Pep Guardiola und José Mourinho mit Manchester-Klubs City und United in der Krise

Bei Pep Guardiola und José Mourinho zeigt die Kurve in ihren Klubs Manchester City bzw. Manchester United nach unten. Am Wochenende in der Premier League gewann Guardiola mit ManCity auch das fünfte Pflichtspiel in Folge nicht, während Mourinho mit ManUnited von seinem Ex-Verein FC Chelsea deklassiert wurde. Krise? Sagen wir so: Im direkten Duell wird's noch brisanter.

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Unwahrscheinlich, dass José Mourinho der Spottgesang etwas ausmachte. Der Mann hat einen gestählten Kern, er wird vernommen haben, von Fans des FC Chelsea als "not special anymore" tituliert zu werden, also "nicht mehr besonders".
Aber Mourinho ist immer noch jener Typ, der sich einst zum "Besonderen" deklarierte und oft Besonderes veranstaltete. Großes Ego, große Leistungen, so war das über Jahre, und diese Wechselwirkung verlieh Mourinho die Lizenz zur gepflegten Überheblichkeit.
Allein: Irgendwie bröckelt der Nimbus ja schon.
Das 0:4 bei Ex-Klub Chelsea war entwaffnend, höher verlor der Portugiese national bloß einmal, 2010 mit Real Madrid beim FC Barcelona (0:5). Eine Klatsche für United. Und, klar: für Mourinho, der sich obendrein mit Chelseas Antonio Conte rieb.
"Es ist einer dieser Tage…", seufzte er hinterher, "wir hatten unglaubliche Defensivfehler und individuelle Unzulänglichkeiten, dafür bezahlst du". Im vereinseigenen TV-Kanal wandte sich Mourinho an Manchesters Anhänger, und er wählte Worte, die für seine Verhältnisse verdächtig devot klangen:
Was danach kam, hörte sich fast nach Branchenfloskel an, das war tatsächlich nicht mehr besonders. Es gebe lediglich eine Antwort, sagte der 53-Jährige: "Trainieren und weiterkämpfen." Das wäre ratsam, wenn's mit der angekratzten Unantastbarkeit nicht dahingehen soll. 14 Punkte nach neun Premier-League-Spielen holte auch der belächelte David Moyes mit United, anno 2013.
Dabei offenbaren Mourinhos "Red Devils" speziell eine Schwäche gegen Top-Teams: 1:2 gegen Manchester City, 0:0 beim FC Liverpool, jetzt Chelsea. Der frühere Stürmer Michael Owen kritisierte Paul Pogba, der nicht so auftrete, wie er solle, woran wiederum das Team kranke; Owen bemitleidete gar Pogbas Kollegen für den Umstand, mit dem Rekordtransfer zusammenspielen zu müssen.
Polemik hin oder her: United ist Siebter, sechs Punkte hinter Stadtrivale City, das seinerseits nur wegen der besseren Tordifferenz vor Liverpool an der Spitze verweilen darf. Das 1:1 gegen den FC Southampton war kein Ruhmesblatt, erneut nicht. Kelechi Iheanacho (55.) rettete nach Rückstand (Nathan Redmond/27.) wenigstens einen Punkt, Nationalspieler Leroy Sané legte den Treffer vor.
Dennoch zeigt die Kurve beim zweiten Manchester-Klub ebenfalls nach unten. Sechs Siege zum Saisonstart unter Pep Guardiola, inzwischen bereits fünf erfolglose Auftritte in Folge. Sowas erlebte Guardiola erst einmal, im März 2009 bei Barca.
Prompt berichtete die "Sun" von ungewöhnlichen Reaktionen auf ungewöhnliche Serien; nahezu eine Stunde soll der Katalane seine Profis in der Kabine versammelt haben. Wozu? Guardiola: "Wir tranken Cola und Rotwein…" Ist klar.
Und etwas ernster:
Möglich, meinte Pep, dass es personelle Änderungen geben werde. Praktischerweise wartet am Mittwoch (26. Oktober) zum Ligapokal-Achtelfinale natürlich ausgerechnet Manchester United. Pep gegen Mou, zwei Trainer-Koryphäen, die sich nicht riechen können, mit zwei durchaus kriselnden Vereinen im brisanten Cup-Modus.
Ach, manchmal ist der Spielplan wunderbar.
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