Drei Dinge, die bei Liverpool auffielen: Klopp verhindert Déjà-vu

Der FC Liverpool hat seine beeindruckende Heimserie gegen den FC Arsenal fortgesetzt. Der 3:1-Erfolg war gleichzeitig eine taktische Meisterleistung von Jürgen Klopp, der die Gunners mit einem taktischen Kniff schachmatt setzte. Sein ehemaliger Schützling Pierre-Emerick Aubameyang hing dagegen völlig in der Luft, was nicht zuletzt am überragenden Trent Alexander-Arnold lag. Was uns auffiel.

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1. Klopp verhindert Déjà-vu

1:3, 1:5, 0:4 und 1:3 - die Bilanz des FC Arsenal in den vergangenen Gastspielen im Anfield liest sich geradezu verheerend.
Damit jene Serie aus Sicht des FC Liverpool auch nach dem 3. Premier-League-Spieltag noch bestand hatte, hatte sich Jürgen Klopp etwas ganz Spezielles überlegt. Die Schützlinge des Meistertrainers setzten die Gunners von der ersten Minute an mit gnadenlosem Gegenpressing unter Druck - und das mit Erfolg.
Arsenal fand speziell im ersten Durchgang kaum Mittel gegen den enormen Druck der Gastgeber. Immer wieder musste sich die Elf von Mikel Arteta im Aufbau mit langen Bällen behelfen, da sie das Spielgerät kaum einmal über mehrere Sequenzen hinweg in ihren eigenen Reihen festmachen konnte.
"Es war außergewöhnlich. Wir waren von der ersten Sekunde an dominant - gegen ein Team, das in Form ist. Der Fußball, den wir gezeigt haben, war außergewöhnlich. Es gibt nichts Schlechtes zu sagen", zeigte sich Klopp nach dem 3:1-Erfolg bei "Sky" hoch erfreut.
Der 53-Jährige beraubte Arsenal damit seiner großen Stärke, dem schnellen und schnörkellosen Umschaltspiel, welches dem FC Liverpool vor rund einem Monat noch den Community Shield (5:6 n.E.) kostete. Mit ihrem extremen Anlaufen erstickten sie die Konterversuche der Gäste dieses Mal bereits im Keim.
Von der hochtalentierten Offensive der Gunners war mit Ausnahme der überraschenden Führung durch Alexandre Lacazette (26.), bei der Andy Robertson tatkräftig mithalf, lange Zeit nichts zu sehen. Und auch defensiv verlor Arsenal von Minute zu Minute immer mehr die Zuordnung, sodass Liverpool die Partie noch vor der Pause drehen konnte (28./34.).
Erst in Halbzeit zwei riskierten die Nordlondoner im Spiel nach vorne deutlich mehr und hätten um ein Haar in Person von Lacazette ausgeglichen, doch der Franzose scheiterte zweimal fast schon kläglich an Alisson Becker (59./60.).
"Im zweiten Durchgang haben wir etwas umgestellt und hatten die beste Chance. In so einer Situation musst du treffen, wenn du etwas im Spiel mitnehmen willst", konstatierte Arteta bei "Sky".
Abgesehen davon dominierte der FC Liverpool das Geschehen fast nach Belieben. Einzig die mangelhafte Chancenverwertung hielt Arsenal lange in der Partie, ehe der eingewechselte Neuzugang Diogo Jota für die endgültige Entscheidung sorgte (88.).

2. Alexander-Arnolds Offensivdrang zu viel für Arsenal

Bereits nach etwas mehr als 20 Minuten war das Glück auf Seiten des FC Arsenal am Montagabend vollständig aufgebraucht.
Nachdem die Gäste eine Ecke der Reds nur unzureichend klären konnten, war es Trent Alexander-Arnold, der den Ball per abgefälschtem Dropkick an den Querbalken hämmerte (21.). Es sollte jedoch bei Weitem nicht die einzige Offensivaktion bleiben, bei der er seine Füße im Spiel hatte.
Der 21-Jährige agierte über die komplette Spielzeit mehr als Rechtsaußen denn als Außenverteidiger, auch, weil er von seinen direkten Gegenspielern Pierre-Emerick Aubameyang und Ainsley Maitland-Niles defensiv kaum gefordert wurde.
So sorgten seine gefährlichen Vorstöße immer wieder für Chaos im Sechzehner der teilweise überfordert wirkenden Hintermannschaft der Gunners.
In der 36. Minute war es dann auch eine Hereingabe des Youngsters, die bis zu dem am zweiten Pfosten lauernden Robertson durchrutschte, der zum 2:1 für die Reds vollstreckte.
Der englische Nationalspieler brachte nicht nur die meisten Flanken an den Mann (drei), sondern konnte auch die meisten Torschussvorlagen (drei) verbuchen.
Fast schon folgerichtig war eine Flanke von Alexander-Arnold auch der Ausgangspunkt zum Endstand durch Jota (88.).

3. Wo war eigentlich Aubameyang?

Gerade einmal 30 Tage ist das letzte Aufeinandertreffen der beiden englischen Schwergewichte her. Bei der Saison-Generalprobe im Community Shield konnte Arsenal den amtierenden Meister in einem regelrechten Krimi bezwingen.
Davon war der ehemalige Dortmunder am Montagabend weit entfernt. Aufgrund des enormen Drucks der Reds war der Gabuner größtenteils mit Defensivaufgaben beschäftigt, anstatt am anderen Ende des Platzes Akzente zu setzen.
Lediglich 26 Ballaktionen und kein einziger Torschuss unterstreichen, wie sehr Aubameyang von der Hintermannschaft der Hausherren abgemeldet war. Wenn die Gunners einmal gefährlich wurden, dann über Lacazette oder den eingewechselten Dani Ceballos.
Symptomatisch für seinen blassen Auftritt ließ Aubameyang in der Nachspielzeit nach schöner Einzelaktion den Anschlusstreffer fast schon leichtfertig liegen.
Alles in allem erlebte der Torjäger gegen seinen einstigen Förderer Klopp einen äußerst unglücklichen Abend. Allzu lange muss er sich allerdings nicht grämen, schließlich steht bereits am Donnerstag (20:45 Uhr im Liveticker) im League Cup das dritte Duell der beiden Topklubs in der noch jungen Saison bevor.
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