Wenn Sergio Agüeros Zeit bei Manchester City am Saisonende abläuft, beginnt ein neues Zeitalter im blauen Teil der Stadt.
358 Spiele, 257 Tore, 73 Vorlagen - nur ein Spieler lief in mehr Pflichtspielen für die Skyblues auf (David Silva, 436), keiner schoss jedoch auch annähernd so viele Tore für den Klub wie der Argentinier. Weit mehr als 100 Treffer liegt der 32-Jährige vor Raheem Sterling (113 Treffer in 285 Spielen), seinem ärgsten Verfolger in der vereinsinternen ewigen Torjägerliste.
Statistiken, die erkennen lassen, wie groß die Lücke ist, die es im kommenden Sommer zu füllen gilt. Umso bemerkenswerter, dass City-Coach Pep Guardiola erst kürzlich mehr oder weniger ausschloss, dies durch Aktivität auf dem Transfermarkt bewerkstelligen zu wollen.
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05/04/2021 AM 10:53
"Bei diesen Preisen werden wir keinen Stürmer verpflichten - wir können es uns nicht leisten, es ist unmöglich. Alle Vereine kämpfen finanziell und wir sind keine Ausnahme", verwies der 50-Jährige im Rahmen des Auswärtsspiels seiner Mannschaft bei Leicester City (2:0) am Ostersamstag die Gerüchte um mögliche Top-Neuzugänge im Sommer.
Aber kann das denn wirklich so stimmen?

Guardiolas Worte: ein großer Transfer-Bluff

"Angesichts der Situation in der Welt und der wirtschaftlichen Probleme im Weltfußball besteht eine große Chance, dass wir für die nächste Saison keinen Stürmer verpflichten werden", führte Guardiola weiter aus. Eine Aussage, die dann doch weniger endgültig wirkt und den Kontext der Corona-Pandemie einbezieht. Ohne diese, soviel steht fest, hätte ManCity definitiv die finanziellen Mittel für sündhaft teure Neuzugänge.
Namen kursieren bereits einige. Die heißeste Ware auf dem Markt ist derzeit sicherlich Erling Haaland von Borussia Dortmund. Vergangene Woche jettete dessen Berater, begleitet von Vater Alf-Inge Haaland, bereits öffentlichkeitswirksam über den Kontinent. Ein deutliches Signal dafür, dass für das derzeit größte Sturmjuwel Europas ein Vereinswechsel unmittelbar bevorsteht.
Von Seiten des BVB wurde jüngst Gesprächsbereitschaft bei einem Angebot über 180 Millionen Euro signalisiert. Diese Summe dürfte angesichts der prekären Lage, in der sich die Borussia in der Bundesliga derzeit befindet, aber noch sinken.
Sieben Spieltage vor Ende der Saison beträgt der Rückstand der Dortmunder auf Champions-League-Rang vier ganze sieben Punkte - und der allgemeine Tenor zur Haaland-Zukunft ist bekannt: keine Königsklasse, kein Haaland.

Erling Haaland - Borussia Dortmund

Fotocredit: Getty Images

Legt man Guardiolas Worte vor dem Leicester-Spiel zugrunde, mischen sich die Citizens nicht in ein etwaiges Rennen um den 20-Jährigen im kommenden Sommer ein. Pete Sharland, Premier-League-Experte von Eurosport in London, sieht jedoch einen klaren Bluff des Katalanen: "Das ist definitiv eine Ablenkungstaktik."
Guardiola sei sich bewusst darüber, dass ihm viele Leute nachsagen, er würde sich den Titel mit Manchester City erkaufen. Deshalb wolle er das Transferthema bewusst kleinhalten.
"Sie werden definitiv für Haaland bieten, sollte sich ein Markt entwickeln. Und sie werden wahrscheinlich andere Optionen in Betracht ziehen, wenn sie ihn nicht bekommen", führt Sharland aus.

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Guardiola: Der alte Pep-Trick zieht nicht mehr

In der Tat müssen Aussagen des mehrfachen Welttrainers immer mit einem speziellen Maßstab bewertet werden. Guardiola, das weiß man in Deutschland spätestens seit seinem dreijährigen Intermezzo in München, spricht gerne in Superlativen.
"Er ist ein fantastischer Spieler und ich hätte am liebsten 1000 Dantes im Team”, sagte er beispielsweise im April 2015 über den damaligen Bayern-Verteidiger. Zwei Monate später wollte er nicht einmal mehr das Original, das dann nach Wolfsburg wechselte. Auch Mario Mandzukic ("Ich liebe diesen Spieler”) wurde anno 2014 einst innig geliebt, wenig später dann verscherbelt.
Es ist der altbekannte Pep-Trick: Bei Guardiola ist Gutes eben meist sehr gut oder "super, super” - dasselbe gilt natürlich auch für den gegenteiligen Fall. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, dass ManCity im kommenden Tranfsersommer trotz Finanzeinbußen wegen fehlender Zuschauereinnahmen einknickt und auf dem Transfermarkt aktiv wird.

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Dass sich der designierte englische Meister (14 Punkte Vorsprung vor Stadtrivale Manchester United) zudem offenhält, die Agüero-Lücke mit internen Kräften zu stopfen, schließt eine kostspielige Shoppingtour im Sommer ganz und gar nicht aus. "Wir haben Gabriel Jesus und Ferran Torres, die in dieser Saison auf der Stürmerposition unglaublich gespielt haben", sagt Guardiola.
Was das für den Brasilianer (22 Spiele, acht Tore) und den Spanier (18 Spiele, zwei Tore) bedeutet, darf nun jeder für sich entscheiden.
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