Özil betonte, dass er einem Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten oder Kanzlerin Angela Merkel "natürlich" ebenso zugestimmt hätte.
"Erdogan ist der amtierende Präsident der Türkei, und ich würde dieser Person immer meinen Respekt erweisen, egal, wer sie ist", erklärt Özil. Und weiter:
Obwohl ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, ist die Türkei ein Teil von mir.
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Mesut Özil mit Recep Tayyip Erdoğan (Quelle: twitter.com/Akparti)

Fotocredit: Eurosport

Özil fühlte sich nicht mehr respektiert

Der Weltmeister von 2014 war für sein Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten kurz vor der Weltmeisterschaft 2018 heftig in die Kritik geraten. Kurz nach dem Vorrunden-Aus des deutschen Teams in Russland trat er aus der Nationalmannschaft zurück.
"Mit etwas Abstand weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war", sagte Özil. Nach dem Foto habe er sich "nicht mehr respektiert, nicht mehr geschützt gefühlt", begründete der 31-Jährige diesen Schritt. "Rassismus gab es immer, aber die Menschen haben diese Situation als Vorwand genutzt, um ihn auch rauszulassen", sagte Özil.
Es gäbe "große Probleme in Deutschland", führte der Mittelfeldspieler weiter aus:
Man muss sich nur anschauen, was vergangene Woche in Halle geschehen ist, ein weiterer antisemitischer Anschlag. Leider ist Rassismus nicht mehr allein Sache der Rechten. Er hat sich in die Mitte der Gesellschaft geschoben.

Özil: "Das geht so nicht"

Özil bekräftigte auch den bereits in seinem Rücktrittsschreiben erhobenen Vorwurf gegen den DFB:
Ich wurde rassistisch angegangen, selbst von Politikern und bekannten Persönlichkeiten. Aber niemand von der Nationalmannschaft ist gekommen und hat gesagt: Hey, stopp! Das ist unser Spieler. Das geht so nicht.
Alle seien still gewesen: "Sie haben es geschehen lassen."
Er wolle nicht, "dass die Leute mich lieben müssen", betonte er zudem: "Aber sie sollten dafür, was ich für Deutschland geleistet habe, Respekt zeigen."
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