Jürgen Klopp vom FC Liverpool ist längst der beste Trainer der Welt

Seit er die Mannschaft des FC Barcelona um den jungen Lionel Messi vor gut einem Jahrzehnt zu höchsten Ehren führte, gilt Pep Guardiola als "bester Fußballtrainer der Welt". Das hat sich als branchenüblicher Terminus über die Jahre etabliert. Doch der Wind hat sich gedreht. Längst hat ihm ein Mann den Rang abgelaufen, der davon selbst am liebsten so wenig wie möglich hören möchte: Jürgen Klopp.

Jurgen Klopp and Pep Guardiola

Fotocredit: Getty Images

Wer ist es denn nun?
Gut, eigentlich ist die Debatte darüber, wer denn jetzt der beste Trainer der Welt ist, müßig. Sie hat zu viele Variablen. Coaches haben unterschiedliche Arbeitsweisen und Philosophien. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern viele verschiedene, erfolgversprechende Ansätze.
Trotzdem hat sie - die Diskussion - natürlich ihre Berechtigung, denn sie wird in Fan- und Expertenkreisen seit Jahren leidenschaftlich geführt.
Meist mit dem selben Ergebnis: Seit er als "quasi Frischling" den FC Barcelona wieder groß und den Emporkömmling Lionel Messi zum besten Spieler einer ganzen Generation machte, war Pep Guardiola einfach immer der Sieger. Das war so während seiner Zeit in Barcelona, in München und in Manchester.
Will man die Diskussion aber ernsthaft führen, so muss man konstatieren: Der große Pep hat seine Vormachtstellung eingebüßt. Vielleicht sogar hat er den Titel schon vor einiger Zeit verloren. Ganz sicher aber ist er ihn seit vergangenen Donnerstag los.
Da nämlich vollendete Jürgen Klopp in Liverpool sein (vorläufiges) Lebenswerk und führte den FC Liverpool zur ersten Meisterschaft seit 30 Jahren.

Lob von allen Seiten

"Ich glaube, Jürgen Klopp ist der beste Trainer der Welt“, schwärmte Steven Gerrard erst kürzlich. "Ich habe nur Respekt für Jürgen. Er hat ein Herz und hat was im Kopf. Er arbeitet nur für Liverpool. Er ist hergekommen und hat den Verein auf das nächste Level gehoben.“
Auch Trainerkollege Jesse Marsch ist dieser Meinung: "Jürgen Klopp ist aktuell der beste Trainer der Welt", sagt der Coach von RB Salzburg ohne Kompromisse. Auf dem Papier ist der Deutsche ohnehin längst im Olymp angekommen.
Im vergangenen Winter wurde Klopp von der FIFA als bester Trainer der Welt ausgezeichnet. Es war der Lohn für eine jahrelange persönliche Steigerung. Erst in Mainz, wo er den Zweitligisten zum renommierten Bundesliga-Klub machte.
Dann in Dortmund, wo er den Verein wachküsste und zum letzten Meisterschaftsgewinn vor der beispiellosen Ära des FC Bayern führte. Und schließlich in Liverpool, wo er einen schwer angeschlagenen Verein im Mittelmaß übernahm und - im direkten Duell mit Guardiola - international und national an die Spitze brachte.
Der letzte Gewinn des Henkelpotts ist auf der Visitenkarte des Katalanen übrigens für das Jahr 2011 ausgewiesen. Zwar sammelte Guardiola seitdem jede Menge nationaler Titel, die ganz großen Ziele seines Klubs konnte er aber in jüngster Vergangenheit nicht mehr erfüllen. Ganz im Gegensatz zu Klopp.

Klopp schiebt die Vorreiterrolle zu Pep

Die Wege der beiden Ausnahmecoaches kreuzen sich seit gut einem Jahrzehnt immer wieder. Denn schon in der Bundesliga waren sie drei Jahre lang erbitterte Rivalen gewesen. Immer aber im respektvollen Umgang miteinander.
Und so überrascht es auch nun nicht, dass sich Klopp selbst auf dem persönlichen Gipfel noch in Understatement übt. "Für mich ist Pep Guardiola der beste Trainer der Welt", erklärte der 53-Jährige in einem Interview mit "Bild". Das sei allerdings vielleicht nicht ganz richtig, da er nicht alle Trainer kennen würde.
Mit seiner eigenen Auszeichnung zum Welttrainer kann er dagegen so gar nichts anfangen. "Ich habe den Titel bekommen und das war auch schön", erklärte er und führte aus: "Gemeinsam mit meinen Co-Trainern bin ich ein richtig guter Trainer."
Wenn er aber eine Stärke habe, dann sei es, gute Leute zusammenzubringen. So ist Jürgen Klopp wirklich. Sein Team steht über allem. Deswegen kann man seine Sorge getrost so stehen lassen.
Andererseits aber schwingt in diesen Worten auch immer etwas Kalkül mit. Denn der Reds-Dompteur fühlte sich schon immer eher in der Außenseiterrolle wohl. Das war in Mainz, erst Recht in Dortmund und nun auch in Liverpool so.
Als Jäger kann Klopp seine ganze Trainerkunst entfalten. Das Aufstacheln eines ganzen Vereins im Fernduell mit einem eigentlich überlegenen Gegner. Von daher wird es spannend zu beobachten sein, wie sich der LFC und sein Trainer in der kommenden Saison präsentieren. Denn eigentlich sind sie nun die Gejagten.
"Bester Trainer der Welt": Was lange für Pep galt, muss auch jetzt für Klopp gelten. Auch wenn er selbst es vielleicht gar nicht so gerne hören will.
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