Der Name Kylian Mbappé darf nicht fehlen, wenn es um mögliche Mega-Transfers der europäischen Schwergewichte im Vereinsfußball geht. Schon seit längerem wird der französische Weltmeister mit einem Wechsel von Paris Saint-Germain nach Liverpool in Verbindung gebracht.

Im November vergangenen Jahres schob Klopp den Spekulationen dann einen Riegel vor. "Wir gehören zu den Klubs, die einen solchen Transfer nicht stemmen können", betonte der Teammanager. Verständlich, wird das Volumen einer Mbappé-Verpflichtung doch auf rund 300 Millionen Euro geschätzt.

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Für Fußball-Experte Marcus Foley von Eurosport in London haben sich durch den Nike-Deal die Vorzeichen zwar geändert, kopflos investieren werde Liverpool aber kaum:

Vor zwei Jahren gab es das Gerücht, dass der Verein die Entscheidung getroffen hat, im Sommer 2018 ausnahmsweise dreimal so viel Geld auszugeben, wie eigentlich vorgesehen. Man hat Alisson Becker, Naby Keïta und Fabinho mit dem Ziel geholt, die Lücke zu Manchester City zu schließen. Es hat funktioniert.

Ein Jahr später, erinnert Foley, habe Liverpool im Sommer dann nur noch etwas mehr als zwei Millionen Euro für Sepp van den Berg ausgegeben. Die Taktik, einmalig 180 Millionen Euro für drei Spieler auszugeben und danach wieder vorsichtiger zu handeln, ist aufgegangen.

Transfer-Attacke dank Nike-Geld?

Durch die Nike-Gelder, am 1. Juni beginnt die Kooperation zwischen dem Champions-League-Sieger und dem US-Konzern offiziell, ist der souveräne englische Tabellenführer nun wieder in der Lage, hohe Summen auszugeben. Dies passiere aber nicht zwingend gleich in diesem Jahr, so Foley. "Die zurückhaltende Strategie aus dem Vorjahr hat sich bewährt, weshalb also sollte Liverpool diese jetzt wieder über den Haufen werfen?"

Der ehemalige Liverpool-Profi Jamie Carragher, heute als TV-Experte für "Sky" tätig, sieht es ähnlich. Die Reds seien inzwischen zu einem Klub geworden, der "Superstars nicht kauft, sondern selbst entwickelt".

Hinzu kommt: Wie schnell Liverpool durch den Vertrag mit Nike tatsächlich finanzielle Vorteile hat, muss sich erst noch weisen. Der Grundvereinbarung mit dem US-Konzern soll Liverpool 34 Millionen Euro pro Jahr garantieren, was zehn Millionen weniger sind als beim bisherigen Ausrüster New Balance. Erst durch Provisionen aus dem Fanartikel-Verkauf und Bonuszahlungen nach Titelgewinnen könne die Summe auf 82 Millionen Euro steigen, wie "The Athletic" berichtete.

Heißt: Klopp und seine Profis müssen erst einmal liefern, bevor die Chefetage mehr Mittel zur Verfügung hat, um den Kader der nächsten Saison prominent zu verstärken. Die erste Meisterschaft seit 1990 ist bei 14 Punkten Vorsprung auf Verfolger Manchester City allerdings schon fast in trockenen Tüchern, die Titelverteidigung in der Champions League durchaus realistisch - und auch im prestigeträchtigen FA Cup mischt man noch mit.

Gerüchte um Sancho und Traoré

Selbst wenn es letztlich keine 82 Millionen Euro werden, dürfte Liverpool sich finanziell deutlich verbessern und damit auch auf dem Transfermarkt agiler werden. Neben Mbappé wurden in den vergangenen Wochen gleich eine ganze Hand voll weiterer Spieler mit dem LFC in Verbindung gebracht.

Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

Fotocredit: Getty Images

Von BVB-Juwel Jadon Sancho über Lille-Angreifer Victor Osimhen bis hin zu den Verteidigern Ben White (Leeds United), Diego Carlos (FC Sevilla) und Adama Traoré (Wolverhampton Wanderers) reicht die Liste.

Experte Foley sieht vor allem zwei Bereiche, in denen Transfers für die Roten Sinn ergeben würden:

Aus meiner Sicht stünden dem LFC auf den Außenverteidiger-Positionen mehr Optionen gut zu Gesicht. Außerdem wird Adam Lallana den Klub wohl am Saisonende ablösefrei verlassen. Daher ist auch ein Neuzugang für das offensiven Mittelfeld denkbar.

Die Frage, welche Transfers sich im Sommer realisieren lassen oder nicht, dürfte Klopp indes keine schlaflosen Nächte bereiten. Der Star-Coach hat ohnehin schon ein Team zusammen, für das ihn ganz Europa beneidet...

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