Liverpool-Keeper Alisson Becker ist nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt. "Ich würde gerne sagen, dass er das vier Mal pro Woche im Training macht, aber leider ist das nicht der Fall", wusste Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel gegen West Bromwich Albion (2:1) zu berichten.
Und dennoch hielten gegen den schon feststehenden Absteiger nicht die Stürmer-Stars Mohamed Salah oder Roberto Firmino die Champions-League-Träume der Reds am Leben.
Es war der brasilianische Torhüter, der durch seinen Kopfballtreffer womöglich die Saison für sein Team rettet. Der Sieg brachte Liverpool nämlich auf einen Zähler an den FC Chelsea auf Rang vier heran.
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Diesen minimalen Rückstand können die Reds in den beiden verbleibenden Liga-Spielen aufholen und sich damit die Qualifikation für die Königklasse sichern.

Klopp feiert Alissons Geniestreich: "Absolut unglaubliches Tor"

Alisson von Tränen übermannt

Zumal Chelsea bereits am Dienstag in der Neuauflage des FA-Cup-Finales gegen Leicester City, das die Blues am vergangenen Samstag 0:1 verloren, stark gefordert sein wird. Die beiden noch vor Liverpool platzierten Teams könnten sich auch gegenseitig die Punkte wegnehmen, was ein großer Vorteil für die Reds wäre.
Alisson selbst war nach seinem spektakulären Siegtreffer sehr emotional, widmete das erste Pflichtspieltor eines Liverpooler Keepers seinem kürzlich verstorbenen Vater. "Ich hoffe, dass er hier war, um das zu sehen. Ich bin mir sicher, er feiert mit Gott an seiner Seite", meinte der 28-Jährige bei "Sky".
Auch seine Teamkollegen wussten um die emotionale Bedeutung des Treffers für ihren Torhüter. "Wir müssen uns das Tor immer wieder anschauen, denn es waren bei uns sehr viele Gefühle im Spiel, nicht nur wegen unserer Champions-League-Chancen, sondern auch wegen Ali, der in diesem Jahr so viel durchgemacht hat", erklärte Thiago.
Jordan Henderson und der verletzte Abwehrchef Virgil van Dijl feierten den Treffer ihres Keepers zudem auf Twitter.

FC Liverpool hat Momentum auf seiner Seite

Das Alisson-Tor - das sechste eines Keepers in der Premier-League-Geschichte sowie der erste Siegtreffer durch einen Torwart - bietet Liverpool zudem die Chance, diese schwierige Saison zu einem versöhnlichen Ende zu führen.
"Wir hatten nicht viele solcher Momente in dieser Spielzeit. Deshalb müssen wir sie genießen, wenn sie passieren", meinte Klopp hinterher. Alisson ergänzte: "Ich bin wirklich froh, dass ich helfen konnte. Denn wir kämpfen gemeinsam und haben ein großes Ziel: die Champions League. Wir haben sie schon einmal gewonnen und es fängt einfach alles mit der Qualifikation an."
Das Momentum scheint in jedem Fall auf der Seite der Reds zu sein. Bereits in der Vorwoche zeigte Liverpool im Duell mit Manchester United (4:2) altbekannte Stärken, die in dieser von Verletzungen und Rückschlägen gekennzeichneten Saison eher selten zum Vorschein kamen.
Viele Liverpool-Fans schöpfen daraus sicherlich für die restlichen Saisonspiele sowie die anstehende neue Spielzeit Hoffnung. Die Energie, der unbändige Wille und der Killerinstinkt kehrten zum Teil zurück: Eigenschaften, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Mannschaften und Abwehrreihen erzittern ließen.

Gerüchte um Gerrard machen die Runde

Sollten die Reds also tatsächlich noch die Qualifikation für die Königsklasse schaffen, würden wohl (vorerst) auch die leisen Spekulationen um Steven Gerrard verstummen. Die Liverpool-Legende, aktuell Trainer der Glasgow Rangers, wurde zuletzt bereits als möglicher Nachfolger Klopps gehandelt, sollte dieser den letztjährigen Meister nicht mehr auf Kurs bringen.
Zwei Spiele hat Liverpool also noch vor sich. Leicester (66 Punkte), Chelsea (64) und die Reds (63) kämpfen um die verbleibenden Champions-League-Plätze. Am Ende könnte auch die Tordifferenz entscheidend sein: Alle drei Teams liegen dort eng beieinander (Leicester +21, Chelsea +22, Liverpool +21).
Vielleicht kann man in wenigen Wochen im Rückblick tatsächlich den emotionalen Siegtreffer von Alisson als Liverpooler Wende bezeichnen, der die nötigen Kräfte bei den Reds für die Champions-League-Qualifikation freigesetzt hat. Auf ein solches Happy End hoffen in Liverpool viele.
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