Jürgen Klopp wollte vor dem großen Showdown mit Pep Guardiola keinen Gedanken an die Titelverteidigung verschwenden. "Warum sollten wir daran denken?", sagte der deutsche Teammanager des FC Liverpool am Freitag: "Woran wir denken müssen, ist genug Punkte zu holen, dass es vielleicht im April oder Mai wieder passiert."
Am Sonntag (ab 17:30 Uhr im Eurosport Liveticker) müssen die Reds gegen Guardiolas derzeit alles überragenden Spitzenreiter Manchester City damit zwingend anfangen, sonst ist die Meisterschaft wohl weg.
Sieben Punkte liegt Klopps viertplatziertes Team in der englischen Premier League hinter den Citizens, die bei 47 Zählern sogar noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben. "Um irgendwie noch Hoffnung zu haben, müssen sie gewinnen. Weniger als drei Punkte, und die Sache ist erledigt. Es hängt im Moment am seidenen Faden", befand Liverpool-Legende Jamie Carragher bei "Sky". Und die Aussichten für Liverpool sind auf den ersten Blick nicht gerade rosig.
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Wettbewerbsübergreifend hat City die vergangenen 13 Spiele alle gewonnen, die jüngsten sechs Ligapartien zu null. Obwohl Kevin De Bruyne (Oberschenkelverletzung) und Sergio Agüero (Rekonvaleszent nach Corona-Infektion) fehlen, pflügen die Himmelblauen durch die Tabelle und begeistern mit dem so typischen Kombinationsfußball.

Liverpools Mohamed Salah im Spiel gegen Brighton and Hove Albion

Fotocredit: Getty Images

In Abwesenheit des Vordenkers De Bruyne ist der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan aktuell das Herz der Mannschaft - und brilliert als Torschütze mit zuletzt sieben Treffern in neun Spielen.
"Wenn du schlau bist und Erfahrung noch dazu kommt, machst du diesen Sprung - und das überrascht mich gar nicht", befand Klopp, der mit Gündogan 2012 bei Borussia Dortmund deutscher Meister geworden war. Er nannte seinen ehemaligen Schützling einen der besten Spieler, "die ich jemals trainiert habe".

Klopp und der FC Liverpool in einer Ergebniskrise

Auch Klopps aktuelle Mannschaft ist so schlecht nicht, doch sie hat diese Saison größere Probleme. Die beiden jüngsten Partien daheim an der Anfield Road gegen den FC Burnley und am Mittwoch gegen Brighton & Hove Albion gingen 0:1 verloren - nach zuvor 68 Heim-Partien ohne Niederlage. Wie Klopp sagte, wolle er das legendäre Stadion nun wieder "zur Festung" machen. Ausgerechnet gegen das formstärkste Team der Liga.
Carragher brachte Liverpools Schwierigkeiten ganz gut auf den Punkt: "Das Team, das sie derzeit aufbieten müssen, ist nicht stark genug für einen Titel." Außerdem spielt die Prunk-Offensive um das Trio Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané zu wenige klare Chancen heraus. Insgesamt bescheinigte Klopp seiner Mannschaft nach dem Brighton-Spiel "mentale Erschöpfung".
Da dürfte es gut passen, dass der Coach gegen City wieder ein paar frische Kräfte zur Verfügung haben sollte. Torwart Alisson Becker, Defensiv-Allrounder Fabinho sowie der zuletzt ebenfalls angeschlagene Mané könnten allesamt im Kader stehen.
Auch Verteidiger Ozan Kabak, der am letzten Tag der Transferphase von Schalke 04 gekommen war, hat mittlerweile seine Spielerlaubnis. Ob der 20-Jährige aber gleich gegen Citys Weltklasse-Offensive den Laden zusammenhalten soll, ist fraglich.
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(SID)

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