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Pep Guardiola hat sich bei Manchester City bestens eingelebt und zeigt sich verändert
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Publiziert 12/09/2016 um 14:51 GMT+2 Uhr
Pep Guardiola wurde gleich mal eingenordet. Kaum angekommen, musste sich der neue Teammanager von Manchester City zum Interview beim gottgleich verehrten Noel Gallagher vorstellen, der bekanntlich jedem Feind seiner Mannschaft am liebsten persönlich die Zähne ausschlagen würde. Das ehemalige Oasis-Mastermind prüfte Guardiolas Musikgeschmack auf Herz und Nieren.
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"Du magst Coldplay???" - "Ja, und James Blunt", antwortete der sanfte Spanier. "Oh mein Gott, das wird niemals im TV ausgestrahlt!", sagte Gallagher entsetzt: "Es ist ja nicht so, dass ich James Blunt nicht mögen würde. Ich hasse ihn! Das ist es." Alles klar.
Das war nicht das einzig Erstaunliche an diesem Interview. Noch erstaunlicher war, dass es überhaupt ein Interview gab. Pep Guardiola öffnet sich. Es gab noch ein sehr witziges Gespräch mit einem 7-Jährigen, den Guardiola in einem Taxi überraschte. Pep spaßte, er umarmte den kleinen Braydon, war äußerst herzlich, weit weniger entrückt und distanziert als bei Bayern München. Verändert er sich? Vielleicht.
Guardiolas Magie breitet sich auf der Insel aus
Auf jeden Fall hat er nach wenigen Wochen bereits eins erreicht: Er ist unangreifbar. Zwar hat er den Publikumsliebling Joe Hart aus dem City-Tor geworfen und nach Italien abgeschoben. Das hat vielen Fans gar nicht gefallen. Joe Harts Nachfolger Claudio Bravo spielte am Samstag dann auch noch furchtbar, aber Guardiola hat in seiner Super-super-super-Art eine grandiose Leistung gesehen. Egal: Wer seine ersten vier Liga-Spiele gewinnt, jetzt auch noch das Derby bei ManUnited mit dem verhassten José Mourinho, dem ist vor dem Auftakt der Champions League gegen Borussia Mönchengladbach am Dienstag (20.45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) nichts vorzuwerfen. "Wenn ich heute sage, ManCity gewinnt die Champions League, dann muss ich ein sehr, sehr guter Coach sein", sagte er am Montag und ließ ein Augenzwinkern folgen.
Im Gegenteil. Im himmelblauen Teil dieser fußballerisch geteilten Stadt werden schon Hymnen angestimmt, die an Guardiolas Anfänge bei den Bayern erinnern. "Es war wie eine Ankündigung. Er hat sich jetzt ganz England vorgestellt, er hat sich unserer Liga vorgestellt", schwärmte der "Daily Mirror" nach dem Derby-Triumph. "Dies war nicht Guardiolas erstes Spiel, und es war nicht das erste Mal, dass sein Team wirkte wie eine Ansammlung sprühender Feuerräder. Es fühlte sich aber wie eine Offenbarung an. Es war eine bezaubernde Dominanz." England sei gesegnet.
Bisher wenig Skepsis
So hat Pep Guardiola sich das vorgestellt. Schon in Deutschland, verriet er im Gallagher-Interview, seien viele skeptisch gewesen. "Sie sagten: So kannst Du in der Premier League nie spielen lassen!" Er habe sich gesagt: "Warum nicht? Lasst uns doch hingehen und es versuchen!"
Auch mit dem Wetter hat sich der sonnenverwöhnte Katalane arrangiert. "Deshalb bin ich doch hierher gekommen", hat er zuletzt gewitzelt. Gallagher riet ihm: "Du solltest einen Mantel mit Kapuze kaufen. Du wirst ihn brauchen."
Pep Guardiola hat sich also insgesamt bestens eingelebt, seine Mannschaft ist ja ohnehin ein Versprechen. Kevin De Bruyne als Offensivmotor, die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Leroy Sané, dazu der Spanier Nolito, Sergio Agüero, Raheem Sterling - das ist allerhöchste Klasse. Geld? Spielt keine Rolle. Der Verein wird von Scheich Khaldoon Al Mubarak kontrolliert. So lässt es sich aushalten.
Die häufig vernichtende englische Boulevard-Presse hat ihre Kanonen auch noch nicht auf Pep Guardiola gerichtet. Selbst wenn: "In Barcelona war das total verrückt! Ich kann schon überleben, kein Problem." Am Musikgeschmack lässt sich vielleicht auch noch feilen.
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