Manchester City: Phil Foden - der Alleskönner von Pep Guardiola

Phil Foden startet seit dem Restart bei Manchester City durch. Der 20-Jährige, der sowohl zentral als auch auf den Außen alles spielen kann, ist die Zukunft der Citizens - genießt höchste Wertschätzung von Trainer Pep Guardiola. Vor allem die nahenden Abgänge von David Silva, Fernandinho, sowie der Wechsel von Leroy Sané dürften Foden reichlich neue Möglichkeiten eröffnen.

Phil Foden of Manchester City and Pep Guardiola, Manager of Manchester City pose with the trophy following their sides victory during the Carabao Cup Final

Fotocredit: Getty Images

Für Pep Guardiola war der Abgang von Leroy Sané keine Hiobsbotschaft.
In einem ersten Statement Ende Juni ließ er gar selbstbewusst verlauten, dass man die Lücke, die der zum FC Bayern abgewanderte deutsche Nationalspieler hinterlasse, nicht einmal zwingend mit einem zugekauften Topstar schließen müsse.
“Wir haben tolle, talentierte Spieler in der Offensive. Die meisten sind in guter körperlicher Verfassung, so wie Phil (Foden, Anm. d. Red.), Riyad (Mahrez, Anm. d. Red.), Gabriel (Jesus, Anm. d. Red.), Raheem (Sterling, Anm. d. Red.), sie können regelmäßig für eine längere Zeit spielen, sie sind stabil, was Verletzungen angeht”, sagte Guardiola kurz nach Bekanntwerden des Sané-Deals.
Dass er dabei den Namen Phil Foden als ersten nannte, mag unterbewusst passiert sein, es zeigt jedoch auch, dass der junge Engländer in den Zukunftsplanungen des Trainers eine Hauptrolle spielt.

ManCity: Neuausrichtung im Mittelfeld

Neben Sané wird nach Saisonende nämlich mit David Silva ein weiterer langjähriger Leistungsträger den Verein verlassen. Auch Fernandinho, dessen Vertrag zwar noch bis 30. Juni 2021 läuft, ist bereits 35 Jahre alt und wird daher nicht mehr ewig auf dem für City nötigen Niveau performen können.
Die Verantwortlichen in Manchester bleiben jedoch gelassen - Foden ist ja da. Der 20-Jährige ist das Gesicht der neuen Sky Blues, stand seit dem Premier-League-Restart gleich mehrfach in der Startelf und soll nun eine Ära prägen.
Schon in seinem vergangenen Oktober erschienenen Buch "Pep’s City: The Making of a Superteam" adelte Guardiola den U17-Weltmeister von 2017: "Er ist der einzige Spieler, der unter gar keinen Umständen verkauft werden darf. Nicht einmal für 500 Millionen Euro."
Foden würde "nirgendwohin" gehen, denn "er ist Manchester City. Wir werden für seine Position niemanden verpflichten." Schon damals wusste der 49-Jährige: "Sobald uns David Silva verlässt, wissen wir genau, wer unser neuer Magier sein wird."

Phil Foden bei ManCity: Peps Alleskönner

Foden kann sowohl in der Zentrale, als auch auf den Außenpositionen eingesetzt werden, was ihn sowohl zum Silva- aber auch Sané-Nachfolger macht. "Mit ihm haben wir einen jungen Manchester-City-Fan, der uns immer, wenn er spielt, etwas Einzigartiges und Besonderes gibt", sagte Guardiola, der beim 1,71-Meter-Mann aus dem Schwärmen kaum herauskommt. "Er hat ein Gespür für Situationen und die Fähigkeit, jederzeit zu treffen. Seine Mentalität und sein Einsatz stimmen immer. Er beschwert sich nie. Es ist einfach eine Freude, ihn zu haben."
Eine exzellente Technik, spektakuläres und vor allem sicheres Passspiel und das Spielverständnis eines alten Haudegens sind beeindruckende Eigenschaften im Alter von nur 20 Jahren. Seine Art zu spielen brachte ihm in Kombination mit seinem Heimatort klubintern bereits den Spitznamen "Stockport Iniesta" ein.
"Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 20 Jahre alt ist und sich noch verbessern muss", versuchte Guardiola den Foden-Hype nach dem 5:0-Sieg der Citizens im Premier-League-Spiel gegen den FC Burnley vor wenigen Wochen zu bremsen, machte jedoch klar: "Aber er wird ein wichtiger Spieler für das nächste Jahrzehnt dieses Vereins sein."

Phil Foden: Ein Talent das blieb

Es bedurfte sicherlich einiger Bauchpinselei, Foden davon zu überzeugen, dem Verein trotz zunächst geringer Einsatzchancen die Treue zu halten. In der Vergangenheit hatte City immer wieder Toptalente verloren, weil es dem Scheichklub schwer fiel, Perspektive zu bieten. Freie Kaderplätze wurden mit teuren Zukäufen besetzt - die eigene Jugend stand hinten an.
Jadon Sancho zog es daher in die Bundesliga zu Borussia Dortmund, Kelechi Iheanacho verabschiedete sich in Richtung Leicester City und Brahim Diaz schloss sich Real Madrid an.
Doch Foden blieb - und das zahlt sich nun aus. Wenn Silva am Ende der Saison seine Zelte in Manchester abbricht, um - höchstwahrscheinlich - zurück in seine Heimat zu gehen, wird er seinen Zauberstab dem jungen Engländer übergeben.
Dann heißt es im Norden Englands: Es ist ein neuer Magier in der Stadt.
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