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WM 2022: Marokko feiert historischen Erfolg als erster arabischer Viertelfinalist - Team macht König stolz
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Publiziert 07/12/2022 um 13:37 GMT+1 Uhr
Marokko erreicht bei der WM 2022 in Katar zum ersten Mal das WM-Viertelfinale. Gegen Spanien setzten sich die Atlaslöwen nach Eltmeterschießen 3:0 durch. Der Erfolg gelang den Afrikanern vor allem mit Spielern, die in zahlreichen verschiedenen Ländern aufgewachsen sind. Doch das Team begeistert das eigene Volk und vor allem König König Mohammed VI., der nach der Partie gratulierte.
Tränen nach Marokko-Triumph über Spanien: "Das ist historisch!"
Quelle: Perform
Gerade noch hatten ihn seine Spieler aus aller Welt im Jubelrausch in die Luft geworfen, da hatte Marokkos Vater des Triumphes den ersten Fan des Landes am Ohr.
König Mohammed VI. gratulierte nur Minuten nach dem historischen WM-Viertelfinaleinzug - und Walid Regragui war besonders ergriffen.
"Es ist außergewöhnlich für einen Marokkaner, diesen Anruf zu bekommen", sagte der Nationaltrainer nach dem dramatischen 3:0-Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien, der seine Landsleute in der Heimat und im Ausland in Ekstase versetzte.
"Er ist stolz auf uns. Und deshalb wollen wir noch weiterkommen und es noch besser machen", berichtete der 47-Jährige, der als erster Afrikaner ein afrikanisches Team unter die besten Acht einer WM geführt hat, von seinem Telefonat:
"Wir wollen zeigen, dass unser Land ein großartiges Land ist. Er bringt uns zusammen und gibt uns Stärke. Wir kämpfen für ihn, wir kämpfen für die Marokkaner", so der Coach.
Journalist geplättet: "Ich habe keine Frage"
Welche Bedeutung der unerwartete Erfolg für die Nordafrikaner hat, zeigten nicht nur die Bilder von Tausenden Fans, die in Casablanca oder Marrakesch singend, tanzend, mit Feuerwerk und Hupkonzerten feierten - ebenso wie in vielen europäischen Metropolen, auf den Champs-Elysees oder dem Trafalgar Square.
Auch der Applaus, mit dem die Journalisten den Coach auf der Pressekonferenz empfingen, beeindruckte Regragui sichtlich.
Ein marokkanischer Reporter sagte: "Ich habe keine Frage. Heute ist mein 31. Geburtstag. Bitte lassen Sie uns weiter träumen - bis zum Finale!"
"Das ist ein großer Tag für Afrika"
Zu den ersten Gratulanten gehörte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Marokkos Spieler ließen sich noch im Stadion mit der Flagge Palästinas ablichten. Und oben in der Ehrenloge schwenkte Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani die marokkanische Fahne. Der erste arabische WM-Viertelfinalist löste aber nicht nur im Nahen Osten solidarischen Jubel aus, auch weite Teile Afrikas feierten mit.
"Das ist ein großer Tag für Afrika", sagte der ehemalige Bundesligaprofi Sunday Oliseh. Anders als bei Kamerun 1990, Senegal 2002 und Ghana 2010, als ein Russe, ein Franzose und ein Serbe die Mannschaften unter die letzten Acht führten, sitzt jetzt erstmals im Viertelfinale ein Afrikaner auf der Bank - oder ein Araber, je nach Blickwinkel.
"Es geht nicht um den Pass, sondern um Kompetenz", sagte Regragui, der in Frankreich geboren wurde und aufwuchs. Später, "wenn ich ein alter Mann bin, blicke ich vielleicht zurück und freue mich darüber". Der ehemalige Außenverteidiger hatte erst Ende August die "Löwen vom Atlas" übernommen, nachdem der Bosnier Vahid Halilhodzic gefeuert worden war.
Spieler aus aller Welt bilden "eine Familie"
Regraguis Erfolgsrezept neben einer taktisch hervorragend geschulten Defensive: Spieler aus aller Welt bilden "eine Familie". Vor der WM sei noch hitzig diskutiert worden, ob jemand, der in Kanada, Spanien, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden oder Deutschland geboren wurde oder aufwuchs, in der Nationalmannschaft spielen sollte.
"Auch ihr habt gesagt: Sie haben kein Herz für Marokko", sagte er an die Adresse seiner Landsleute im Pressekonferenzsaal, "warum spielen nicht die, die in Marokko geboren sind?"
Jetzt habe die ganze Welt gesehen, dass "jeder Marokkaner ein Marokkaner" sei, "sie wollen sterben, sie wollen kämpfen für die Nationalmannschaft". Er selbst sei als Trainer, der in Frankreich geboren ist, das beste Beispiel, "keiner kann mir mein marokkanisches Herz nehmen".
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(SID)
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