall eines neuen Vertrags rund ein Viertel weniger Gehalt. Daher wünscht sich der Argentinier angeblich Garantien bezüglich der Wahl des Trainers und der Spieler für den kommenden Sommer. Diese konnte PSG noch nicht zusichern.

PSG lebt für Champions League

Laurent Blanc, selbst von 2013 bis 2016 Trainer bei PSG und aktuell für Lyon verantwortlich, kann die Unruhe bei seinem Ex-Klub nachvollziehen. Der 57-Jährige meinte nach dem Sieg gegen Paris: "Man spürt es und nimmt es wahr. Wenn die Champions League aufhört, ist alles vorbei und man spricht in Paris schon davon, wie es weitergeht. Es ist sehr schwierig, sich und auch die Spieler wieder zu mobilisieren."
Der französische Eurosport-Redakteur Cyril Morin meinte zur anhaltenden Negativserie: "Es ist immer das Gleiche. Die Ligue 1 ist zu 'einfach' für sie. Es interessiert sie nicht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Champions League. Wenn diese vorbei ist, ist ihre Saison qusi vorbei. Sie leben und sterben nur für und mit der Königsklasse. Es ist eine Karikatur."
Bisher kann PSG nur den Titel im französischen Supercup (4:0 gegen Nantes) vorweisen - zu wenig für einen Verein dieses Kalibers. Aus Sicht von Morin liegt das Hauptprobem aber nicht unbedingt bei Trainer Galtier: "Die einzige Gemeinsamkeit aller Spielzeiten ist der Vorstand, nicht die Trainer und Spieler." Dennoch scheint die Zukunft des Coaches besiegelt: "Nach der Saison wird es vorbei sein. Es ist unmöglich für ihn und Paris, weiterzumachen."
Neun Spiele stehen noch auf dem Programm. Die Pariser werden alles daran setzen, ihre letzte verbliebene Titelchance nicht zu verspielen. Nach dem Aus in der Königsklasse und im Coupe de France (1:2 gegen Marseille) wäre einzig die Meisterschaft ein annähernd versöhnlicher Abschluss einer verkorksten Saison.
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