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Olympia 2021: Dusel-Erfolg, aber zwei Lichtblicke - Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Saudi-Arabien auffielen
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Publiziert 25/07/2021 um 16:46 GMT+2 Uhr
Im zweiten Gruppenspiel beim Olympischen Fußballturnier bezwingt die DFB-Auswahl Saudi-Arabien mit 3:2 (2:1). Ein Pflichtsieg nach der Auftaktpleite gegen Brasilien. Doch der Underdog hält der deutschen Elf schonungslos die Fehler vor Augen. Stefan Kuntz setzt auf vielversprechende Offensivspieler und schönen Kombinationsfußball. Das Hauptproblem ist ein anderes. Drei Dinge, die auffielen.
Max Kruse bei Deutschland gegen Saudi-Arabien
Fotocredit: Getty Images
Trainer Stefan Kuntz und Kapitän Max Kruse schärften der Mannschaft die Sinne: Es sei ein Endspiel gegen Saudi-Arabien, das müsse jetzt jedem klar sein, sagten beide. Fehlenden Kampfgeist konnte man dabei in der Partie nicht einmal bemängeln. Dreimal ging die DFB-Elf in Führung. Doch zweimal musste Torhüter Florian Müller auch hinter sich greifen. Das Spiel endete 3:2 - und zeigte klar, wo Stefan Kuntz dringend nachbessern muss.
Drei Dinge, die auffielen:
1. Das größte Problem: Die Lücken in der Abwehr
Zwei Gegentore gegen Saudi-Arabien - nicht nur vermeidbar, in dieser Weise fast unverzeihbar. Insbesondere das zweite Gegentor, beide schoss Sami Al-Najei, zeigte die riesigen Räume, die die Viererkette nicht schließen konnte. Felix Uduokhai ließ sich viel zu leicht von Abdulhamid, Profi bei Ittihad Dschidda, abspeisen - Der Pass zu Al-Najei und dessen erfolgreicher Abschluss waren letztlich nur noch Formsache.
Mal einen Ticken zu spät, dann zu zögerlich - auch von Benjamin Henrichs und Amos Pieper sollte deutlich mehr zu erwarten sein. Die Unsicherheit zeigte sich auch, als Pieper viel zu energisch in den Zweikampf gegen Al-Dawsari ging und für die verhinderte Saudi-Chance die Rote Karte sah. Die Defensivabteilung zeigte auch, wie wenig Zeit Stefan Kuntz vor dem Beginn des Turniers hatte, die Mannschaftsteile zu instruieren und sich einspielen zu lassen. Null Routine, zu wenig Abstimmung - daran muss Kuntz dringend arbeiten.
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Amos Pieper sieht nach vereitelter Torchance Rot.
Fotocredit: Eurosport
2. Amiri und Ache sind Deutschlands Lichtblicke
4. Minute: Ragnar Ache mit der ersten Chance, Kopfball nach Freistoß von Amiri. Dieser ist noch nicht präzise genug. 11. Minute: Schöne Kombination über links, Amiri sieht die Lücke am Sechzehner, frei vor dem Tor - und netzt ein. 43. Minute: Ache macht es selbst, nutzt einen schönen Pass von Pieper, scheitert zunächst an Saudi-Arabiens Keeper Al-Yami, trifft aber im Nachschuss.
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Ragnar Ache trifft zum 2:1 für Deutschland gegen Saudi-Arabien.
Fotocredit: Eurosport
Die beiden deutschen Wirbelwinde machten mächtig Dampf und trafen beide in der ersten Halbzeit. Auch wusste das Offensiv-Duo in der Folge weiter zu gefallen, war im Prinzip der einzige echte Lichtblick in einem mäßig agierenden Konstrukt. Amiri etwa in der 55. Minute, als er sich auf der linken Seite durchsetzte, einen doppelten Doppelpass aufs Grün zauberte und aus spitzem Wikel rechts am Kasten vorbeischoss. Ache in der 74. Minute, als er fast frei vor dem Kasten stand, aber knapp vergab.
Beide trafen schon im ersten Gruppenspiel beim 2:4 gegen Brasilien, und sind die bislang konstantesten Spieler im deutschen Team. Die beiden Akteure, auf die sich Stefan Kuntz verlassen kann. Ache nominierte Kuntz erst nach. Der Stürmer von Eintracht Frankfurt erweist sich aber schon jetzt als Glücksgriff.
3. Groß im Reden, (zumeist) klein auf dem Platz: Kruse enttäuscht
Nicht weniger als den Olympiasieg hatte Max Kruse vor Beginn des Turniers als Ziel ausgerufen: "Alles andere als die Goldmedaille ist nicht unser Ziel." Mutig, selbstbewusst und lobenswert, auf diese Art voranzugehen. Doch auf dem Rasen ist von der Dominanz, vom Selbstvertrauen des Max Kruse bislang wenig zu sehen. Ein Schuss vom Sechzehner in der 37. Minute - zu harmlos. Seine Chance in der 55. Minute - nicht genutzt.
Kruse lieferte mit dem starken Eckball von rechts auf Uduokhai zwar die Vorlage zum Siegtreffer. Doch der 33-Jährige, der in der Bundesliga 272 Spiele vorzuweisen hat, mit der Kapitänsbinde vertraut ist, ließ bisher jegliche Präsenz auf dem Platz vermissen. Keine klaren Anweisungen an seine Mitspieler, kein Freispielen, kein unbedingtes Kämpfen um den Ball. Damit ist er nicht der Einzige - dafür aber derjenige, von dem man dieses Verhalten am meisten erwartet. Erst recht nach den verbalen Ansagen.
Dass er neben dem Platz aber zu den Größten seiner Zunft gehört, stellte Kruse im Anschluss an die Partie unter Beweis. Vor laufendem "ARD"-Mikrofon machte der gebürtige Reinbeker seiner Freundin in der Heimat einen Heiratsantrag.
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Quelle: Eurosport
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