Jürgen Klopp verrät: So wird Liverpool die Meisterschaft feiern

Jürgen Klopp hat neun Spiele, um den FC Liverpool in die Geschichtsbücher der Premier League zu führen. Der erste Meistertitel seit 30 Jahren steht vor der Tür - doch die Feierlichkeiten werden anders als erträumt ausfallen. Klopp sieht die Reds dennoch in einer "nahezu perfekten Situation" und stellt den Fans eine Titelfeier mit Bus durch die Stadt in Aussicht - notfalls erst im nächsten Jahr.

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Jürgen Klopp fiebert dem Restart der Premier League entgegen - auch wenn er sich zuhause zuletzt durchaus nützlich machen konnte.
"Meine Frau hat viele Kleinigkeiten an mir entdeckt, die gar nicht so nutzlos sind im Alltag", erzählte der Trainer des FC Liverpool in einem am Sonntag bei "Sky" ausgestrahltem Video-Interview.
Er könne jetzt Waschmaschine und Trockner bedienen, um täglich seine Trainingsklamotten zu waschen. Außerdem habe er "ab und zu gestaubsaugt und mein Auto gewaschen mit einem Küchenschwamm und Spüli". Danach habe er allerdings "richtig Rücken gehabt".

FC Liverpool setzt sich neue Ziele

Ehemann des Jahres wird Klopp trotz dieser heroischen Leistungen vermutlich nicht - englischer Fußball-Meister dafür aller Voraussicht nach schon.
Am 17. Juni will die Premier League nach drei Monaten Pause wieder starten und Liverpool könnte angesichts von 25 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Manchester City (bei einem Spiel mehr) theoretisch schon im ersten Spiel den Meistertitel perfekt machen. Eine außergewöhnliche Situation.
Dass Liverpool Meister wird, steht mittlerweile außer Frage. Doch das Klopp-Team hat auch noch andere Ziele. "Wir wollen nicht nur zwei Spiele gewinnen, sondern wenn's geht neun", sagte der 52-Jährige im Interview.

19 Punkte zum Premier-League-Rekord

Denn: "Es kann historisch werden und das nicht nur klubhistorisch. Wir haben die Chance auf eine unglaubliche Punktzahl und darum sollten wir uns kümmern. So bereiten wir uns vor."
19 Punkte - also sechs Siege und ein Remis - braucht Liverpool aus den letzten neun Partien, um den von ManCity 2017/18 aufgestellten Punkterekord der Premier League zu überbieten. 100 Zähler holte das Team von Pep Guardiola vor zwei Spielzeiten. Klopps Team steht aktuell bei 82.
In der vergangenen Saison hatten die Citizens mit 98 Punkten einen Zähler vor Liverpool gelegen - die von den Reds erzielten 97 Punkte sind der zu toppende Vereinsrekord.

Klopps Gedanken ans Atlético-Spiel

Leicht, am 21. Juni den durch die Coronavirus-Pandemie gekappten Faden wieder aufzunehmen, wird's nicht. "Unser erstes Spiel ist bei Everton und ich glaube das Letzte, was die wollen, ist, dass wir im Goodison Park die Arme hochreißen und was zu feiern haben", sagte Klopp: "Es ist alles kein Zuckerschlecken."
Das bis dato letzte Pflichtspiel der Reds wird dann drei Monate und zehn Tage zurückliegen. Am 11. März war Liverpool, damals noch vor Fans, mit einem 2:3 nach Verlängerung im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League an Atlético Madrid gescheitert. Ein paar Tage zuvor, als in Madrid Schulen und Universitäten schlossen, habe Klopp "das erste Mal gedacht: Jetzt wird's richtig ernst".
Dennoch wurde in Liverpool noch gespielt. "Das war schon ein spezielles Spiel, eine skurrile Situation", schilderte der Coach im Rückblick: "Und ab Donnerstag war die Welt eine andere. Wahnsinn."
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Simeone y Klopp se saludan en el Liverpool-Atlético

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Meisterfeier ohne Fans "nicht schön"

Drei Monate später geht es für Klopp nun darum, eine exorbitant gute Premier-League-Saison würdig zu Ende zu bringen. Liverpool war schließlich letztmals 1990 englischer Meister. Da gab es die erst 1992 gegründete Premier League noch gar nicht.
"Jeder Liverpool-Fan hat 30 Jahre darauf gewartet", meinte Klopp mit Blick auf die bevorstehenden Titelfeierlichkeiten, die so anders sein werden, als ursprünglich gedacht: "Dass man das dann nicht so feiern kann, wie man sich das immer erträumt hat: Das ist nicht schön. Das verstehe ich total. Das geht mir übrigens auch so."
Allein im Stadion die perfekte Meisterschaft zu feiern, danach einfach heimzufahren "und wenn's hochkommt eine Flasche Bier drauf zu trinken", sei gewiss keine "Idealvorstellung".

Klopp will nachfeiern

Dennoch sei es von "vielen nicht perfekten Situationen, die so eintreten können im Laufe einer Fußball-Saison, immer noch die nahezu perfekte Situation, nämlich: Meister zu werden".
Es sei aber "nicht zu ändern. Und warum sollten wir jetzt ein Riesenfass über etwas auf machen, was nicht zu ändern ist? Es kommt der Tag - und daran glauben wir alle - an dem das Leben wieder normal sein wird. Dann haben wir das Recht, das zu feiern, was wir feiern wollen."
Und wenn es erst Mitte der nächsten Saison soweit sein sollte. "Wenn wir da Bock drauf haben - wer soll's denn verhindern? Dann haben wir die Trophy immer noch und dann können wir sie auch durch die Stadt fahren und auf dem Bus stehen", sagte Klopp: "Wenn andere Leute dann denken, die sind nicht ganz dicht, ist mir das ehrlich gesagt völlig wurscht."
Eine verspätete Meisterparty könne immer noch "eine sehr spezielle Feier werden. Anders - aber anders ist manchmal auch absolut okay."
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